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Galerie: Erster Test Jaguar XKR-S

Erster Test: Jaguar XKR-S

Exzessiver Gentleman

24.06.2011

In vielen Schritten näherte sich Jaguar der 300km/h-Marke. Schon bei der Vorstellung des Jaguar XKR sprachen die Entwickler davon, dass das stärkste Jaguar Coupé natürlich 300 schaffen würde. Doch erst fünf Jahre später erlauben auch Fahrwerk, Bremsen, Reifen und Aerodynamik die Freigabe. Jetzt passt alles zusammen.

Und wie.

XKR-S: dieses Kürzel werden Jaguar Fans nennen, wenn sie vom schnellsten, stärksten, agilsten, lautesten und faszinierendsten Jaguar sprechen. Der Jaguar XKR-S macht optisch gar keinen Hehl daraus, dass er sich von den jetzt als zahm einzustufenden Geschwistern XK (385 PS) und XK/R (510 PS) deutlich distanziert. Das sind nicht nur die neuen und selbstbewusst bezeichneten Farben „Italien Red“ und „French Blue“ sowie das in der Optionsliste fehlende „British Racing Green“ sondern vor allem die aerodynamischen Maßnahmen.

Optik

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-SDie, sogar gegenüber dem gerade vorgestelltem Facelift neu gestaltete, Front mit Spoilerlippe und Aero-Stabilisatoren, die erweiterten Abluft-Kühlschlitze auf der Motorhaube und der endlich nicht mehr das Heck verhunzende Heckflügel geben dem Quickest-Jag-Ever den notwendigen Anpressdruck bei höchsten Geschwindigkeiten. Auch das Fahrwerk selbst blieb nicht ohne Modifikationen, der R-S liegt nochmals einen Zentimeter tiefer als der R, die Federraten sind aggressiver, die elektronisch geregelten Dämpfer nochmals weiter in Richtung Sport getrimmt, Vorderradaufhängung und Lenkung auf noch mehr Agilität und Direktheit gepusht.

Auch die weiteren elektronischen Regelsysteme wie ESP und Schlupfregelung wurden angepasst, doch sind es die zwei bisher den XKR auszeichnende technische Sahneteile, die dem XKR-S zu einem unglaublich vergnügsamen Sparringspartner auf der Rennstrecke machen: Das Hinterachs-Sperrdifferenzial und der Kompressor-V8.

Dynamik

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-SDer Fünf-Liter-Motor stellt nun 550 PS und 680 Newtonmeter Drehmoment bereit. Der Kompressor vereint dabei die jeweiligen Vorzüge von Saugmotor und Turbo: Ansprechverhalten und Drehmoment. Der Roots-Doppelkompressor liefert das Drehmoment zwischen 2.500 und 5.500 Umdrehungen pro Minute ab - womit sich die Frage nach einer noch moderneren Achtgang-Automatik erübrigt. Der XKR-S liefert seine Leistung über den bisher schon überzeugende Sechsgang-Automaten von ZF an die Hinterachse.

Doch mehr Leistung ist nicht automatisch in mehr Vortrieb umzuwandeln, weshalb die elektronisch gesteuerte Hinterachs-Differenzialsperre wie schon beim XKR zum Einsatz kommt. Für die höhere Leistung und das spontaner agierende Fahrwerk wurde die Elektronik nochmals verschärft, sodass die Sperre auch mit dem hohen Gripniveau der Pirelli P-Zero Bereifung hervorragend harmoniert. Sie leitet auch im Grenzbereich, beim Herausbeschleunigen aus der Kurve, noch etwas mehr Kraft an das kurvenäußere Rad, sodass nicht nur mehr Vortrieb auf die Straße gebracht wird, sondern der Wagen sich sogar noch in die Kurve hineindreht.

Haptik

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-SDabei kündigt sich der so nach oben verlagerte Grenzbereich geradezu höflich an und der geübte Fahrer möchte meist nur noch ohne ESP um die Kurven zirkeln. Im Dynamic-Modus ist es gegenüber dem XKR schon etwas großzügiger, doch wird die die Extra-Portion Schlupf auf der vorletzten Rille gerade auf dem Rundkurs immer gerne bestellt.

In der Kombination ergibt sich aus der umfassenden Optimierung ein erstaunlich gelungenes Gesamtpaket, das dem schon im XKR überzeugend gelungenen Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit tatsächlich die Krone aufsetzt. Denn bei all der erfrischenden Direktheit von Lenkung, Bremsen, Fahrwerk und Motor ist der Jaguar XKR-S auch ein gepflegter Begleiter auf dem Boulevard oder innerhalb eventueller Tempolimits.

Gentle as can be

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-SAbgesehen von der rohen Performance auf der Rennstrecke und dort wo die Polizei nicht guckt, gibt sich der XKR-S überraschend zivil. Bleiben die elektronischen Modifikationen unangetastet, ist sogar das V89-Bollern – unterhalb von 4.000 Touren – nur Hintergrundmusik. Abrollkomfort der 20-Zoll Pirellis (255er vorne, 295er hinten) ist noch vorhanden, das Fahrwerk gibt sich nicht so bocksteif, wie es sich auf der Piste anfühlt. Was bleibt, ist die Direktheit aller Manöver, doch die kann man auch betont gelassen angehen, der XKR-S stachelt einen nicht dauernd an. Das tun höchstens die anderen auf der Straße, die einem zu verstehen geben doch endlich überholt werden zu wollen, aber bitte recht laut...

Kohle und Konkurrenz

Nur für den Pfennigfuchser stellt sich die Frage, ob sich die Mehrinvestition von fast 24.000 Euro gegenüber dem bei 250 km/h abgeregelten XKR lohnt (nebenbei: Die Verbrauchswerte bleiben identlisch). Und wer etwas weniger deutlich das Potenzial seines Sportwagens zeigen möchte, hat mit verschiedenen Paketen (Black-, Speed und Dynamic-Pack) unter anderem die Option einen XKR auf 280 Sachen aufzumöbeln. Für den selbstbewussten Jaguar-Speedhead stellt sich die Erbsenzählerfrage nicht: Für ihn werden knapp 130.000 Euro angemessen sein, wenn er weiß, dass sein Wagen nur auf Bestellung gebaut wird.

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-SAutoquartett-Spieler werden natürlich wissen wollen, gegen wen der XKR-S eine Stich macht. Die Konkurrenz ist mit Porsche 911 GTS (408 PS, 304 km/h, 109.000 Euro), Audi R8 (522 PS, 316 km/h, 153.000 Euro) und Corvette Z06 (512 PS, 320 km/h, 90.000 Euro) weniger klein als vielfältig. Und nur zwei werden in Punkto Faszination gleichziehen können: Aston Martin V12 Vanquish (517 PS, 305 km/h, 170.000 Euro) und Mercedes SLS AMG (571 PS, 317 km/h, 170.000 Euro)

Fazit

Wer einen Gentleman-Racer sucht wird ihn im Jaguar XKR-S finden. Fahrwerksabstimmung, Optik, Leistung und Performance bilden ein außerordentlich gelungenes Gesamtpaket.

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-SDoch nicht genug damit, dass nun die siebte XK-Variante* zu haben ist: Es lässt sich vernehmen, dass Jaguar neben einem XKR-S Cabrio auch an einem XFR-S arbeitet. Angesichts der kommenden Konkurrenz durch BMW M5 und M6 erscheinen beide Entwicklungen nachgerade sinnvoll. Zu hoffen bleibt, dass die Limousine XFR-S auch den „Estate“ genannten Kombi zu Seite gestellt bekommt, der ist immerhin für den regulären XF bestätigt.

320 denkbar

Denkt man logisch weiter, müsste sich der XKR-S nochmals vom dann gleichstarken XFR-S distanzieren. Und Audi, Mercedes und Porsche bleiben in Sachen Topspeed noch einzuholen. Eine nochmals stärkere und rund 150 Kilo leichtere Lightweight Variante des XKR-S passt da wie die Faust aufs Auge - und Tempo 320 sollte drin sein.

* Neben XK und XKR zählen dazu Cabrio und Coupé, sowie die 280 km/h Option mit  Speed- oder Dynamic-Pack.

Galerie: Erster Test Jaguar XKR-S

 
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