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Galerie: Erster Test Jeep Compass

Erster Test: Jeep Compass

Immer und überall

29.08.2006

Die Modelloffensive beim Chrysler-Konzern geht ungebrochen weiter: Nach dem Dodge Caliber, den SRT-Varianten für den Chrysler 300C und den Jeep Grand Cherokee sowie dem ebenfalls dieses Jahr vorgestellten Commander folgt nun der Jeep Compass. Mit modernerem Design und hochwertiger Allradtechnik konkurriert er im Segment der kompakten SUVs. Der Anspruch ist hoch: Er soll das Auto für immer und überall sein.

Die Gegner des Compass sind schnell ausgemacht - und wahrlich keine Leichtgewichte: Toyota RAV4, Honda CR-V und Hyundai Tuscon stehen hoch in der Gunst der Käufer, das Segment boomt anhaltend. Für gewöhnlich gibt es zwei Wege, um mit Erfolg in einem gut aufgestellten Markt einzufallen. Besser oder günstiger sein als die Konkurrenz. Anders bei Jeep: Um auf Nummer sicher zu gehen, soll der Compass besser und günstiger sein.

Galerie: Erster Test Jeep CompassDie Sache mit dem Preis ist leicht: Der Compass startet bei 23.990 Euro und kostet damit leistungs- sowie ausstattungsbereinigt tatsächlich weniger als die Pendants von Toyota, Honda und Hyundai. Denn bereits das Basismodell hat einen 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 170 PS unter der Haube, serienmäßig einen permanenten Allradantrieb und eine gute Ausstattung (umfangreiches Sicherheitspaket, CD-Radio, Nebelleuchten und 17-Zoll-Räder). Dazu gibt es das traditionelle Rundumsorglos-Paket, das vier Jahre lang sämtliche Reparatur-, Service- und Instandhaltungskosten inklusive Verschleißteile enthält.

Eigenwillig,…

Galerie: Erster Test Jeep CompassDie Panzerspähwagen-Optik ist Geschmackssache, doch zumindest trägt der Compass eindeutige Jeep-Züge. Typisch sind der Grill mit den sieben Lüftungsschlitzen, die runden Scheinwerfer und die trapezförmigen Radhäuser. Die Heckansicht dagegen ist austauschbar, hier ein paar Anleihen vom Porsche-Cayenne, da ein bisschen Korea-Style.

Ernüchterung ruft der Blick in den Innenraum hervor. Billiges Hartplastik dominiert das Interieur und macht es einem schwer, sich heimelig zu fühlen. Schade, denn die Funktionalität ist gut.

…aber praktisch

Galerie: Erster Test Jeep CompassÜberhaupt ist der Compass ein konsequent praktisches Auto geworden. Er bietet vorne wie hinten viel Platz, einen passablen Kofferraum (334 - 1.277 Liter) und viele einfache, aber durchdachte Lösungen. Zum Umklappen der teilbaren Rückbank etwa muss lediglich an einer Schlaufe gezogen werden. Die Beifahrerlehne kann komplett flach gelegt werden. Der Ladeboden ist eben und mit einer herausnehmbaren sowie abwaschbaren Matte ausgelegt. Witziges Feature: Die Deckenleuchte im Kofferraum lässt sich abnehmen und als Taschenlampe nutzen. Auf Wunsch gibt es dann noch eine Soundanlage mit Boxen in der Heckklappe, die sich nach außen schwenken lassen: Partybeschallung fürs Picknick garantiert.

Die Plattform teilt sich der Jeep Compass mit dem Dodge Caliber. Doch das SUV fährt sich deutlich sportlicher als der ultrakomfortable Kompaktwagen. Die straffe, nicht überharte Fahrwerksabstimmung des Compass und die genaue Lenkung fördern den Fahrspaß nachhaltig. Einen wichtigen Beitrag zu den guten Handlingeigenschaften leistet der neu entwickelte, serienmäßige permanente Allradantrieb. „Freedom Drive I“ schimpft sich das System. Im Normalfall fährt der Compass spritsparend als Fronttriebler, bei Bedarf schaltet sich die Hinterachse automatisch zu. Die elektronische Kupplung ist mit den Fahrassistenzsystemen ESP und ABS vernetzt.

Mit Sperrfunktion

Galerie: Erster Test Jeep CompassFür heftigeres Gelände lässt sich das Zentraldifferenzial manuell sperren. Dann werden bis zu 60 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse geleitet. Beeindruckend, wie locker sich der Compass auch durch fieses Terrain wühlt. Unser Offroad-Ausflug führte über schlammige, tieffurchige Waldwege mit Wasserdurchfahrten, die Otto-Normal-Verbraucher wohl nicht einmal mit einem Wrangler wagen würde.

Ausreichend Kraft hat der 2,4-Liter-Vierzylinder, der wahlweise mit einem sauber zu schaltenden manuellen 5-Ganggetriebe oder einer stufenlosen Automatik zu haben ist. Doch vor allem auf der Straße erwartet man von 170 PS etwas mehr Vorwärtsdrang. Besonders kultiviert läuft der neu entwickelte Chrysler-Weltmotor ebenfalls nicht.

Galerie: Erster Test Jeep CompassErst nächstes Jahr ist als Alternative der aus dem Caliber bekannte 140-PS-Turbodieselmotor erhältlich. Obwohl Jeep das Selbstzündermodell CRD nennt, handelt es sich nicht um einen Common-Rail-Diesel, sondern um den von VW stammenden Pumpe-Düse-TDI.

Fazit

Wenn man es dem Compass auch nicht auf den ersten Blick ansieht, er ist ein echter Jeep: Mit für ein SUV sehr guten Off-Road-Eigenschaften gesegnet, praktisch, durchdacht und irgendwie cool. Auch On-Road überzeugt er mit agilem Handling, ausreichend kräftigen Motoren und einer kompletten Sicherheitsausstattung.

Das große Manko am kleinen Jeep ist die sehr billig anmutende Hartplastik-Wüste im Innenraum. Erfolg wird der Compass trotzdem haben, dafür dürfte schon das hervorragende Preis/Leistungsverhältnis sorgen.

 
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