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Galerie: Erster Test Jeep Cherokee

Erster Test: Jeep Cherokee

Der Wind und der Löwe

22.11.2007

Ein Film aus den Siebzigern nimmt das vor mir liegende Thema vorweg: Die Moderne in der marrokanischen Wüste. Oder auch: Frischer Wind bei Jeep, denn der neue Cherokee soll nicht nur besser, sondern auch glaubhafter als sein Vorgänger sein. Und den alteingesessenen Wüstenlöwen die Stirn bieten.

Er-Rachidia hat keine Sehenswürdigkeiten, der dreimal wöchentlich stattfindende Markt lockt höchstens die Einwohner der umliegenden Dörfer an. Nur selten verirren sich Touristen in diese karge Gegend. Doch die marokkanische Kleinstadt - idyllisch in einem Tal des Atlasgebirges gelegen - ist Ausgangspunkt unserer Wüstentour. Und unser Begleiter wartet schon: Am Vorfeld des kleinen Flugplatzes steht der neue Jeep Cherokee bereit.

Für die Wüste gemacht

Galerie: Erster Test Jeep CherokeeDer Neuauflage traut man allein optisch den Wüsteneinsatz deutlich eher zu, als dem Vorgänger. Hier stehen 4,49 Meter echter Jeep. Kantiges Design, ausgeprägte, trapezförmige Radkästen, steiler Kühlergrill - natürlich mit sieben Schlitzen - und senkrecht abfallendes Heck. Ein Novum stellt das „Sky Slider“-Faltdach dar. Das Verdeck aus acrylverstärktem Stoff erstreckt sich über einen Großteil des Dachs und lässt sich per Tastendruck komplett öffnen - sowohl von vorne nach hinten als auch umgekehrt.

Das robuste Auftreten setzt sich im Interieur fort, auch hier regieren gerade, unverspielte Linien. Die runden Lüftungsdüsen des Vorgängers mussten eckigen Öffnungen weichen, der Beifahrer findet oberhalb des Handschuhfachs Halt an einem Bügelgriff und die Mittelkonsole steht markentypisch senkrecht. Die Materialauswahl kann sich sehen und fühlen lassen, das Luxury Leather-Paket (Serie in der Version „Limited Exclusive“) adelt die komfortablen Sitze, den Handbremsgriff und den Schalthebel mit edlen Tierhäuten.

Komfort und Präzision

Galerie: Erster Test Jeep CherokeeSchon auf den ersten Metern ist zu spüren, dass sich der neue Cherokee mehr dem Komfort verschrieben hat als die aktuelle Version. Die weichere Abstimmung von Federn und Dämpfern entschärft Unebenheiten noch besser, sanft gleitet der Jeep über die keineswegs nach europäischem Standard geteerte Straße gen Süden. Das neue Fahrwerk mit Einzelradaufhängung an der Vorderachse sorgt in Kombination mit der überarbeiteten Lenkung für ausreichend Präzision und vermittelt dem Fahrer guten Kontakt zur Straße.

Im reinen Heckantrieb-Modus geht es vorbei an der mit zehn Millionen Palmen größten Oase der Welt, bis wir kurz darauf den asphaltierten Weg verlassen. Hier, wo auch die Rallye Paris-Dakar entlang führt, trennt sich die Spreu vom Weizen. Und hier muss sich der neue Allradantrieb Selec-Trac II unter Beweis stellen. Per Schalter wird der „4WD Auto“-Modus aktiviert, die 460 Newtonmeter des 2,8 Liter großen 130-PS-Diesel werden jetzt permanent an beide Achsen geleitet und je nach Bedarf zwischen diesen verteilt.

Auf steinigem Weg

Galerie: Erster Test Jeep CherokeeAuf Schotter- und Sandwegen arbeiten wir uns in die Sahara vor. Die in Deutschland serienmäßige Fünfgang-Automatik bietet die Möglichkeit zu manuellen Eingriffen, so lassen sich im unwegsamen Terrain ungewollte Gangwechsel vermeiden. Im dritten Gang schiebt uns der Selbstzünder mit Nachdruck voran und arbeitet dabei erfreulich leise. Auf Wunsch verfügt der neue Cherokee über eine Bergabfahrhilfe, die über Bremseingriffe und Motorbremse den Jeep auch steile Hänge sanft hinab gleiten lässt - ohne dass der Fahrer eingreifen muss.

Doch noch ist der Cherokee nicht am Ziel, die schwierigste Hürde steht im noch bevor. Der weiche, immer tiefer werdende Sand kündigt die großen Dünen an. Dort muss der Jeep hinauf - und natürlich auch wieder runter. Es wird Zeit, den Allradschalter auf „4WD low“ zu stellen: Das Verteilergetriebe wird gesperrt, die Kraft geht nun zu je fünfzig Prozent an Vorder- und Hinterachse. Außerdem wird so die 2,72-fache Untersetzung aktiv.

Kein Sand im Getriebe

Galerie: Erster Test Jeep CherokeeIm dritten Gang scheint der Cherokee förmlich durch den Sand zu schwimmen. Mit abgesenktem Reifendruck (wegen der breiteren Auftrittsfläche) und einer Motordrehzahl zwischen 2.500 und 3.000 Touren erklimmt der Jeep mit spielender Leichtigkeit die Dünen aus weichem Sand. Um kurz drauf wieder Anlauf zu nehmen für den nächsten Hügel. Der Allradantrieb arbeitet mit stoischer Gelassenheit, wir gleiten durch den heißen Sand als wäre es eine bestens geteerte Autobahn.

Langsam sinkt die Sonne hinter die hohen Sandberge, die Schatten des Jeeps werden länger. Wir befüllen die Serienreifen wieder mit dem ursprünglichen Luftdruck und treten den Rückweg an. Eine staubige Schotter-Sand-Piste bringt uns nach einiger Zeit wieder auf eine befestigte Straße, die uns zurück nach Er-Rachidia führt.

In Deutschland nur Diesel

Galerie: Erster Test Jeep CherokeeZeit, über Geld zu reden: In Deutschland wird der ab Frühjahr 2008 erhältliche Jeep Cherokee nur mit dem 2,8 Liter Diesel ausgeliefert, in der günstigsten Version „Sport“ mit manuellem Sechsgang-Getriebe kostet er 31.990 Euro.

Darüber rangiert die „Limited“-Version die serienmäßig mit Fünf-Gang-Automatik vom Band in Toledo läuft. Kostenpunkt: 35.490 Euro. Wer noch mal 3.000 Euro mehr investiert bekommt den „Limited Exclusive“ der neben dem schicken Luxury Leather Paket fast alle erdenklichen Komfortextras serienmäßig an Bord hat.

Fazit

Das mit den alteingesessenen Wüstenlöwen ist im vorliegenden Falle so eine Sache. Die sind schon alle weg und der neue Wirbelwind aus dem Hause Jeep hat keine echte Konkurrenz. Technisch ebenbürtige Geländewagen sind größer und teurer, der einzige Wettbewerber in seinem Segment ist der Land Rover Freelander. Und dem fehlt die Geländeuntersetzung. Ob diese von Nöten ist, ist eine andere Frage: Die meisten Artgenossen des Cherokee werden wahrscheinlich nie in den Genuss des heißen Sandes unter den Rädern kommen. Schade eigentlich.

 
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