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Galerie: Erster Test Jeep Wrangler

Erster Test: Jeep Wrangler

Fit im Alter

22.01.2007

Es gibt kaum noch alte Autos zu kaufen. Jedenfalls nicht als Neuwagen. Eine wichtige Ausnahme ist der Jeep Wrangler, der zusammen mit dem Land Rover Defender der altmodischen Kante frönt und eine zähe Fangemeinde sein Eigen nennt.
In diesem Jahr wir der Wrangler so modern wie nie zuvor. Wir haben ihn schonmal angestestet.

Das Wichtigste zuerst: Der neue Wrangler sieht wirklich noch ganz wie der alte aus und das ist gut so. Dass er in allen Dimensionen gewachsen ist, bemerkt man dagegen erst auf den zweiten Blick, spätestens jedoch beim Einsteigen.

Modern

Galerie: Erster Test Jeep WranglerDer Innenraum ist für einen Wrangler erstaunlich modern. Zwar kann das monoton-graue Plastik nicht wirklich betören, doch sind die Schalter und Tasten funktional angeordnet und die Mittelkonsole wirkt wie aus einem richtigen Auto. Einzig der Blinkerhebel sitzt so eng zwischen Lenkrad und eben jener, dass man ihn nicht wirklich gut erreicht.

Ich sitze im kurzen Wrangler (was man seit diesem Jahr dazu sagen muss, denn es gibt jetzt auch einen langen Wrangler. Dazu später mehr). Unter der Motorhaube sitzt der Sechszylinder-Benziner mit 3,8 Litern Hubraum, der das sei gleich gesagt, da nach den ersten Metern ersichtlich nicht die Wurst vom Teller zieht. Er klingt gut, doch braucht er Drehzahl um aus den Puschen zu kommen. In Verbindung mit dem sehr gut schaltbaren Sechsganggetriebe ist notwendige Gangwechselei zwar kein echter Nachteil, doch trotz seiner gut 200 PS ist der Geländebolzen damit kein Sprinter.

…und klassisch

Galerie: Erster Test Jeep WranglerFür einen echten Jeep sollte das jedoch kein Nachteil sein, denn sein Einsatzgebiet liegt nun mal abseits der Straße. Im Gelände kann der Wagen dann auch gleich auftrumpfen: Mit den montierten 18-Zoll Reifen der Dimension 255/70 und dem kurzen Radstand von 2,4 Metern erreicht er eine ordentliche Bodenfreiheit und einen guten Rampenwinkel. Steile Anstiege oder verworfenes Gelände werden dank Untersetzungsgetriebe einfach gemeistert, der spontan ansprechende Benziner lässt den Wrangler präzise durchs Unterholz pirschen.

Galerie: Erster Test Jeep WranglerDie Verschränkung ermöglicht - für einen Starrachser typisch - bei Querfahrt über Kuppen und Böschungen einen guten Bodenkontakt aller vier Räder. Da bei eingelegter Untersetzung automatisch das Verteilergetriebe gesperrt ist, kann der Wranger schon mal ein Bein heben - die andere Achse zieht ihn dann weiter. Auf Wunsch ist für die Hinterachse ein automatisches Sperrdifferenzial (limited Slip) zu ordern.

Sollte es noch härter zugehen, bietet die später lieferbare Rubicon-Version elektrisch zu 100 Prozent sperrbare Achsdifferenziale vorne und hinten. Beim getesteten „Sahara“ ist es jedoch zunächst das Straßenprofil der Bridgestone Dueler, das den Vortrieb in hilflosem Hufescharren enden lässt.

Neue Dimensionen

Galerie: Erster Test Jeep WranglerEine gänzlich andere Nummer ist die zweite Kombination meines Testtages: Der viertürige „Unlimited“ mit dem Vierzylinder-Diesel und dem gleichen Sechsganggetriebe.

Zunächst einmal nimmt man in ihm auch gerne mehr Passagiere als den üblichen Beifahrer mit. Denn hier kann man ohne schlechtes Gewissen auch die hinteren Plätze anbieten. Der Einstieg ist bequem, die Sitzposition auf kurzen Strecken auch. Die Beinfreiheit geht in Ordnung, allerdings ist die Schenkelauflage hinten für längere Strecken zu kurz.

Empfehlenswerter Diesel

Galerie: Erster Test Jeep WranglerFür den Fahrer offenbart sich mit dem Diesel ein entspannter und doch flotter Fahrstil. Der Motor beißt ab knapp 2.000 Touren ordentlich zu, seine 410 Newtonmeter Drehmoment sind eine klare Ansage. Dabei dreht er willig hoch, bis bei knapp 4.000 Touren seine maximale Leistung von fast 180 PS anliegt.

Der absolut passende Motor zum rustikalen Auftritt des 4,4 Meter langen Autos. Dabei verbraucht er laut Hersteller auch noch drei Liter weniger Treibstoff (10,9 Liter) als der kurze Wrangler mit Benziner (13,7 Liter) - bei nahezu identischen Fahrleistungen.

Kernig und komfortabel

Galerie: Erster Test Jeep WranglerDieseltypisch kernig ist der Antritt und auch die Geräuschkulisse - von außen zumindest. Denn die Insassen haben es so leise wie in keinem Wrangler zuvor. Seinen Anteil daran hat - neben dem Straßenprofil - das gut gedämmte, abnehmbare Hardtop. Und auch der restliche Fahrkomfort stellt eine neue Dimension dar, denn der fast drei Meter messende Radstand nivelliert das Hoppeln auf ein Minimum.

Die Lenkung selbst ist für einen echten Geländewagen ausreichend direkt, der Wendekreis des „Unlimited“ geht mit gut zwölf Metern noch in Ordnung.

Fazit

Gelungene Wiederbelebung eines Offroad-Klassikers: Der Wrangler gibt sich in den meisten Punkten keine Blöße, ist endlich mit Diesel und sogar als Viertürer zu haben. Dabei hat er in seiner Geländegängigkeit sogar noch zugelegt. Sogar die Sicherheitsausstattung überzeugt jetzt: Neben ABS sind selbst Seitenairbags und ESP zu haben. Allein der altertümliche Zuschalt-Allrad trübt die Alltagseigenschaften des neuen Wrangler: Im Winterurlaub oder auf glitschigem Herbstlaub ist er nur mit Hinterradantrieb unterwegs.

 
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