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Galerie: Erster Test Kia Optima

Erster Test: Kia Optima

Neuer Anlauf

09.12.2011

Kias Versuche hierzulande in der Mittelklasse Fuß zu fassen sind bislang allesamt gescheitert. Mitte der 90er Jahre scheiterte der Clarus an diesem Vorhaben und auch der bis 2010 verkaufte Magentis konnte keine Erfolge verzeichnen; vom noch höher positionierten Opirus, der aussah wie eine E-Klasse von Mickey Maus, ganz zu schweigen. Mit dem Optima startet Kia ab dem Frühjahr 2012 einen neuen Versuch – und diesmal mit deutlich besseren Chancen.

Statt mit austauschbarem, asiatischem Einheits-Design wartet der 4,85 Meter lange Kia Optima mit einer eigenständigen, von Ecken und Kanten gezeichneten Karosserie auf. Scharf gezeichnete, schnittige Scheinwerfer, ein auffälliger hantelförmiger Kühlergrill und das inzwischen obligatorische LED-Tagfahrlicht kennzeichnen die Front.

Zufällige Ähnlichkeiten

Galerie: Erster Test Kia OptimaIn der Seiteansicht fällt das für eine Limousine kurze, knackige Heck auf, von hinten ist der Koreaner eher schlicht, ins Auge sticht vor allem das große, ovale Auspuff-Endrohr. Optischen Anleihen bei Ford Mondeo (Heck) oder Opel Ampera (Front) sind freilich rein zufällig.

Obwohl das Hinterteil recht kurz ausfällt, kann sich das Gepäckabteil sehen lassen. 505 Liter passen rein und bei Bedarf lässt sich die Rückbank vom Kofferraum aus umklappen. Aufgrund des eher kleinen Deckels ist die Ladeluke aber schmal und muss das Transportgut über eine nicht allzu niedrige Schwelle gehievt werden.  

Ausreichend Platz

Galerie: Erster Test Kia OptimaIm Innenraum hat’s dank 2,80 Meter Radstand ausreichend Platz in beiden Reihen, allerdings nur in der Länge. Nach oben wird es für größere Mitreisende vorne wie hinten eng, vor allem, wenn das optionale Schiebedach geordert wird. Zweites Manko: Das Lenkrad lässt sich zwar in der Länge verstellen, allerdings ist der Spielraum eher gering und dauert es ein wenig, bis man die richtige Sitzposition eingestellt hat. Das Gestühl selbst ist dagegen angenehm gepolstert und auf Wunsch beheizbar und mit Tierhäuten bezogen.

An der Verarbeitung im fahrerorientierten Cockpit lässt sich nicht viel mäkeln und auch die Materialauswahl ist klassenüblich. Als störend könnte man da schon eher die zahlreichen, mitunter etwas klobig wirkenden Schalter empfinden. Allein auf dem griffigen Lenkrad gibt es derer ein Dutzend. Auffallend schick ist die große, hochauflösende Multifunktionsanzeige zwischen den Rundinstrumenten; das Touch-Screen-Navi hingegen ist eher gewöhnungsbedürftig. Erfreulich: Im Optima gibt es verhältnismäßig viele Ablagemöglichkeiten.

Schwacher Diesel

Galerie: Erster Test Kia OptimaTechnisch eng verwandt ist der Kia Optima mit seinem Konzernbruder Hyundai i40. Von dort ist auch der zum Marktstart einzige verfügbare Motor bekannt, ein 1,7 Liter großer Diesel mit 136 PS. Mit 325 Newtonmeter Drehmoment bei 2.000 Touren ist das Aggregat augenscheinlich nicht wirklich schwach auf der Brust, doch beschert es dem Kia nur verhaltene Fahrleistungen; vor allem im Zusammenspiel mit der etwas trägen Sechs-Stufen-Automatik.

Auch als Handschalter nimmt sich der 1,6 Tonnen schwere Optima Zeit und braucht 10,6 Sekunden um Tempo 100 zu erreichen, aber immerhin gut anderthalb Sekunden weniger als die Automatikversion. In Sachen Höchstgeschwindigkeit laufen beide Getriebevarianten rund 200 km/h schnell, die es zu erreichen jedoch einiges an Anlauf bedarf. Vor allem bei spontanen Zwischensprints und dem Rausbeschleunigen aus der Kurve lässt der Selbstzünder Leistung vermissen.

Schluckfreudige Automatik

Galerie: Erster Test Kia OptimaAnders als bei manchem Mitbewerber, wo die Automatikversionen inzwischen mitunter sogar sparsamer sind als mit manuellem Getriebe, gönnt sich der Wandler im Optima gut einen Liter Sprit auf 100 Kilometer. Im EU-Zyklus ergibt das einen Normverbrauch von sechs Litern, wer selber schaltet, kommt mit 5,1 Liter aus. Und wer dann noch rund 300 Euro für das Stopp-Start-System investiert, soll sogar nur 4,9 Liter verbrauchen. Für die Automaten ist die Motor-Aus-Technik derzeit nicht vorgesehen.

Die etwas behäbige Gangart des Optima passt zum Gesamteindruck, dass der Kia nicht als Dynamiker punkten will, sondern eher fürs entspannte Gleiten gemacht ist. Diesen Eindruck unterstützt auch die Lenkung, die etwas Präzision vermissen lässt. Das Fahrwerk hingegen glänzt mit einer europäisch-straffen, aber dennoch komfortablem Abstimmung – und das trotz der auf den Testwagen montierten 18-Zoll-Räder.

Unkultivierter Motor

Galerie: Erster Test Kia OptimaSieht man vom Motor ab, der mit seinem rauen, unkultivierten und lautem Lauf die Ruhe stört, ist der Kia gut gedämmt. Abroll- und Windgeräusche haben die Techniker erfolgreich aus dem Innenraum verbannt. Bleibt zu hoffen, dass der später im Jahr 2012 startende 170-PS-Benziner oder der ebenfalls angekündigte Hybrid besser gekapselt sind als der Selbstzünder. Dann wäre es richtig leise im Optima.

Über die genauen Preise hat Kia noch nicht viele Worte verloren; sicher ist, dass es zum Marktstart im April 2012 nur den Diesel geben wird, der wohl unter 26.000 Euro kosten soll. Der bereits bekannte Einstiegspreis von 24.900 Euro gilt für den Benziner, der erst später nachgereicht wird. Beide Preise liegen aber unter der Konkurrenz; ein paar hundert Euro gegenüber Toyota Avensis, Peugeot 508 und Co, ein paar tausender sogar spart man im Vergleich zum Platzhirsch VW Passat.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Kia Optima
Motor / Ausstattung   1.7 CRDi
Motor    
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   1.685 / R4
Leistung (kW (PS) / U/min)   100 (136) / 4.000
Drehmoment (Nm / U/min)   325 / 2.000 - 2.500
Antriebsart   Frontanttrieb
Getriebeart   6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.845 / 1.830 / 1.455
Radstand (mm)   2.795
Wendekreis (m)   10,7
Leergewicht  (kg)   1.559
Kofferraum (Liter)   505
Serienbereifung   205/65 R16
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,1 (4,9 mit ISG)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   133 (128 mit ISG)
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   202
Preise    
ab (Euro)   ca. 26.000
Ausgewählte Extras (Euro)   Stopp-Start (300), Panorama-Schiebedach (k. A.), Navigatiosnsystem (k. A.)
 
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Gute Serienausstattung

Galerie: Erster Test Kia OptimaUnd das ohne Verzicht: Zur Serienausstattung Attract zählen neben dem kompletten Sicherheitspaket ein CD-Radio mit USB-Anschluss, Alu-Räder, das Multifunktionslenkrad und der Bordcomputer, ein Tempomat und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. In der Linie „Edition 7“ gibt es zusätzlich einen Parkassistenten, der automatisch in die Lücke lenkt. Diese Version ist auch Voraussetzung für das Automatikgetriebe und die Stopp-Start-Technik.

Das Top-Modell Spirit dürfte kaum mehr Wünsche offen lassen. Neben einem Spurhalteassistenten und einem Reifendruck-Kontrollsystem zählen dann Annehmlichkeiten wie das beheizte Lenkrad, eine Sitzkühlung für den Fahrersitz, Xenonlicht, Rückfahrkamera und das Panorama-Schiebedach zum Serienumfang. Derart aufgerüstet soll der Optima maximal 34.000 Euro kosten.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Die Chancen für Kia, endlich in der Mittelklasse reüssieren zu können, stehen gut. Mit dem Optima haben die Koreaner eine ernstzunehmende Alternative zu anderen Importmodellen im Programm, die mit auffälligem Design und guter Qualität zum günstigen Preis punkten kann. Kleinere Schwächen wie etwa die ungenaue Lenkung, die eingeschränkte Kopffreiheit oder die enge Kofferraumluke übersieht man gerne, der etwas träge Diesel könnte da schon eher ein Hindernis sein.  
 

Der größere Pferdefuß dürfte, in Europa, allerdings das Fehlen eines Kombis sein. Der ist zwar angedacht, auf Grund von Kapazitätsengpässen wird es ihn aber so schnell nicht geben. Denn Kia kommt schon jetzt mit der Produktion des Optima, den es in Asien und den USA schon eine Weile gibt, nicht nach. So sind für den deutschen Markt im Jahr 2012 auch erstmal nur 800 Einheiten vorgesehen.

 

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