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Galerie: Erster Test Kia Optima Hybrid

Erster Test: Kia Optima Hybrid

Mit Leuchtturm-Funktion

09.10.2012

Nein, auch für den neuen Optima bleiben Kias Absatzziele in Deutschland auf bescheidenem Niveau. Gegen Passat und 5er haben die Konkurrenzmodelle der Importeure nun mal keine Chancen. Dennoch will Kia den Namen Optima vorsichtig aufbauen und als künftigen Imageträger installieren. Als ganz besonders geeignet sehen die Koreaner dafür die neue Hybridversion, die wir bereits testen durften.

Ob Magentis oder Opirus – die Versuche von Kia, in der Mittelklasse Fuß zu fassen, sind in Deutschland recht kläglich gescheitert. Mit dem neuen Optima, der in den USA überaus erfolgreich ist, konnten die Koreaner hierzulande immerhin schon einige Achtungserfolge bei Tests und Vergleichstests einfahren. Und auch sein gefälliges Design hat eine Strahlkraft, die sich positiv auf das Image von Kia auswirkt.

Über die nun in den deutschen Markt eingeführte Hybridversion soll die Baureihe auch als technisch Fortschrittlich wahrgenommen werden. Optisch gelingt das nur bedingt, denn Kia hat mit lediglich kleinen Maßnahmen an Front und Heck den Cw-Wert von 0,29 auf 0,26 gesenkt. Am markantesten sind noch die 17-Zoll-Leichtmetallräder im aerodynamisch vorteilhaften Design. Weniger augenscheinlich sind Maßnahmen wie eine Unterboden-Verkleidung oder der Kühlergrill mit aktiver Lüftungsklappe.

Farbdisplay als Strom-Fluss-Kino

Galerie: Erster Test Kia Optima HybridDer mit einem großzügigen Platzangebot gesegnete Innenraum des Hybrid ist ebenfalls nur in einigen wenigen Details vom normalen Optima unterscheidbar. Etwas mehr Kunst- oder Echtleder sorgt für etwas mehr Premium-Anmutung im ansonsten modernen Innenraum, der allerdings auch leichte Verarbeitungsschwächen aufweist. Besonders ins Auge fällt ein feinauflösendes 4,6-Zoll-Farbdisplay im Kombiinstrument, welches zusätzliche Informationen über den Hybridantrieb kredenzt, wie zum Beispiel in welche Richtung gerade der elektrische Strom fließt.

Wie bei Hybriden üblich, kann dieser Strom vom E-Motor zur Batterie oder umgekehrt fließen. Im Fall des Optima kommt ein sogenanntes Parallel-Hybridsystem zum Einsatz. Hierbei ist ein Zwei-Liter-Benziner mit 150 PS über eine Kupplung mit einem 40-PS-Synchronmotor verbunden. Beim Anfahren und sanften Beschleunigen kommt zunächst die Kraft des Elektromotors zum Einsatz, wird allerdings mehr Power abgefragt, schaltet sich der sehr kultiviert arbeitende Vierzylinder hinzu. Über eine klassische Sechs-Gang-Automatik wird so die Kraft von bis zu 190 PS und 385 Newtonmeter an die Vorderräder weitergegeben.

Könnte spritziger sein

Galerie: Erster Test Kia Optima HybridAllerdings fühlt sich der 1,7-Tonner nicht ganz so spritzig an, wie es diese Leistungseckdaten erwarten lassen. Der Vortrieb ist durchaus ordentlich und soll der Standardsprint nur 9,4 Sekunden dauern, während die Höchstgeschwindigkeit mit etwas mageren 192 km/h angegeben wird. Gefühlt gibt sich der Optima allerdings nicht ganz so durchzugsstark.

Positiv aufgefallen ist uns vielmehr der rein elektrische Vortrieb, wenn man mit sanftem Gasfuß losstromert oder das sogenannte Segeln, bei dem während der Fahrt immer mal wieder der Verbrenner entkoppelt wird und allein der E-Motor den Vortrieb übernimmt. So lässt sich emissionsfrei über kürzere Distanzen dahingleiten.

Lithium-Polymer-Akku braucht Platz

Galerie: Erster Test Kia Optima HybridAnsonsten sorgt der E-Motor dafür, Strom für den Vortrieb zu generieren. Über die Leistungselektronik im vorderen Motorraum wird die so erzeugte Energie in dem im Kofferraum befindlichen Lithium-Polymer-Akku zwischengespeichert, um dann wieder für den Vortrieb genutzt zu werden. Die Batterie verkleinert übrigens den Stauraum des Gepäckabteils von 505 auf etwas unrühmliche 381 Liter.

Sinn und Zweck des eigentlich recht aufwändigen zusätzlichen E-Antriebs ist das Spritsparen, da der elektrische Antrieb dem Verbrennungsmotor einige Arbeit abnehmen kann. Angesichts von Leistung, Gewicht und Automatik sind die 5,4 Liter Benzinkonsum ein wirklich guter Wert, den wir praktisch allerdings im gut 30 Grad warmen Spanien bei eher zurückhaltender Fahrweise, aktiver Start-Stopp-Automatik und laufender Klimaanlage um 2,3 Liter nach oben getrieben haben. Sprich: Werte um sechs Liter dürften praktisch möglich sein, realistischer sind aber Verbräuche um acht Liter.

Kleiner Aufpreis und grundsätzlich günstig

Galerie: Erster Test Kia Optima HybridMit dem Diesel-Optima 1.7 CRDi wird man in etwa gleiche Werte herausfahren können. Insofern ist der Hybrid nicht die große Spritspar-Alternative. Seine Vorteile liegen vielmehr im besseren Abgasverhalten und einem kultivierteren Lauf in Kombination mit einer komfortablen Automatik. Ansonsten kostet der Hybrid mit 29.990 Euro gut 3.000 Euro mehr als der Optima mit Diesel. Im Vergleich zu manchen Baureihen deutscher Hersteller ist dies ein moderater Aufpreis.

Und auch insgesamt kann sich der Optima Hybrid als bemerkenswert günstige Alternative empfehlen, denn im Preis von 30.000 Euro sind eine bereits ordentliche Serienausstattung und die sieben Jahre Garantie enthalten, welche übrigens auch auf die Batterie gewährt wird.

Trotz des in mehrfacher Hinsicht fortschrittlichen und zudem vergleichsweise günstigen Angebots erwartet man bei Kia Deutschland vom Optima allgemein und dem Hybrid im Speziellen nur eine geringe Marktdurchdringung. Wenige hundert Exemplare sind pro Jahr vorläufig geplant, doch will man mit der nächsten Optima-Generation mehr Anteile erobern. Der aktuelle Optima und vor allem die neue Hybridversion sollen mit ihrer Strahlkraft den Weg dahin ebnen.

 
Fazit

Mario Hommen

Die Koreaner können nicht nur billige, sondern auch technisch durchaus anspruchsvolle Autos bauen. Beim Optima Hybrid handelt es sich um eine stattliche, moderne Limousine mit einem zukunftsweisenden Hybridantrieb. Dieser sorgt für moderaten Spritverbrauch und sogar kurze Null-Emissions-Etappen.

Darüber hinaus kann sich der Optima Hybrid noch als besonders preiswerte Alternative empfehlen. Angesichts von Größe, Ausstattung, Antriebstechnik, Sieben-Jahres-Garantie und Design ist der 30.000 Euro teure Image-Aufpolierer ein bemerkenswert günstiges Angebot.
 
 

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