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Galerie: Erster Test Infiniti FX30d S

Erster Test: Infiniti FX30d S

Diesel-F(i)X

28.06.2010

So wirklich mitbekommen haben wohl nur wenige, dass in 2009 mit Infiniti eine spannende Premium-Marke in Deutschland angetreten ist. Für die bald schon sechs Modelle der Nissan-Tochter, zu EX, FX und den drei G-Varianten gesellt sich im Herbst noch die M-Baureihe, standen bislang ausschließlich zwei Benziner mit 320 (V6) beziehungsweise 390 PS (V8) zur Wahl. Jetzt kommt der für Europa so wichtige Diesel und könnte manchen deutschen Autofahrer mit dem Infiniti-Virus infizieren, wie wir in einem ersten Test mit dem FX30d bereits erfahren durften.

Obwohl nicht mehr ganz neu, genießt der SUVartige FX immer noch Exotenstatus und kann viel Aufmerksamkeit generieren. Zumindest auf unserer Testroute in der Region um Barcelona übte sich der in den USA recht alltägliche Infiniti noch als Halsverdreher. Seine ausladenden Rundungen, seine coupéhafte Optik, die gewaltigen 21-Zöller der Sport-Version S – der FX will so gar nicht graue Maus sein.

Die betont dynamische Optik ist übrigens nicht nur Schein, der FX gehört auch fahrtechnisch zu den handlichsten und fahraktivsten Vertretern hochbeiniger Allradriesen. Zusammen mit den starken Benzinmotoren kann diese sportive Auslegung besonders überzeugen. Der neue Diesel verpasst dem Dynamik-Ansinnen allerdings einen leichten Dämpfer.

Stark, doch nicht überragend

Galerie: Erster Test Infiniti FX30d SDas Drei-Liter-V6-Aggregat stammt vom Allianz-Partner Renault und wurde mit der Sieben-Gang-Automatik aus dem Nissan-Konzern gepaart, die unter anderem im 370Z zum Einsatz kommt und die immerhin 238 PS und ab 1.750 U/min anliegenden 550 Newtonmeter Drehmoment an alle vier Räder verteilt. Abgesehen von einer kurzen Gedenksekunde beschert der Antrieb einen kräftigen Schub ohne Traktionsverluste. 8,3 Sekunden soll der Standardsprint dauern, die Höchstgeschwindigkeit bei 212 km/h liegen. Fraglos ordentliche Werte, doch im Vergleich zur etwa gleich teuren Benzinversion FX37 eben etwas ernüchternd. Denn mit dem V6-Otto sprintet der FX in 6,8 Sekunden und wird über 230 km/h schnell.

Zudem ist der Benzinmotor seidiger und bietet einen emotionaleren Klang. Der Diesel ist zwar durchaus kultiviert, klingt allerdings bei Leistungsabfrage etwas grummelig und kaum nach Sportwagen. Die etwas raue Laufkultur wird dem feinen Premium-Anspruch von Infiniti nicht ganz gerecht. Der Vergleich drängt sich etwa mit dem neuen Porsche Cayenne Diesel auf, dessen Triebwerk nahezu flüsterleise ist und zudem noch leicht bessere Fahrleistungen ermöglich. Und trotz der spürbar höheren Agilität konsumiert der Cayenne nach Herstellerangabe 1,6 Liter weniger Sprit als der FX30d, den Infiniti mit neun Litern angibt. Bei ruhiger Fahrt haben wir laut Bordcomputer genau diesen Wert erreicht und erst bei ambitionierter Kurvengaudi gut zwei Liter Express-Aufschlag provoziert.

Wieselflink

Galerie: Erster Test Infiniti FX30d SUnd zu diesem Express-Zuschlag verführt der FX gerne. Für den flotten Kurvenstich  ist der Allradler vor allem in seiner von uns gefahrenen S-Version mit Sportfahrwerk und Allradlenkung überaus willig. Zugegeben: Mit den Spurrillen-sensiblen 21-Zöllern muss man Abstriche beim Komfort hinnehmen. Verkehrsberuhigungs-Schweller fährt man besser sanft an und tiefen Schlaglöchern weicht man gerne aus. Dafür hetzt man um Biegungen umso enthemmter. Eine fein dosierbare, angenehm sportlich verhärtende Lenkung und der relativ kleine Lenkrad-Durchmesser vermitteln bereits eine Sportwagen-artige Direktheit und Handlichkeit. Geht es um enge Kurven, hilft zudem die beim S serienmäßige aktive Hinterradlenkung RAS dem Wagen, noch schärfer ums Eck zu fegen. Eine geringe Wankneigung, die großdimensionierten Bremsen und das adaptive Dämpfersystem befördern zusätzlich die ausgeprägten Querdynamikfreuden.

Allerdings kommt dem Fahrer im FX das Gespür für die eigentlich hohe Kurvengeschwindigkeit etwas abhanden und erfährt man erst durch die wild blinkende ESP-Leuchte, dass der Schleuderschutz bereits vielbeschäftigt ist. Übertreibt man es in engen Radien mit der Geschwindigkeit, schiebt der Wagen etwas ungestüm über alle vier Räder und kann dann trotz aller Fahrhilfen nicht mehr kaschieren, dass es sich um ein über zwei Tonnen schweres und hoch bauendes Fahrzeug handelt.

Viel Auto fürs Geld

Galerie: Erster Test Infiniti FX30d SMan kann es aber auch wesentlich ruhiger im FX angehen. Grundsätzlich prädestinierter ist hierfür die GT-Version, die mit Standardfahrwerk und auf 20-Zoll-Rädern eine etwas komfortablere Auslegung bietet. Als Langstrecken-Gleiter eignen sich beide Versionen vorzüglich. Der FX bietet viel Platz vorne und hinten, die Sport-Ledersitze sind sehr bequem, die Windgeräusche gering. Und darüber hinaus gibt es bereits viele serienmäßige Nettigkeiten wie Lichtautomatik, Regensensor, automatisch abblendender Innenspiegel, Tempomat, Klimaautomatik, Glasschiebedach, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, elektrische Sitzverstellung oder Bluetooth-Freisprechanlage - um nur einige Serienschmankerl zu nennen.

Für GT- und S-Version kann man noch ein Premium-Paket ordern, das zusätzlich Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Super-Navi und Bose-Sound umfasst. Der FX30d GT kostet in der Basis 56.000 Euro, der FX30d S 58.500 Euro. Für das attraktive Premium-Paket werden jeweils weitere 5.700 Euro fällig.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Infiniti FX30d
Ausstattungsvariante   S
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.865/ 1.925 / 1.680
Radstand (mm)   2.885
Wendekreis (m)   11,2
Leergewicht (kg)   2.150
Kofferraum (Liter)   410 - 1.305
Bereifung Testwagen   265/45 R21
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   2.993 / V6
Leistung kW (PS)   175 (238)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   550 / 1.750
Antriebsart   permanenter Allrad
Getriebeart   7-Gang-Automatik
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   9
CO2-Emissionen (g/km)   238
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   8,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   212
Preise    
ab (Euro)   58.500
Empfohlene Extras   Das Premium-Paket für 5.700 Euro macht die Sache erst richtig rund.
 
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Interessant ist der Preisvergleich mit dem neuen Porsche Cayenne Diesel, der einen sehr ähnlichen Antrieb bietet und ebenso zu den fahraktiven SUVs zählt. Beim Cayenne kostet die Basis nur gut 2.000 Euro weniger als der FX30d GT Premium. Will man den Porsche allerdings auf das Ausstattungsniveau des GT Premium hieven, könnte einem die Lust vergehen, denn dann wird man sich beim Online-Konfigurator zunächst den Mausfinger wund klicken und käme auf einen Preis, der rund 20.000 Euro über dem des FX Diesel liegt.

Fazit

Der Infiniti FX gehört zu den expressiven und besonders sehenswerten Vertretern der SUV-Szene. Für den deutschen Markt bietet er nun auch einen attraktiven Dieselmotor, der selbst gehobenen Erwartungen an ein starkes Premium-Fahrzeug gerecht werden dürfte. Im Vergleich zum neuen Porsche Cayenne Diesel ist der V6-Selbstzünder allerdings etwas träge, etwas lauter und etwas durstiger. Dafür bietet der Infiniti FX auch als Diesel einen enormen Preisvorteil gegenüber der deutschen Premium-Konkurrenz und das bei dennoch hohem Luxus-, Technik- und Agilitäts-Niveau.

Galerie: Erster Test Infiniti FX30d S

 
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