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Galerie: Erster Test Jeep Patriot

Erster Test: Jeep Patriot

Jeep Light

12.09.2008

Ein bisschen sieht er aus, wie die Light-Version des Commander. Doch wie sein großer Bruder will auch der Jeep Patriot ein echter Kerl sein. Äußerlich schafft er das auf jeden Fall. Doch was steckt unter der robusten Optik?

Auf nur 4,41 Meter Länge vereint der Patriot die typischen Jeep-Gene: der Kühlergrill mit sieben Lüftungsschlitzen steht senkrecht im Wind, die trapezförmigen Radhäuser sind weit ausgestellt. Ecken und Kanten betonen die robuste Karosserie. Vergleicht man ihn mit seinen beiden Drillingsbrüdern Jeep Compass und Dodge Caliber wird schnell klar: Der Patriot ist die Ausführung für den echten Kerl.

Alle drei teilen sich Plattform sowie Antrieb und Motoren, sind aber auf unterschiedliche Zielgruppen ausgelegt. Während der Dodge in der Golfklasse räubern will, ist der Compass für die Lifestyle-orientierte Kompakt-SUV-Klientel vorgesehen. Der Patriot schließlich soll die wahren Offroader-Fans ansprechen. Und zwar die, die mittlerweile schlau genug sind, um zu wissen, dass sie in der Stadt keinen Commander oder gar Wrangler brauchen.

Typisches Cockpit

Galerie: Erster Test Jeep PatriotSo markentreu sich der Patriot von außen zeigt, so präsentiert sich auch das Interieur – inklusive aller oft angekreideten Nachteile. Das großzügig verbaute Hartplastik hat aus finanzieller Sicht seine Daseinsberechtigung, die lieblose Verarbeitung dagegen nicht. Schlecht entgradete Kanten, etwa am Schalthebel oder an den Türverkleidungen, trüben den Gesamteindruck. Das ordentliche Platzangebot, ausreichend Ablagen und Spielereien wie die herausklappbaren Lautsprecher in der Heckklappe sammeln dagegen Pluspunkte.

Galerie: Erster Test Jeep PatriotDie Entscheidung für einen Motor fällt angesichts von nur zwei Aggregaten leicht und im besten Fall für den bei VW eingekauften Diesel. Der 140 PS starke Vierzylinder stammt zwar noch aus der Pumpe-Düse-Zeit und arbeitet dementsprechend laut. Dafür treibt er den Patriot kraftvoll an und legt mehr Temperament an den Tag als der 2,4 Liter große 170-PS-Benziner. Zwischen 1.750 und 2.500 Touren stehen 310 Newtonmeter parat, die auf trockener Straße komplett an die Vorderachse geschickt werden. Das minimiert Reibungsverluste, also auch den Spritverbrauch, und schont die Reifen.

Nur bei Bedarf

Galerie: Erster Test Jeep PatriotStellt das serienmäßige „Freedom Drive I“-Allradsystem einen drohenden Traktionsverlust an den Vorderrädern fest, zum Beispiel durch nassen Untergrund oder starkes Beschleunigen, schickt es über eine elektronische Kupplung bis zu 50 Prozent der Kraft nach hinten. Fortlaufend kontrolliert das System dazu die Fahrzeuggeschwindigkeit, den Lenkeinschlag und die Traktion und berechnet daraus den Drehmomentbedarf. So kann die Kraft schon vor dem Durchdrehen der Räder richtig verteilt werden.

Wer selber weiß, dass er die Kraft an der Hinterachse braucht, kann die Drehmomentverteilung per Schalter sperren. Bis zu einem Tempo von 15 km/h geht dann je die Hälfte an beide Achsen. Zwischen 15 und 40 km/h ist die Verteilung nicht mehr fix, dass System reagiert im Lock-Modus aber schneller auf Traktionsverluste. Bei höherem Tempo wird die Funktion automatisch wieder deaktiviert.

Nur leichtes Gelände

Galerie: Erster Test Jeep PatriotSeine zwanzig Zentimeter Bodenfreiheit befähigen den Patriot zu kleineren Ausflügen ins Gelände. Mehr Offroad-Eigenschaften, wie etwa eine Getriebeuntersetzung oder Bergabfahrhilfe, bietet er aber nicht. Apropos Getriebe: Ganz untypisch für einen Amerikaner bietet Jeep den Diesel nur mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe an. Der Benziner verfügt ab Werk sogar nur über fünf Gänge, die in der höheren Ausstattungslinie durch ein stufenloses CVT-Getriebe ersetzt werden.

Auch wenn die Box des Selbstzünders gut geführt ist, wünscht man sich schnell einen Automaten herbei. Das passt einfach besser zum gemütlichen Charakter. Denn auch den hat der kleine Jeep von seinen großen Brüdern geerbt. Willig schluckt er Unebenheiten und gleitet auch über grobe Querfugen elegant hinweg. Dass er in zügig angegangenen Kurven dafür mehr Seitenneigung zeigt, überrascht nicht.

Interessante Alternative

Galerie: Erster Test Jeep PatriotMit einer Höchstgeschwindigkeit von 189 km/h schafft der Diesel neun Kilometer mehr pro Stunde als der Benziner. Und auch beim Verbrauch schlägt er ihn mit nur 6,6 gegenüber 8,7 Litern deutlich. Der Ottomotor aber wartet seit neuestem mit einer vor allem für Vielfahrer interessanten Option auf. Für 1.200 Euro mehr bietet Jeep das Sondermodell „Eco+“ mit Flüssiggasumrüstung (LPG) an und schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Weniger CO2-Ausstoß und geringere Tankkosten.

Beim Eco+“-Modell ersetzt ein 72 Liter fassender Gastank das Reserverad unter dem Kofferraumboden. Ist der Vorrat aufgebraucht, fährt der Jeep automatisch mit Benzin weiter. Der Fahrer kann aber jederzeit manuell zwischen den beiden Treibstoffen umschalten. Geht man von einem rund 20 Prozent höheren Kraftstoffverbrauch als im Benzinbetrieb aus, konsumiert der Öko-Jeep gut zehneinhalb Liter Flüssiggas. Beim Preis von 0,70 Cent pro Liter LPG amortisiert sich die Anlage nach rund 20.000 gefahrenen Kilometern.

Wegweisend

Galerie: Erster Test Jeep PatriotIm Aufpreis für die Gasumrüstung ist zusätzlich ein serienmäßiges, portables Navigationssystem inbegriffen. Das weist dem Fahrer den Weg zu einer von rund 4.000 Flüssiggas-Tankstellen in Deutschland. Zum Vergleich: Der Aufpreis für den Diesel beträgt – ohne Navi - mit 2.400 Euro exakt das Doppelte.

Der Einstieg in die Patriot-Welt beginnt bei 24.490 Euro (Benziner) beziehungsweise 26.890 Euro (Diesel) in der Sport-Ausstattung. Die umfasst ab Werk neben einer umfangreichen Sicherheitsausstattung inklusive ESP ein Audio-System mit CD-Spieler, elektrische Fensterheber, Klimaanlage und fleckenabweisende Sitzbezüge. In der besseren Limited-Version (2.400 Euro Aufpreis beim Diesel, 3.900 Euro beim Benziner inklusive der stufenlosen Automatik) kommen Seitenairbags, Nebelleuchten, eine Teil-Lederausstattung, Tempomat, Sitzheizung und Chromakzente hinzu. Auch die „Eco+“-Version ist in beiden Ausstattungsvarianten zu haben.

Fazit

Die perfekte Alternative für die Stadt. Wer auf Offroad-Feeling nicht verzichten will, aber einsieht, dass ein Commander für den Stadtverkehr völlig überqualifiziert ist, findet im Patriot die Lösung. Optisch ist der kleinste Jeep ein echter Offroader und vertritt mit kantigem Design das „Echte-Kerle“-Image der Marke. Seine geringeren Abmessungen machen ihn aber handlicher, nicht zu letzt bei der Parkplatzsuche. Der Dieselmotor ist etwas laut, dafür aber kräftig und sparsam. Und mit der auf Gas ausgelegten „Eco+“-Version bietet Jeep eine interessante Option für Vielfahrer an.

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