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Erster Test: Infiniti FX30d GT Facelift

Erster Test: Infiniti FX30d GT Facelift

Vorspiel zur Offensive

06.06.2012

Derzeit hinkt Infiniti seinen Eroberungsplänen für Europa hinterher, doch hält der edle Nissan-Ableger an der 2009 gestarteten Offensive fest: Bis 2016 plant man mit dann sechs Baureihen und einem engmaschigen Händlernetz eine Versechsfachung der Absatzzahlen in Europa. 2012 bleibt das Programm allerdings noch unverändert, mit einer Ausnahme: Das meistverkaufte Modell FX wurde marginal verfeinert.

Das Sport-SUV hätte gar kein Facelift gebraucht, denn an dem seltenen Riesen mit coupéhafter Linie hat man sich hierzulande mangels Stückzahlen noch keineswegs satt sehen können. Dabei ist der Exot ein auffälliger Zeitgenosse, der viel Aufmerksamkeit im Straßenverkehr provoziert – ohne zu polarisieren: Den meisten scheint das eigentlich für den Ami-Gaumen abgeschmeckte SUV zu gefallen.

Vielleicht wurden deshalb zum Modelljahr 2012 nur minimale Verfeinerungen vorgenommen: ein neuer Kühlergrill mit breiten Chrom-Querstreben und eleganter in einer modifizierten Frontschürze eingefasste Nebelscheinwerfer. Neue Lackierungen und frische Designs für die Leichtmetallräder runden den optischen Maßnahmen-Katalog ab. Im Kombiinstrument gibt es nunmehr weiße statt rote Anzeigenadeln für die Rundinstrumente und die elektrische Heckklappenöffnung gehört nun grundsätzlich zur Serienausstattung. Als neue Option kann man einen Spurhalteassistenten auswählen.

Deutsche kaufen Diesel

Erster Test Infiniti FX30d GT FaceliftBei den Motoren hat man unverändert die Wahl zwischen zwei Benzinern und einem Diesel. Die V6- beziehungsweise V8-Ottomotoren mit 320 und 390 PS spielen trotz sportlicher Fahrwerte und kultiviertem Lauf in Europa eine untergeordnete Rolle, deutsche Kunden entscheiden sich zu über 80 Prozent für den 238 PS starken Diesel.

Der bei Leistungsabfrage etwas grummelig klingende und rau laufende Selbstzünder wird dem feinen Premium-Anspruch von Infiniti nicht ganz gerecht. Mit 8,3 Sekunden für den Sprint und 212 km/h Top-Speed sind die Fahrleistungen ordentlich, aber nicht herausragend. Der Vergleich drängt sich etwa mit dem Porsche Cayenne Diesel auf, dessen Triebwerk nahezu flüsterleise ist und zudem leicht bessere Fahrleistungen ermöglicht. Trotz der spürbar höheren Agilität konsumiert der Cayenne nach Herstellerangabe 1,6 Liter weniger Sprit als der FX30d, den Infiniti mit neun Litern angibt.

Handliches Schwergewicht

Erster Test Infiniti FX30d GT FaceliftPraktisch wird man im Fall des FX30d meist mit zweistelligen Verbrauchswerten leben müssen, denn das Dickschiff verführt selbst mit Diesel zu einer sportlichen Gangart. Dem flotten Kurvenstich zeigt sich der Allradler bereits in seiner von uns gefahrenen GT-Version sehr aufgeschlossen. Eine fein dosierbare und angenehm verhärtende Lenkung und der kleine Lenkrad-Durchmesser vermitteln eine Sportwagen-artige Direktheit und Handlichkeit. Eine geringe Wankneigung, eine bedarfsgerechte Kraftverteilung zwischen den Achsen und die großdimensionierten Bremsen sind Zutaten für gehobene Dynamikfreuden, trotz der gut 2,2 Tonnen Fahrgewicht.

Allerdings kommt dem Fahrer im FX das Gespür für die hohe Kurvengeschwindigkeit etwas abhanden und erfährt man erst durch die wild blinkende ESP-Leuchte, dass der Schleuderschutz bereits vielbeschäftigt ist. Übertreibt man es in engen Radien mit der Geschwindigkeit, kann der Wagen sogar über alle vier Räder schieben und wird trotz aller Fahrhilfen spätestens dann spürbar, dass es sich um ein hoch bauendes Schwergewicht handelt.

Gutes Standardfahrwerk

Erster Test Infiniti FX30d GT FaceliftErstaunlich gut filtert dabei der straffe Unterbau trotz der Spurrillen-sensiblen 20-Zöller Unebenheiten weg. Wer es härter braucht, sollte zum sportlicheren S greifen, dessen Fahrwerk mit Allradlenkung und elektronischer Dämpferregelung gepaart mit 21-Zoll-Rädern ein noch schärferes Dynamik-Setup bietet, das aber mit Abstrichen beim Komfort einhergeht. Für den Autoalltag empfiehlt sich klar der FX GT mit Standardfahrwerk, der zudem einige tausend Euro günstiger ist.

Als Langstrecken-Gleiter eignen sich beide Versionen vorzüglich. Der FX bietet zumindest vorne viel Platz, die Sport-Ledersitze sind sehr bequem, die Windgeräusche gering. Darüber hinaus gibt es viele serienmäßige Nettigkeiten wie Lichtautomatik, Regensensor, automatisch abblendender Innenspiegel, Tempomat, Klimaautomatik, Glasschiebedach, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, elektrische Sitzverstellung oder Bluetooth-Freisprechanlage - um nur einige Serienschmankerl zu nennen. Für GT- und S-Version kann man noch ein Premium-Paket ordern, das zusätzlich Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Super-Navi und Bose-Sound umfasst.

Tribut ans Design

So schick und fein der Infiniti sich auch präsentiert, das Premium-Niveau deutscher Mitbewerber kann der FX-Innenraum in einigen Details nicht ganz erreichen. Ernüchternd ist auch die Raumausbeute hinten, angesichts der Fahrzeuggröße bietet der Fond nur mäßige Kniefreiheit und der Kofferraum schluckt bescheidene 410 bis 1.305 Liter. Der schicken Coupéform mit langer Schnauze und abfallender Dachlinie fiel Nutzwert zum Opfer.

Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis

Erster Test Infiniti FX30d GT FaceliftDoch der schicke Infiniti-SUV bietet im Gegenzug preislich deutliche Vorteile. Der FX30d GT kostet in der Basis 57.300 Euro, der FX30d S 59.950 Euro. Für das attraktive Premium-Paket werden jeweils weitere 5.700 Euro fällig.

Interessant ist der Preisvergleich mit dem bereits erwähnten Cayenne Diesel. Beim Porsche kostet die Basis zwar rund 2.000 Euro weniger als der FX30d GT Premium. Will man den Porsche allerdings auf das Ausstattungsniveau des GT Premium hieven, kann einem die Lust vergehen: Klickt man sich beim Online-Konfigurator zunächst den Mausfinger wund, kommt man auf einen Preis, der rund 20.000 Euro über dem des FX Diesel liegt.

 
Fazit
Erster Test Infiniti FX30d GT Facelift

Mario Hommen

Facelift hin oder her, optisch bleibt der Infiniti FX eine wirklich spannende Erscheinung: unverändert nobel, sportlich und exotisch. Unter der tollen Optik leidet allerdings die Alltagstauglichkeit leicht.

Sein V6-Diesel ist ein wuchtiger Vortrieb, der das handliche Schwergewicht auf ein gehobenes Dynamikniveau treibt, doch kann der Selbstzünder bei Effizienz und Laufkultur nicht mit vergleichbaren Dieselantrieben deutscher Premium-SUV-Modelle mithalten.

Das größte Argument für einen Infiniti FX ist allerdings sein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, voll ausgestattet sind die Vorteile im Vergleich zu den deutschen Premium-Wettbewerbern enorm.
 
 

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