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Galerie: Erster Test Jaguar XKR Facelift

Erster Test: Jaguar XKR Facelift

Willkommen im Club

13.03.2009

Der 500-PS-Club hat ein neues Mitglied: Zu den Supersportwagen vom Schlage einer Corvette ZR1 oder Dodge Viper, Porsche GT2 und Audi R8, BMW M6 und Mercedes CLK 63 AMG gesellt sich ein Brite, der bisher eher als Boulevard-Cruiser punktete: Der sehr deutlich überarbeitete und mit nagelneuem V8-Kompressor bestückte Jaguar XKR. Doch 510 PS stehen vor jedem Test erstmal nur auf dem Papier. Auf der Rennstrecke brennen wir sie nachdrücklich in den Asphalt.

Sevilla hat neben starken Stieren und schönem Wetter auch eine neue Rennstrecke zu bieten. Von der FIA zertifiziert und in bis zu 26 Kombinationen zerlegbar bietet sie das angemessene Testumfeld um einem XKR die Sporen zu geben, wie es ihn sportlicher noch nicht gegeben hat. Der überarbeitete Innenraum des noblen Insulaners ist trotz seiner gelungenen Umsetzung reine Nebensache: Sperrdifferenzial und adaptive Dämpfer, vergrößerte Bremsen und ein völlig neu entwickelter fünf-Liter Kompressor Motor stehen auf dem Programm.

Galerie: Erster Test Jaguar XKR FaceliftTeststrecke

Die Strecke heißt Monteblanco und bietet dem geneigten Rennfahrerherz neben schnellen Wechselkurven und blinden dritte-Gang-Kurven auch eine der längsten Start-Ziel-Geraden, die den neuen Briten-Sportler von Vmax bis in den zweiten Gang hinunter bremsen.

Es stellt sich schnell heraus, dass die meisten Fahrer eher ihr Limit erreichen werden als das Auto. Überaus kompakt fühlt sich der gut 1,7 Tonnen schwere Sportwagen an, was nicht zuletzt an den deutlich konturierten Sitzen liegt, die nun auch über eine Sitzwangeneinstellung verfügen. Sitzposition und Lenkrad sind schnell optimal positioniert, unnötige Verbraucher wie Klimaanlage oder Sitzbelüftung (Radio auch – machen Sie Witze?) schnell deaktiviert. Die nochmals überarbeitete Sechs-Gang Automatik von ZF wird über die am Galerie: Erster Test Jaguar XKR FaceliftLenkrad positionierten Paddels gesteuert, die Fahrwerksabstimmung wird der Elektronik überlassen. Das ESP wird per Knopfdruck zur Nachlässigkeit verdammt und das Sportprogramm (welches unter anderem die Gasannahme und den Auspuffsound steuert) aktiviert.

Kurvenfreuden

Schon die erste Kurve lässt einen über die schlau programmierte Automatik freuen: Man kann sich voll auf den Brems- und  Einlenkpunkt konzentrieren, wenn man dem erfahrenen Copiloten vertraut und die notwendige Anzahl Gänge gleich beim Anbremsen herunterschaltet: Die passenden Gänge werden zum optimalen Zeitpunkt von ZF vorsortiert, am Einlenkpunkt liegt der richtige Gang an und man kümmert sich nunmehr ums Gas geben und hoch schalten. Was man dann auch gleich der Automatik überlassen könnte, doch ein wenig möchte man sich das Gefühle der Kontrolle ja behalten.Galerie: Erster Test Jaguar XKR Facelift

Schnelle Kurvenwechsel quittiert der XKR nicht mit Wanken, wie man es von seiner komfortablen Herkunft erwarten könnte. Die Bilstein-Dämpfer werden über ein gegenüber dem bisher schon gut ausbalancierten XKR nochmals verfeinertes Elektronikprogramm gesteuert. Sie kennen nun nicht nur „weich“ und „hart“ wie bisher, sondern regeln dazwischen bedarfsgerecht und stufenlos: bis zu 100 mal pro Sekunde werden Gier-, Nick- und Rollmomente des Aufbaus gemessen und die Dämpfer entsprechend nachjustiert. Die Radfederwege werden vom „adaptive dynamics“ genannten Systems sogar alle 0,002 Sekunden kontrolliert um alle Räder auch unter extremen Bedingungen am Boden zu halten.

Gripkontrolle

Galerie: Erster Test Jaguar XKR FaceliftDem Grip kommt dieses System ebenso zu Gute wie dem Komfort und der Agilität sowie der Fahrer-Kontrolle. Perfekt assistiert wird dieses Fahrwerk durch eine elektronisch gesteuerte, aktive Differentialsperre. Sie garantiert vor allem beim Herausbeschleunigen aus Kurven einerseits noch besseren Vortrieb. Hatte der Vorgänger noch mit einem entlasteten und damit leicht durchdrehenden inneren Antriebsrad zu kämpfen, leitet das Sperrdifferential nun die Antriebskraft dem kurvenäußeren Rad zu. Doch damit gelangt nicht nur mehr Power auf den Asphalt, vielmehr dreht sich der Hecktriebler noch in die Kurve hinein, was seine Agilität und Wendigkeit nochmals deutlich erhöht.

Auch die Bremsanlage und die Lenkung wurde für den Rennstreckeneinsatz optimiert – was die Jaguar-Leute jedoch gar nicht so gerne betonen. Immerhin soll der XKR kein Track-Car sein wie die eingangs erwähnte Meute. Dennoch soll sich der flotteste Jaguar auch in diesem Umfeld behaupten können und dazu ist eine direkte Lenkung ebenso unverzichtbar wie die schon gelobte Differentialsperre und die standfesten Bremsen.

Herzstück

Galerie: Erster Test Jaguar XKR FaceliftDer Motor ist ein Ausbund an Kraft und Drehfreude und harmoniert mit dem Automatikgetriebe wie dem Fahrwerk auf einem Niveau, das andere nicht erreichen. Nach einigen beherzten Runden auf der Rennstrecke wünscht man sich weder ein manuelles, noch ein Doppelkupplungs-Getriebe.

Der neu entwickelte fünf-Liter Motor gibt seine volle Kraft zwischen 6.000 und 6.500 Touren ab, unter sonorem Brüllen übrigens, da ihm das zuweilen nervige Kompressor-Geheule seines vier-Liter Vorgängers gänzlich abgeht. Die respektablen 625 Newtonmeter Drehmoment erreicht der bis über 6.500 Touren drehende V8 dabei schon bei niedrigen 2.500 Umdrehungen und fetzen den flachen Zweitürer in 4,8 Sekunden auf Tempo 100. Solche Basisdaten lassen dem Leistungsfetischisten das Wasser in die Augen steigen. Doch dabei bleibt der Spritkonsum auf dem Niveau des deutlich leistungsschwächeren Vorgängertriebwerks und kann die deutsche Konkurrenz deutlich unterbieten:

  • Jaguar XKR 12,3 l/100km (292g CO2/km), 510 PS, 4,8s
  • Mercedes SL 63 AMG 13,9l (330g), 525 PS, 4,6s
  • BMW M6 14,3l (342g), 507 PS, 4,6s

Fazit

Äußerlich hebt sich de neue XKR nur wenig vom bisherigen Modell ab. Vor allem die neu gestaltete Frontschürze und die Heckleuchten fallen wohltuend ins Auge. Die inneren Werte dagegen können nochmals mehr als schon bisher überzeugen. Das CATS-Fahrwerk des XK, wie auch seines sportlicheren Ablegers, galt schon bisher als der gelungenste Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort und muss in seiner aktuellen Ausbaustufe als Benchmark für die Konkurrenz gelten.

Bei den Fahrleistungen findet sich der Jaguar XKR jetzt auf Augenhöhe mit der etablierten deutschen Konkurrenz aus München und Stuttgart und kann diese sowohl bei der Leistungsentfaltung als auch den Verbrauchswerten deutlich auf die Plätze verweisen. Einem ersten Vergleichstest sehen wir mit Spannung entgegen.

Galerie: Erster Test Jaguar XKR Facelift

 
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