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Galerie: Erster Test Jeep Grand Cherokee Facelift

Erster Test: Jeep Grand Cherokee Facelift

Auf dem Weg

25.06.2013

Der Jeep Grand Cherokee ist auf dem Weg auf den Weg. Und zwar auf den befestigten. War der Geländewagen einst Symbol für uneingeschränkte Offroadfähigkeit, passt er sich heute zusehends mehr der Klientel an. Und die fährt weiterhin nicht über Stock und Stein, sondern über Bordkanten und schlafende Polizisten. Die Lizenz fürs harte Gelände hat der Ami trotzdem noch.

Aus dem kantigen, groben Geländewagen ist mit dem jüngsten Facelift ein rundgelutschtes SUV geworden, das sich eindeutig mehr dem Design und den geteerten Straßen verschrieben hat, als dem unwegsamen Gelände. Eine Entwicklung, die man den Verantwortlichen nicht vorwerfen kann, schließlich wohnen die potentiellen Käufer heute nicht mehr auf einer abgelegenen Ranch, sondern im 37. Stock eines New Yorker Wolkenkratzers oder einer schicken Altbauwohnung im Münchner Lehel.

Modernes Design

Galerie: Erster Test Jeep Grand Cherokee FaceliftGenau dorthin hat sich der Grand Cherokee auf den Weg gemacht und beweist mit deutlich geschärften Scheinwerfern inklusive LED-Tagfahrlicht, einem überarbeiteten Frontgrill und einer neuen Heckklappe mehr Stil als bisher; den Arbeiter-Overall hat er nun endgültig gegen einen straff sitzenden Designer-Anzug getauscht, den man nur noch ungern schmutzig machen will.

Möglich wäre das freilich weiterhin, denn an Offroad-Fähigkeiten hat der Jeep mit dem Facelift nichts eingebüßt. Doch mit dem Drehschalter für den Allradantrieb und den Tasten für das sperrbare Mitteldifferenzial oder die Geländeuntersetzung werden nur die wenigsten Fahrer jemals spielen; sie werden die Kraftverteilung allein der Elektronik überlassen und sich an bester Traktion auf dem Asphalt und mehr Sicherheit in flotten Kurven erfreuen.

Neue Automatik

Galerie: Erster Test Jeep Grand Cherokee FaceliftKaufentscheidender als das Offroad-Potenzial dürfte für viele die neue Achtgang-Automatik sein, die nun serienmäßig bei allen Motorisierungen an Bord ist und den alten Fünfgang-Automaten aus dem Hause Daimler endgültig außer Dienst stellt. Während der V6- und V8-Benziner (266 und 352 PS) in Deutschland kaum eine Rolle spielen und Käufer des 468 PS starken SRT8 wahrscheinlich weniger aufs Budget schauen, sind es vor allem die beiden Diesel, die von der neuen Getriebe-Generation profitieren.

Denn der Drei-Liter-V6-Diesel braucht sowohl in der 190 PS starken Basisausführung als auch in der etwas potenteren 250-PS-Version nunmehr nur noch 7,5 Liter Treibstoff pro 100 Kilometer; früher waren es 8,3. In der Praxis waren es bisher zehn bis zwölf Liter, fortan ist ein einstelliger Alltagsverbrauch realistisch.

Starker Antritt

Galerie: Erster Test Jeep Grand Cherokee FaceliftDas neue Getriebe wirkt sich allerdings nicht nur positiv auf den Verbrauch aus, sondern auch auf den Komfort. Schnell und Sanft jongliert das System, das über eine Art Flugzeug-Schubhebel bedient wird, mit den 570 Newtonmeter Drehmoment des etwas rau laufenden Starkdiesels und trifft jederzeit die richtige Übersetzung; einzig beim Anfahren dürfte der Jeep etwas gelassener reagieren, prescht er doch beim Tritt aufs Gas ziemlich ruppig nach vorne und drückt die Passagiere in die Untiefen der weichen Sessel.

Auf denen kann man es sich im auch innen erneuerten Grand Cherokee gut gehen lassen; unter anderem sorgen weiches Leder und offenporiges Holz für gediegenes Ambiente im großzügigen Innenraum, während das neue digitale Kombiinstrument und der fast alles von Sitzheizung bis Navigation steuernde 8,4-Zoll-Touchscreen High-Tech-Charme mitbringen. Das tun auch die zahlreichen, klassenüblichen Sicherheitssysteme, die nun ebenfalls im Jeep zu finden sind.

Fokus auf Komfort

Galerie: Erster Test Jeep Grand Cherokee FaceliftNichts geändert hat sich übrigens an der geringen Öffnungshöhe der Heckklappe, an der sich Menschen über 1,85 Meter gerne den Kopf stoßen; das Jeep hier eher an kleinere Nutzer denkt, zeigt auch der Knopf für das optionale elektrische schließen des Kofferraums, der sich auf Hüfthöhe an der Seitenwand des bis zu anderthalbtausend Liter großen Kofferraums befindet.

Neben dem Wohlfühlfaktor sorgt die weiche Abstimmung des Offroaders für hohen Fahrkomfort, vor allem wenn die Luftfederung an Bord ist, die nicht nur eine Bodenfreiheit von bis zu 28 Zentimetern erlaubt, sondern auch grobe Unebenheiten gekonnt wegfedert. Ebenso auf Bequemlichkeit getrimmt ist allerdings die wenig direkte Lenkung, die, wie auch die – außer beim gestrafften SRT-Modell – spürbare Seitenneigung des über zwei Tonnen schweren Geländewagens einer allzu flotten Kurvenfahrt im Weg steht.  

Ab 46.500 Euro

Galerie: Erster Test Jeep Grand Cherokee FaceliftWer es – wider die Natur eines Geländewagens – richtig sportlich haben will, kommt nicht umher, mindestens 76.900 Euro für den SRT8 zu investieren und hohe Unterhaltskosten in Kauf zu nehmen. Deutlich günstiger geht es mit den beiden Dieseln; der schwächere steht in der Basisausstattung Laredo (unter anderem inklusive Bi-Xenon-Licht, schlüssellosem Zugang und elektrisch einstellbarem Fahrersitz) ab 46.500 Euro zum Verkauf.

Die stärkere Selbstzünder-Version beginnt in der zweiten von vier Ausstattungslinien und kostet ab 52.900 Euro; dann sind auch die Rückfahrkamera, Sitz- und Lenkradheizung, die elektrische Heckklappe und ein Alpine-Soundsystem an Bord. Für den V6-Benziner müssen (in der Basis) 46.500 Euro kalkuliert werden, den V8 gibt es (dann schon in der zweithöchsten Stufe) für 68.000 Euro.

 
Fazit

Michael Gebhardt

So sehr sich Jeep seiner Offroad-Tradition rühmt und nachwievor auch abseits befestigter Straßen eine hervorragende Figur macht, führt der Weg der Marke doch eindeutig auf den planierten Asphalt. Die unter Fiat-Regie stehenden Amerikaner haben erkannt, dass die Zukunft nicht zwischen Stock und Stein liegt, sondern auf den Großstadtboulevards und ihr Flaggschiff Grand Cherokee darauf eingenordet.

Die neue Optik dürfte Design-hungrigen Städtern gefallen, die außerdem die hohe Sitzposition, den hervorragenden Fahrkomfort und den dank Achtgang-Automatik günstigeren Verbrauch auf dem Weg zur Arbeit, zum Kindergarten oder in den Urlaub zu schätzen wissen. Dass sich Jeep, außer beim SRT8, nicht dem Sportlichkeits-Wahn anderer SUV-Hersteller hingibt, ist erfreulich, schließlich möchten viele ja wenigstens das Gefühl haben, einen echten Offroader zu fahren – auch wenn sie nie Geröll unter den Rädern haben werden.
 
 

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