Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Kia Cee'd

Erster Test: Kia Cee'd

Man

15.01.2007

Noch denkt beim Namen Cee’d - sprich „Sieht“ - kaum einer an einen Kompaktwagen. Doch schon bald will Kia das ändern: Der in Europa entwickelte Cee’d soll im umkämpften C-Segment ordentlich Punkte für die Koreaner holen. Man sieht ihn zukünftig also öfter, den Kia Cee’d.

Germanisten werden sich sehr zusammen nehmen müssen, um beim Namen Cee’d nicht in ausschweifende Ausführungen über die Verunstaltung der Sprache zu verfallen. Doch auch beim gemeinen Autotester mach sich Verwunderung breit.

Galerie: Erster Test Kia Cee'dNicht nur, dass der Apostroph völlig unnütz ist, nein im Original ist der Name auch noch komplett klein geschrieben. Das Kia-Marketing will uns eine Homophonie zu „seed“, also englisch für Saat, einreden. So sei doch der Cee’d eine hoffnungsträchtige Aussaat der Koreaner, deren Früchte sie jetzt ernten wollen.

Made in Europe

Doch genug der Kaffeesatzleserei, zurück zum Auto. Dessen Ursprung liegt nicht im fernen Asien, entwickelt wurde der Cee’d komplett im Technik-Center in Rüsselsheim. Und: Der auf einer völlig neuen Plattform stehende Kompakte wird sogar in Europa gebaut, im slowakischen Zilina hat Kia ein eigenes Werk errichtet.

Optisch soll der 4,23 Meter lange Fünftürer genau den Geschmack der autoverwöhnten Europäer treffen. Doch die Designer zeigen wenig Mut zu Experimenten. Der Kia wirkt unspektakulär: Große, rundliche Flächen ohne Kanten und Ecken. Gefällig ja, aber auf keinen Fall aufregend.

Galerie: Erster Test Kia Cee'dDas Cockpit wirkt aufgeräumt, die drei Rundinstrumente sind sehr gut ablesbar. Auch hier wäre etwas mehr Frische wünschenswert. Die Materialien bieten dagegen kaum Anlass zur Kritik, wenngleich der Mix zwischen sehr gut und nur befriedigend schwankt.

Sitzt gut

Fahrer und Beifahrer sitzen auf bequemen Sesseln mit ausreichend Seitenhalt und Lordosenstütze (ab Ausstattungslinie „LX“). Das höhen- und tiefenverstellbare Lenkrad ist schnell in die Richtige Position gebracht, große Außenspiegel bieten einen guten Blick nach hinten.

Den Schulterblick behindern vor allem Mitfahrer auf der Rückbank, die den knapp bemessen Platz meist komplett ausfüllen. Vor allem die Kopffreiheit macht Menschen über 1,85 Metern zu schaffen. Allerdings kann die Konkurrenz hier auch nicht mit Paradewerten aufbieten.

Alte Benziner, neue Diesel

Galerie: Erster Test Kia Cee'dKia bietet den Cee’d in fünf Motorisierungen an. Die bekannten Benziner starten mit einem 109 PS starken 1,4-Liter-Vierzylinder (ab 14.300 Euro) und Enden beim 2,0-Liter-Aggregat mit 143 PS und 186 Newtonmeter (ab 19.230 Euro). Dazwischen rangiert eine 1,6-Liter-Version, die 122 PS leistet (ab 15.750 Euro)

Auf unserer ersten Ausfahrt begleitete uns der Einstiegsbenziner. Er ist das einzige Modell, das ab Werk in der Ausstattungslinie „LX Basis“ kommt, alle anderen bringen schon die höherwertigeren „LX“-Linie mit. Beim 1.4 wird dafür ein Aufpreis von 470 Euro fällig, dafür gibt’s dann unter anderen elektrisch einstellbare Spiegel, Außenspiegel in Wagenfarbe und die bereits erwähnte Lordosenstütze.

Die Basis braucht Zeit,…

Galerie: Erster Test Kia Cee'dMit dem 1,3 Tonnen schweren Kompakten hat das Aggregat seine Mühen, kleinere Steigungen oder spontane Überholvorgänge zwingen den Cee’d in die Knie. Den Sprint von Null auf 100 km/h absolviert der mit einem manuellen Fünfganggetriebe gekoppelte Kompakte in 11,6 Sekunden. Auch für den Zwischensprint von Tempo 60 auf 100 im vierten Gang nimmt sich der Kia rund zehn Sekunden Zeit.

Den vielen erforderlichen Gangwechseln kommt das etwas störrische Getriebe nicht unbedingt entgegen. Immerhin ist die Box exakt geführt. Etwas, das man von der Lenkung nicht behaupten kann. Das ungenaue Volant erfordert in Kurven häufig Korrekturarbeiten. Beschwerdefrei ist das Fahrwerk. Es bietet ausreichend Komfort und federt auch schlimmste Schlaglöcher im portugiesischen Asphalt akzeptabel ab.

…der Diesel hat’s eilig.

Galerie: Erster Test Kia Cee'dGanz anders als der Benziner präsentiert sich der komplett neu entwickelte 1,6-Liter-Diesel. Zwei Leistungsstufen stehen zur Wahl, 90 PS (ab 16.400 Euro) und 115 PS (ab 17.785 Euro). Wir entschieden uns für den stärkeren der beiden Selbstzünder und wurden mit jeder Menge Fahrspaß belohnt.

Seine 255 Newtonmeter stehen bereits bei 1.900 Touren bereit und dauern bis 2.750 Umdrehungen an. Sie sorgen für ausreichend Durchzug in allen Bereichen. Serienmäßig wird der Diesel mit einem Sechsgang-Getriebe ausgeliefert. Bei den Verbrauchswerten halten sich sowohl Benziner als auch Diesel zurück. 6,1 Liter Super im Durchschnitt sind’s beim 1.4, der Selbstzünder genehmigt sich 4,7 Liter

Vier gewinnt

Vier Ausstattungsvarianten bieten dem Käufer eine gute Basis, die aus der umfangreichen Aufpreisliste ergänzt werden kann. Kia hat fast jeden Schnickschnack im Angebot, von Sitzheizung bis Navi. Dieses (ohne Kartendarstellung) wird Weitsichtige mit der kleinen Schrift allerdings zur Verzweiflung bringen.

Galerie: Erster Test Kia Cee'dAls äußerst angenehm erweist sich dagegen die beiden zusätzlichen Audioeingänge (AUX, zum Beispiel für den iPod sowie eine USB 2.0 Schnittstelle für Speicher-Sticks). Das praktische Extra ist ab Ausstattungslinie EX Serie.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Kia stellt mit dem Cee’d eine solide Alternative im C-Segment auf die Beine. Verbesserungswürdig ist die Lenkung und die veralteten Benzin-Motoren. Doch wie bei den meisten Konkurrenten stellen planmäßig die Selbstzünder den Löwenanteil. Später 2007 soll der aus dem Carnival bekannte Zwei-Liter-Diesel folgen, der mit 140 PS das Angebot nach oben abrundet.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.