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Galerie: Erster Test Kia Ceed Facelift

Erster Test: Kia Ceed Facelift

Ceed europäisch aus

03.09.2015

Hier ein Fältchen, dort eine schiefe Nase, die Lippen zu schmal und unter den Augen hängen Tränensäcke. Alles Schönheitsfehler, die dank moderner Medizin beseitigt werden können – für den, der es braucht. Spitzenreiter im weltweiten Schönheitsoperation-Ranking ist Korea. In keinem anderen Land legen sich mehr Menschen unters Messer. Der ausschlaggebende Grund in Fernost? Nicht weil etwa die Nase krumm ist lässt man dort an sich rumschnippeln, nein, man möchte ein wenig europäischer aussehen. Kaum verwunderlich, dass selbst die Automobilindustrie in fernen Ländern dem abendländischen Ideal nacheifert. So auch Kia, die dem koreanischen Ceed schon vor einigen Jahren ein makellos-europäisches Aussehen verpasst haben. Das wird nun aufgefrischt.

Galerie: Erster Test Kia Ceed FaceliftDie Skalpelle liegen bereit: Keinem geringeren als dem großen Konkurrenten aus Wolfsburg, dem Golf – der Deutschen liebstes Auto – will man ans Leder. Und der darf sich warm anziehen. Hinter einem neu entwickelten Einliter-Dreizylinder-Motor, der erstmals bei Kia zum Einsatz kommt, und einem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe brauchen sich die Koreaner nicht zu verstecken.

Optisch im Vergleich zum Vorgänger hat man im Operationssaal die Stoßfänger an Front und Heck modifiziert, neue LED-Rückleuchten implantiert und alles mit ein paar Chromteilen aufgewertet. Für den sportlichen, jungen Fahrer steht nach wie vor die GT-Linie zur Verfügung, welche das Design des Spitzenmodells GT aufgreift und zum Glück auch ohne die teurere, gleichnamige Topmotorisierung erhältlich ist.

Der Neue im Bunde

Galerie: Erster Test Kia Ceed FaceliftDer neue Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 120 PS erweitert die Motorenpalette im Kia Ceed. Der Spritsparmotor, dessen maximales Drehmoment von 171 Newtonmeter im Drehzahlbereich von 1.500 bis 4.000 Umdrehungen zur Verfügung steht, begnügt sich, zumindest auf dem Papier, mit 4,9 Liter pro 100 Kilometer. Bei unserer ersten Ausfahrt lagen wir allerdings bei gut sieben Litern. Verwunderlich: Der genügsame ist vorerst nur in der eingangs erwähnten, sportlichen GT-Linie zu haben.

Den Spurt von Null auf Hundert schafft der Ceed mit dem Dreizylinder binnen langen 11,1 Sekunden, was bei nur einem Liter Hubraum nicht unbedingt verwunderlich ist; bei höherem Tempo geht dem Aggregat ein wenig die Puste aus. Dafür kann die Motorisierung im unteren Drehzahlbereich punkten und der Kleine wird so zum flotten Städter.

Galerie: Erster Test Kia Ceed FaceliftAuch der gefragte 1.6-Liter-Turbodiesel wurde noch einmal überarbeitet und kann dank neuem Einspritzsystem 136 PS statt ursprünglichen 128 PS verzeichnen. Er wirkt im Vergleich zu seinem Vorgänger dadurch lebendiger und flotter. Alle Schaltfaulen dürfen sich freuen: Bei dieser Motorisierung steht auch das neu entwickelte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (Aufpreis: 1.750 Euro) zur Verfügung, welches die bisherige Sechsgang-Wanderautomatik aufs Abstellgleis manövrierte. Das neue Getriebe steckt selbst den Wolfsburger in die Tasche. Denn so schnell und präzise wie der Ceed schaltet der Golf nicht.

Die altbewährten Motoren, der 1.4er - (nicht für den Dreitürer) und 1.6er-Benziner mit 100 beziehungsweise 135 PS stehen auch weiterhin zur Wahl. Ebenso bleibt der 204 PS starke GT-Motor im Programm. Dieser steht jedoch nicht im Kombi zur Verfügung.

Neue Assistenten

Galerie: Erster Test Kia Ceed FaceliftZu den neuen Assistenten im Kia Ceed gehören unter anderem ein neuer Verkehrszeichenassistent, der per Kamera die Temposchilder am Straßenrand erfasst und über das aktuelle Geschwindigkeitslimit im Display informiert, sowie ein Totwinkel-Warner (erhältlich in den teuersten Ausstattungslinien). Einen Notbrems-Assistenten, so wie beispielsweise einen eigenen Internet-Hot-Spot im Auto, sucht man hier allerdings vergebens.

Nicht nur bei der Technik hat sich einiges getan, auch im Innenraum werten neue Materialien und Chromeinfassungen den Kia optisch auf, was auch der Übersichtlichkeit des Cockpits zu Gute kommt. Wie auch schon beim Vorgänger, dürften die Sitzmöbel auf Dauer etwas unbequem sein.

Kia Ceed

Fünftüriger, fünfsitziger Kompaktkombi, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern:4,51/1,78/1,49/2,65, Leergewicht: ab 1.254 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.820 kg, Kofferraumvolumen: 380 – 1.318 l, Wendekreis: 10,6 m, Preis je nach Motorisierung ab: 14.990 Euro

Kia Ceed Sportswagon

Fünftüriger, fünfsitziger Kompaktwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern:4,31/1,78/1,47/2,65, Leergewicht: ab 1.279 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.820 kg, Kofferraumvolumen: 528 – 1.642 l, Wendekreis: 10,6 m, Preis je nach Motorisierung ab: 16.190 Euro

Kia ProCeed

Dreitüriger, fünfsitziger Kompaktwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern:4,31/1,78/1,43/2,65, Leergewicht: ab 1.263 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.820 kg, Kofferraumvolumen: 380 – 1.225 l, Wendekreis: 10,6 m, Preis je nach Motorisierung ab: 19.990 Euro

1.0 T-GDI:

Dreizylinder-Turbo-Benzinmotor, Hubraum: 990 ccm, Leistung: 88 kW/120 PS, max. Drehmoment: 171 Nm bei 1.500-4.000/min, Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h, 0 bis 100 km/h: 11,1 Sekunden, kombinierter Verbrauch: 4,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 115  g/km, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb. Preis: ab 22.390 Euro

1.4 CVVT:

Vierzylinder-Benzinmotor, Hubraum: 1.368 ccm, Leistung: 73 kW/100 PS, max. Drehmoment: 134 Nm bei 4.000/min, Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h, 0 bis 100 km/h: 12,7 Sekunden, kombinierter Verbrauch: 6,0 l/100 km, CO2-Ausstoß: 138 g/km, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb. Preis: ab 14.990 Euro

1.6 GDI:

Vierzylinder-Benzinmotor, Hubraum: 1.591 ccm, Leistung: 99 kW/135 PS, max. Drehmoment: 165 Nm bei 4.850/min, Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h, 0 bis 100 km/h: 9,8 Sekunden, kombinierter Verbrauch: 3,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 94 g/km, 6-Gang-Schaltgetriebe (optional 7-Stufen-Direktschaltgetriebe) Frontantrieb. Preis: ab 18.790 Euro

1.6 CRDi 136:

Vierzylinder-Turbo-Dieselmotor, Hubraum: 1.583 ccm, Leistung: 100 kW/136 PS, max. Drehmoment: 280 Nm bei 1.500 - 3.000/min, Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h, 0 bis 100 km/h: 9,9 Sekunden, kombinierter Verbrauch: 5,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 135 g/km, 6-Gang-Schaltgetriebe (optional 6-Stufen-Direktschaltgetriebe) Frontantrieb. Preis: ab 20.190 Euro

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Der Kia Ceed ist und bleibt für einen Koreaner sehr europäisch – was ihn zu einem würdigen Nebenbuhler des VW Golfs macht. Das Beste zum Schluss: Die Preise bleiben unverändert. So beginnt der Ceed mit 100-PS-Benziner bei 14.990 Euro. Für den neuen Dreizylinder-Motor beginnt die Preisliste in der relativ teuren GT-Linie bei 22.390 Euro, für das Topmodell Ceed-GT muss der Kunde 24.990 Euro auf den Tisch legen.
 
 

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