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Galerie: Erster Test Infiniti G37 Coupé

Erster Test: Infiniti G37 Coupé

BMW-Killer?

05.11.2008

Mit 320 PS Leistung, blitzsauberem Handling und astreiner Verarbeitung will das Infiniti Coupé im Revier von BMW 335i Coupé und Audi S5 wildern – allerdings erst ab Herbst 2009. Wir konnten uns bereits jetzt von den Talenten des schnellen Edel-Japaners überzeugen.

Infiniti, die japanische Automarke mit US-amerikanischen Wurzeln, wird seit kurzem auch in West-Europa verkauft. Deutschland ist allerdings erst in Bälde dran, ein Grund für den Spätstart sind die fehlenden Händler. Lediglich sechs soll es zur Markeneinführung geben, doch selbst die finden sich nicht so ohne weiteres.

Exklusiver Service

Galerie: Erster Test Infiniti G37 CoupéDie Kunden der Edelmarke soll das nicht tangieren, denn sie dürfen einen fürstlichen Service erwarten. Versprochen werden beispielsweise ein Hol- und Bring-Service zur Werkstatt im Umkreis von 250 Kilometern und eine Abschleppgarantie. Und die greift selbst dann, wenn der Infiniti-Kunde gerade mit einem Fremdfabrikat unterwegs ist – kostenfrei, versteht sich.

Aber zurück zum G37S, wie die sportlichste Version des Infiniti-Coupés heißt. Wirklich drahtig sieht er dennoch nicht aus, eher ganz harmlos, vielleicht sogar elegant aber in jedem Fall nicht so, als wolle er die Umwelt verstören. Dabei kann genau das passieren, wenn der Start-Knopf gedrückt wurde. Das G37 Coupé wird es übrigens schon ab rund 42.000 Euro geben. Als Option stehen der GT (plus 2.000 Euro) und der S (nochmals plus 2.000 Euro) bereit. GT ist die eher solide Version, S die – wie soll es anders sein – sportliche. Zum Vergleich: Ein BMW 335i Coupé kostet mit ähnlicher Ausstattung rund 52.000 und ein S5 gar 60.000 Euro.

Galerie: Erster Test Infiniti G37 CoupéDer S hat als Besonderheiten eine aktive Allradlenkung mit an Bord, die das Handling des ohnehin schon flinken Japaners spürbar forciert. Ein Visko-Sperrdifferenzial stellt zudem sicher, das sich die Drifteinlagen nicht einseitig in Rauch auflösen. Und driften ist – nach dem Deaktivieren des ESP –  im G37S Coupé eine Pracht. So zielgenau arbeitet die Lenkung, so exakt lässt sich das Gas dosieren und so feinnervig meldet das Fahrwerk, was Stand der Dinge ist – die Verschmelzung von Fahrer und Automobil zu einer Einheit ist gelungen. Gleichzeitig überrascht der S trotz 19-Zoll-Misch-Bereifung (225er vorne, 245er hinten) mit adäquatem Langstreckenkomfort. Mit verantwortlich für den gebotenen Komfort sind neben der exzellenten Fahrwerksabstimmung auch die superben Sportsitze, die es nur für den S gibt. Ähnlich wie bei BMWs Sportgestühl lassen sich die Sitzflächen verlängern, die Seitenwangen verengen oder weiten und auch sonst allerhand justieren. So soll ein sportlicher Arbeitsplatz aussehen.

Perfekte Ergänzung

Galerie: Erster Test Infiniti G37 CoupéAls ideale Ergänzung zum Drumherum erweist sich der V6-Motor mit herzerweichender Klangkomposition. Der indirekt einspritzende Sauger leistet in allen Infiniti-Modellen seinen Dienst ab und bietet im Coupé die beste Performance. Er mobilisiert seine 320 PS Leistung aus 3,7-Liter-Hubraum und produziert, sozusagen als Abfallprodukt, 360 Newtonmeter Drehmoment. Das wird jedoch nur beim entspannten Cruisen benötigt. Wer nämlich das Coupé artgerecht bewegt, hält sich vornehmlich im oberen Drehzahlbereich auf. Erst kurz vor 8.000 Touren beendet der Begrenzer die Orgie.

Freilich ist diese Gangart nicht förderlich, wenn es um den Spritverbrauch geht. Aber: Wer sparen will, kauft sich kein Sport-Coupé. Und übrigens: Unter neun Liter sind auch mit dem Ballermann zu machen – wie bei uns geschehen auf rund 100 Kilometer französischer Landstraße und Autobahn mit maximal 130 km/h – noch Fragen?

Galerie: Erster Test Infiniti G37 CoupéLaut Hersteller schafft das mit einem sehr sauber und kurz schaltbaren Sechsgang-Getriebe ausstaffierte Coupé den Sprint bis Tempo 100 in 5,8 Sekunden. Zweifel? Keine. Wer lieber auf Automatik setzt, kann alternativ das Siebengang-Pendant wählen. Mehr Komfort, ein Ticken weniger Spaß und ähnliche Fahrleistungen sind die „Strafe“. Dafür verrichten nur beim S mächtige 355-Millimeter-Scheibenbremsen vorne ihren Dienst, hinten tun das 350er-Pendants, deren Druckpunkt aber definierter ausfallen könnte.

An Platz mangelt’s

Galerie: Erster Test Infiniti G37 CoupéDrücken tut es auch im Innenraum. Ist das Platzangebot in der ersten Reihe noch prima, wird es hinten mickrig. Ähnlich wie im Audi TT befinden sich die Köpfe der Fondgäste an der Heckscheibe. Erst unter 1,70 Meter Körperlänge dürfte es passen. In den Kofferraum gehen 275 Liter rein. Variabilität ist nicht vorgesehen. Aber wer Platz braucht, greift lieber zur G37 Limousine, die steht nämlich mit ähnlicher Fahrdynamik auch schon in den Startlöchern und ist zudem rund 2.000 Euro günstiger.

An der Verarbeitung gibt es, wie schon beim EX37, nichts zu kritteln. Alles passt, sieht sauber aus, fasst sich angenehm an und ist dem Preis angemessen. Allerdings ist das, was nach Aluminium aussieht, kein Leichtmetall. Dieser Punkt verdient doch ein bisserl Kritik. Der Funktionalität des Gesamtsystems tut das keinen Abbruch. Dass es auf der Fahrerseite keine Easy-Entry-Funktion gibt, ist aus oben besagtem Grund zu verschmerzen – Limousine ist ja vorhanden.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Infiniti G37 Coupé
Ausstattungsvariante   "S"
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.660 / 1.820 / 1.400
Radstand (mm)   2.850
Wendekreis (m)   11,7
Leergewicht (kg)   1.700
Kofferraum (Liter)   275
Bereifung Testwagen   225/45 R19 vorne; 245/40 R19 hinten - Bridgestone Potenza RE 050A
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   3.696 / 6, V
Leistung (PS)   320
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   360 / 5.200
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   6-Gang-Handschalter
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   10,5
CO2-Emissionen (g/km)   249
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   5,8
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250
Preise    
ab (Euro)   zirka 47.000 Euro
Empfehlenswerte Extras   keine
 
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Als Besonderheit kann auch das Coupé den neuartigen Anti-Kratz-Lack aufweisen. Durch eine sehr elastische Spezialbeschichtung verschwinden Kratzer durch die Hitzeeinwirkung der Sonne. Bi-Xenonlicht, Bluetooth-Freisprecher, schlüsselloses Zugang- und Motorstart-System sowie ein Glasschiebedach sind stets Standard.

Fazit

eVote

 

Das Infiniti G37S Coupé ist eine Spaßmaschine vor dem Herrn. Das Fahrwerk gehört mit zum Besten was man derzeit ab Werk bekommt. Das Schaltgetriebe ist exzellent, der V6 Saugmotor passt hervorragend. Wenn Coupé, dann bitte den S, der wird in Zukunft auch den beiden Bayern gehörig einheizen.

Negativ fällt auf, dass nichts wirklich negativ auffällt. Das Platzproblem ist bei diesem Fahrzeug keins. Ach ja, da ist doch ein Negativpunkt: Die Einführung dauert noch fast ein Jahr und die Verbreitung wird aller Voraussicht nach extrem sparsam ausfallen.

Galerie: Erster Test Infiniti G37 Coupé

 
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