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Galerie: Erster Test Kia Ceed Sportwagon

Erster Test: Kia Ceed Sportwagon

Verdränger

25.09.2012

Während so mancher Autohersteller mit rückläufigen Verkaufszahlen kleckert, klotzt Kia trotz stagnierender Marktentwicklung lässig mit Expansionsplänen. 2012 will man noch 60.000 und bereits 2016 stolze 100.000 Fahrzeuge in Deutschland absetzen. Wie das funktionieren könnte, macht Kias jüngste Neuerscheinung deutlich: der Ceed Sportwagon. Der in vielerlei Hinsicht überzeugende Kombi bietet zusammen mit einer Sieben-Jahres-Garantie das vielleicht beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Segment. Im harten Wettbewerbsumfeld der Kompakten hat der Ceed damit erhebliches Verdrängungs-Potenzial.

Allein schon mit ihrer Schlagzahl verschaffen sich die Koreaner einen erklecklichen Wettbewerbsvorteil. So war der alte Ceed Kombi nur knapp fünf Jahre im Markt und die nun Sportwagon genannte Neuauflage folgt zudem nur wenige Monate nach der Einführung des kompakten Fünftürer-Ceeds. Den Kombi sieht Kia übrigens als die wichtigere Karosserie, denn diese soll sich rund 60 Prozent vom Ceed´schen Verkaufskuchen einverleiben.

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonWie bereits die Kompaktversion, kommt auch der mit 4,51 Meter um 20 Zentimeter längere Sportwagon mit einer erfrischend gefälligen Außenhaut. Auffällig sind die scharf dreinblickenden Scheinwerfer, denen das sowohl markante als auch ab der Ausstattung Vision serienmäßige LED-Tagfahrlicht zu mehr Geltung verhilft. Markant sind auch die nach hinten stark ansteigende Schulterlinie und eine sich dank der leicht abfallenden Dachlinie verjüngenden Fenstergrafik.

Im Vergleich zum Vorgänger hat der neue Ceed damit klar an Strahlkraft gewonnen und der angenehm flott gezeichnete Koreaner vermag beim ersten Anblick den Betrachter in leichtes Verzücken versetzen. Doch der Rundgang offenbart aus manchem Blickwinkel ein nicht immer perfekt anliegendes Blechkleid und die ein oder andere Proportion wirkt dezent aus dem Ruder geraten. Als richtig störend haben wir allerdings die Abdeckungen der Parkpiepser-Sensoren in Front- und Heckschürze empfunden, die es im Idealfall nur in einer der Wagenfarbe ähnlichen Lackierung gibt.

Reichlich Platz für Gepäck

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonVorwerfen kann  man dem Kombiheck des Ceed zudem eine gewisse Ähnlichkeit zum Astra Sports Tourer. Vielleicht hat das Rüsselsheimer Straßenbild die Phantasie der ebenfalls in der Opel-Stadt ansässigen Kia-Entwickler beeinflusst. Doch insgesamt ist der Ceed eine eigenständige Erscheinung, die mit harten Fakten beeindrucken kann. Denn hinter der weit nach oben öffnenden Heckklappe offenbart sich ein üppig dimensioniertes Gepäckabteil mit 528 bis 1.642 Liter Aufnahmekapazität.

Darüber hinaus ist unterm Kofferraumboden Platz für Kleinkram und mit einer optional bestellbaren, frei verschiebbaren Teleskopstange lässt sich noch eine Extraportion Ordnung reinbringen. Ebenso spielerisch leicht wie das Verschieben der Teleskopstange geht auch die Gepäckraumerweiterung von der Hand: Mit zwei Griffen lässt sich die Lehne der Rückbank geschmeidig umlegen. Wünschenswert wäre allerdings noch eine Fernentriegelung der Rückbanklehne, die dann den Rundgang zu den Fondtüren erübrigen würde.

Wie im Kofferraum, bietet der Ceed SW auch für die maximal fünf Fahrgäste gute Platzverhältnisse. Trotz Glaspanoramadach ist vorne wie hinten das Raumangebot in alle Richtungen vorbildlich und der Passagierraum wartet mit einem fast schon vanartigen Dachgewölbe auf.

Virtueller Riesentacho

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonDarüber hinaus können sich die Insassen an dem wohnlich-modernen Schick erfreuen. Der Fahrer blickt auf ein klassisch anmutendes Kombiinstrument mit drei Rundinstrumenten, wobei sich der zentrale Riesentacho bei genauem Hinsehen als feinpixeliges Farbdisplay entpuppt, auf dem noch viele andere Informationen kredenzt werden. Allerdings ist diese moderne Display-Lösung erst ab der dritthöchsten Ausstattung Vision an Bord, während die einfacheren Versionen Attract und Edition 7 noch mit einem echten Analogtacho daher kommen.

Ansonsten kann der in und für Europa entwickelte und gebaute Koreaner heimeliges Flair vermitteln, Ergonomie, Übersichtlichkeit, Materialien und Komfort sind auf Höhe der Zeit. Die derzeit so angesagten feinen Chromakzente sind allerdings hochglänzend und wirken billiger als die bei vielen deutschen Herstellern verwendeten matten Pendants. Und auch viele andere Materialien hinterlassen zwar einen soliden bis schicken Eindruck, reichen in ihrer Anmutung allerdings nicht immer an das Premium-Niveau eines VW Golf oder Opel Astra heran.

Reichlich Nettigkeiten

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonViele praktische Bedientasten am Lenkrad, eine elektrische Parkbremse, ein Touchscreen-Navi, ein USB-Anschluss oder das riesige Handschuhfach mit Kühlfunktion runden den dennoch guten Eindruck ab. Auf Wunsch kann man das Interieur noch mit vielen Annehmlichkeiten aufwerten. Lenkradheizung, Teilledersitzbezüge, elektrisch einstellbare Vordersitze, Tempomat, Smart-Key oder das Panorama-Glasschiebedach gehören zu den aufpreispflichtigen Charmeuren. Bei der sicherheitsrelevanten Ausstattung sind einige sinnvolle Neuerungen dabei: Berganfahrhilfe, ein Spurhalteassistent, eine Rückfahrkamera oder die aktive Einparkhilfe machen den Autoalltag etwas sicherer.

Recht modern und übersichtlich ist auch die Motorenpalette. Zwei Diesel (90 oder 128 PS) und zwei Benziner (100 oder 135 PS) stehen zur Wahl, die leidlich guten Vortrieb bieten und effizient sind, denen im Praxiseinsatz allerdings ein gewisser Kick abgeht. Der bei vielen anderen Mitbewerbern oft erlebbare Fahrspaß kommt da etwas kurz. Eine nichtsdestotrotz gute Wahl sind die beiden Basismotoren. Der kleine 1,4-Liter-Diesel muss ein verzeihliches Turboloch überwinden, um dann mit immerhin 220 Newtonmeter Drehmoment den 1,4-Tonner in 13,9 Sekunden auf Tempo 100 zu schieben und eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h zu ermöglichen. Das reicht in allen Lebenslagen, souverän ist allerdings anders. Der gut abgekapselte und an ein leichtgängiges Sechs-Gang-Getriebe gekoppelte Selbstzünder mit serienmäßiger Start-Stopp-Automatik kann dafür mit der Effizienzkarte trumpfen: Zu den 4,5 Liter Normverbrauch kam auf einer Spritztour im Münchener Umland lediglich ein Liter Praxisaufschlag hinzu.

Basisbenziner reicht

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonEbenfalls bescheiden durstig ist der gleichermaßen mit 1,4 Liter Hubraum gesegnete Basisbenziner mit 100 PS. Wenn auch das Drehmoment deutlich niedriger ausfällt, kommt der Vierzylinder von unten angenehm kraftvoll voran, legt allerdings bei höheren Drehzahlen kein nennenswertes Temperament an den Tag. 13,5 Sekunden dauert hier der Standardsprint, 180 km/h sind maximal drin.

Spürbar flotter, jedoch ebenfalls ohne lustvolles Vortriebsmoment ist der mit einer Benzindirekteinspritzung ausgestattete, 135 PS starke Top-Benziner 1.6 GDI, den man als einzige Motorisierung in Kombination mit einem Sechs-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe bestellen kann. Trotz der Schaltwippen hinterm Lenkrad kommt selbst  hier kein dynamisches Lustmoment rüber: 11,1 Sekunden dauert der Sprint, die Top-Speed liegt bei 192 km/h. Immerhin übernimmt das Getriebe die bisweilen auch lästige Schaltarbeit und das überaus geschmeidig, weil ohne Zugkraftunterbrechung.

Ordentliches Fahrwerk

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonDa dem Ceed, egal in welcher der stets kreuzbraven Antriebsvarianten, die höheren Weihen der Fahrspaß-Kultur verwehrt bleiben, können wir getrost auf die Basismotoren verweisen, die vor allem aus finanzieller und umwelttechnischer Sicht attraktiv erscheint.

Was dem Ceed außerdem zum Spaßmobil fehlt, ist ein knackig abgestimmtes Fahrwerk. Auch hier bekommt man eine für den Alltagseinsatz ausgewogene Kost, die kaum Anlass zur Kritik bietet. Angemessen komfortabel und für schnelle Fahrten mit satter Straßenlage, kann der kompakte Kia einem breiten Autokunden-Geschmack absolut gerecht werden. Soll es flott um Kurven gehen, gibt sich der Ceed gutmütig und wird eine zu ambitionierte Fahrweise mit frühzeitiger und leicht beherrschbarer Untersteuerungstendenz gekontert. Dennoch: Ein feinfühligeres Anfedern oder eine homogenere, direktere Lenkung – dann würde der Ceed einen substantiellen Beitrag zum Thema Kurvengaudi leisten. Auch die per Knopfdruck anwählbare Lenkungseinstellung Sport kann dieser Bezeichnung nicht wirklich gerecht werden.

Ab 15.690 Euro

Galerie: Erster Test Kia Ceed SportwagonWomit der Sportswagon wiederum deutlich mehr überzeugen kann, ist sein sensationell niedriger Preis. Ab 15.690 Euro geht es los mit der durchaus empfehlenswerten Basismotorisierung. Und diese bietet selbst noch in der einfachsten Ausstattung Annehmlichkeiten wie eine vollständige Sicherheitsausstattung, eine Dachreling, ein Gepäckraumtrennnetz, ein CD-Radio, ein Multifunktionslenkrad, elektrische Außenspiegel und Fensterheber vorne.

Etwas mehr darf es aber schon sein. Nimmt man den besonders sparsamen Diesel (ab 19.490 Euro) und das Ausstattungspaket P1 (990 Euro), bekommt man eine bereits ordentliche Ausstattung. Und die sieben Jahre dauernde Garantie ist ohnehin immer dabei. Das ist in Hinblick auf das Gebotene eine gar tolldreiste Schnäppchen-Offerte. Will man nämlich einen vergleichbaren Golf Variant 1.6 TDI, müsste man ausstattungsbereinigt rund 5.000 Euro mehr hinblättern.  

 
Fazit

Mario Hommen

Nach nur fünf Jahren bringt Kia den Kombi seiner Kompaktbaureihe Ceed neu in den Markt. Obwohl in allen Belangen modernisiert und optisch deutlich frischer, bleibt er weiterhin ein eindrucksvoll günstiges Angebot mit einigen herausragenden Eigenschaften.

Besonders empfehlen kann sich der Ceed Sportswagon mit seinem großzügigen Platzangebot für Gepäck und Passagiere. Ein weiterer Höhepunkt ist die Sieben-Jahres-Garantie. Und schließlich sind die Motoren bemerkenswert sparsam.

Bei der Zusatzbezeichnung Sportswagon kann man allerdings die erste Silbe streichen, denn weder mit den Antrieben noch mit dem solide abgestimmten Fahrwerk vermag der Ceed wirklich sportliches Fahrgefühl vermitteln.
 
 

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