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Galerie: Erster Test Kia Ceed

Erster Test: Kia Ceed

Ein europäischer Südkoreaner

22.06.2018

Der Ceed ist für den koreanischen Autobauer Kia das, was für Volkswagen der Golf ist – das umsatzstärkste Modell. Ein echter Südkoreaner ist er allerdings nicht, viel Asia-Auto ist über die Jahre nicht mehr übrig geblieben: Gezeichnet in Frankfurt, entwickelt Rüsselsheim und produziert in der Slowakei, ist der Ceed ein echter Europäer. Mit der jetzt vorgestellten, dritten Generation, passt Kia sogar die Schreibweise an hiesige Rechtschreibregeln an: Auf die Kleinschreibung und den befremdlich wirkenden Apostroph vor dem d verzichten sie zukünftig. Doch das soll nur das Tüpfelchen auf dem I sein.

Der neue Ceed wird vorerst als Fünftürer und als Kombi angeboten, ein Shooting-Brake-Modell, welches bereits auf der IAA mit einer Studie angekündigt wurde, bestätigte uns Kia während der ersten Testrunde mit dem neuen Kompakten. Wie das final aussieht, bleibt allerdings noch abzuwarten. Erst Ende des Jahres werden wir das fertige Ergebnis sehen. Wer Kia kennt, der weiß allerdings, dass Showcars schon recht nah am Serienfahrzeug sind, was auf einen noch schickeren Ceed hoffen lässt. Wir sind gespannt.

Vorhang auf

Galerie: Erster Test Kia CeedOptisch macht aber auch der Fünftürer eine gute Figur und hat deutlich abgespeckt. Was Chef-Designer Peter Schreyer hier gezaubert hat, ist das Beste vom Ceed gepaart mit den flotten Linien der Sports-Limousine Stinger. In der Länge hat sich der Korea-Golf nicht verändert, legt dafür in der Breite ein wenig zu, was ihm einen kräftigeren Stand verleiht. Der typische Marken-Grill ist geblieben, die Lufteinlässe unten an der Stoßstange wurden vergrößert. Die Scheinwerfer haben eine neue Form bekommen und LED-Tagfahrlicht ist ab der Dynamic-Line serienmäßig an Bord. Hinten wandert das Kennzeichenschild von Stoßfänger an den Kofferraumdeckel.

Galerie: Erster Test Kia CeedWo wir gerade beim Kofferraum sind: Der neue Kia Ceed nimmt es mit 395 Liter Gepäck bei voller Bestuhlung auf. Durch umlegen der zweigeteilten Rücksitzbank werden es 1.291 Liter. Zum Vergleich: Beim Golf sind es 380 respektive 1.270 Liter. Wem das nicht genügt, der muss sich noch ein paar Monate gedulden. Der Sportwagon genannte Kombi erweitert das Gepäckabteil um weitere 625 Liter. Auch das Platzangebot für die Passagiere ist beim neuen Ceed noch mal geräumiger geworden, auf der Rücksitzbank können jetzt auch Erwachsene durchs kommod reisen.

Aufgeräumt

Galerie: Erster Test Kia CeedDas Cockpit im Kia Ceed ist komplett neu gestaltet. Waren es beim Vorgänger noch drei Rundinstrumente (Drehzahlmesser, Geschwindigkeit- und Tankanzeige), begnügt sich der Neue mit zwei und einer kleinen, mittig positionierten Digitalanzeige. Das Infotainment-System ist in der Neuauflage schwebend auf die Mittelkonsole gesetzt und in der Basisausführung Comfort-Line sieben Zoll groß. Ab der Dynamic-Line wächst der Bildschirm auf Acht Zoll. Dann beherrscht das System Navigation mit TomTom Live Service, Apple CarPlay und AndroidAuto und verfügt über eine Rückfahrkamera. Für Mobiltelefone gibt es in der Mittelkonsole zudem eine induktive Ladeschale. Wie schon beim Vorgänger gilt: An der Verarbeitung kann man nichts bemängeln. Die asiatischen Hersteller müssen sich wahrlich nicht mehr vor den europäischen Herstellern verstecken.

Kompakt sportlich

Galerie: Erster Test Kia CeedBei den Motoren reicht das Portfolio bei den Benzinern vom 1,4-Liter-Vierzylinder-Sauger mit 100 PS bis hin zum 140 PS starken, gleichgroßen Turbobenziner. Der Einstiegsmotor sowie der dazwischen einsortierte 120-PS-Ein-Liter-Dreizylinder-Turbo sind nur mit einenm Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich, beim stärksten Otto kann es durch ein Sieben-Gang-DSG ersetzt werden. Bei den Selbstzündern kann der Kunde aus zwei 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbos wählen, mit 115 PS oder 136 PS. Auch hier ist das DSG dem stärkeren Modell vorbehalten. Was alle Modelle eint: Sie sind hervorragend gedämmt, sodass es sehr ruhig im Innenraum zugeht.

Am meisten überzeugt hat uns während der ersten Ausfahrt der Dreizylinder, der große Vierzylinder-Benziner. Während das Basis-Aggregat eher eine Brot-und Butter-Variante ist und der Dreizylinder nur unwesentilch sparsamer ist, bietet er große Otto den besten Kompromiss aus Leistung, Laufruhe und Verbrauch – auf dem Papier nimmt er sich mit 5,6 Liter nur zwei Zehntel mehr als das Ein-Liter-Triebwerk und sogar weniger als der Sauger.

Galerie: Erster Test Kia CeedGute Arbeit haben die Fahrwerks-Ingenieure geleistet: Der Unterbau sowie die Lenkung des neuen Ceed wurden angenehm gestrafft. So lässt sich der Kompakte sportlich-präzise ums Eck bewegen und Bodenunebenheiten werden trotzdem sauber weggeschluckt. Wer in den Sportmodus wechselt, schärft die Gaskennlinie und die Lenkung wird noch ein wenig direkter. Beim Automatikgetriebe werden außerdem die Gänge etwas weiter ausgedreht.

Assistenten für alle Lagen

Galerie: Erster Test Kia CeedBei den Assistenten fährt der Kia Ceed vorne mit: Ein Notbremssystem mit Fußgängererkennung gehört zum Standard. Darüber hinaus können Müdigkeitserkenner oder die Cruise-Control mit automatischem Abstandshalter und Spurführung geordert werden. Das teilautonome Fahren funktioniert im Kompakten sehr zuverlässig, der Ceed wird mittig in der Spur gehalten. Die Hände müssen aber auch hier noch immer am Steuer verweilen.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Kia hat beim neuen Ceed vieles richtig gemacht. Das neue sportliche Design ist ansprechend und die Verarbeitung im Innenraum sauber – ein würdiger Golf-Gegner. Zudem, und das macht Kia aus, bekommt der Käufer auf den Neuwagen Sieben Jahre Garantie beziehungsweise bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometer; wer seinen Ceed früher verkaufen möchte, der gibt die Garantie automatisch an den neuen Besitzer weiter. Außerdem ist der Koreaner immer noch rund 2.000 Euro günstiger als ein Golf: Für den Einstiegsbenziner mit 100 PS werden mindestens 15.990 Euro fällig.
 
 

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