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Galerie: Erster Test Kia Sorento

Erster Test: Kia Sorento

Der Stern von Kia

03.08.2006

Seit seiner Markteinführung 2002 hat der Kia Sorento den Ruf, die koreanische M-Klasse zu sein. Nicht zu unrecht, waren doch vor allem der Vorgänger des Stuttgarter SUV und der Südkoreaner optisch recht nah beieinander. Nun erhielt der Sorento - immerhin der erste Koreaner, der es auf eine Lieferzeit von 14 Monaten brachte - ein Facelift.

Die Zulassungsstatistik spricht für den Sorento. Letztes Jahr belegte der Koreaner mit Platz acht von 52 in Deutschland angebotenen SUV und Geländewagen. Die geliftete Version soll mit zwei Zentimetern mehr Länge den guten Rang verteidigen. Oder besser noch steigern.

Mit neuen Stoßfängern an Front und Heck, überarbeiteten Scheinwerfern, Rückleuchten und Radhäusern sowie den neu gestalteten Rund-Um-Schutzleisten will Kia neue Kunden gewinnen. Ordert man den Sorento in Schwarz oder Silber, bekommt man das Fahrzeug nun ganz in Wagenfarbe lackiert. Bei den anderen Couleurs sind die Stoß- und Schutzleisten nach wie vor in dunkler Kontrastfarbe gehalten.

Erstmal nur Diesel

Galerie: Erster Test Kia SorentoAngeboten wir der aufgefrischte Sorento vorerst nur mit einem 2,5-Liter-Dieselmotor. Der Partikelfilter kostet 550 Euro Aufpreis. Im Dezember soll ein 241 PS starker V6-Benziner folgen. Bis dahin ist man mit dem Selbstzünder bestens bedient. Der Sorento kann auf 170 PS und 392 Newtonmeter zurückgreifen. Das maximale Drehmoment liegt bei 2.000 Umdrehungen an, von einem Turboloch ist nicht viel zu spüren.

Auch bei zügiger Fahrt schnurrt das Aggregat leise und unauffällig vor sich hin. Serienmäßig wird ein manuelles Fünfgang-Getriebe verbaut, auf Wunsch ist eine Fünfstufen-Automatik (1.715 Euro) erhältlich. Diese wechselt die Gänge sanft, könnte aber etwas spontaner zu Werke gehen. Ansonsten hängt der Sorento gut am Gas und hält sich beim Verbrauch zurück: Rund acht Liter Diesel genehmigt sich der Kia im Durchschnitt.

Koreanische Gemütlichkeit

Galerie: Erster Test Kia SorentoDas Fahrwerk des Sorento ist, geländewagentypisch, nicht das straffeste. Bequem und mitunter etwas schaukelig bringt der Kia seine Passagiere von A nach B. Zum Kurvenräuber wird er dabei nicht, zumal sich auch die Höhe von 1,80 Metern bemerkbar macht. Wer’s ruhig angeht, wird nicht enttäuscht sein. Unebenheiten und Querfugen schlucken die Gasdruckstoßdämpfer ohne Widerspruch.

Während wir gemütlich über die Autobahn rollen, bleibt Zeit, sich den Innenraum näher anzuschauen. Die Instrumente sind groß, schön gezeichnet und gut abzulesen. Auch die große Mittelkonsole wirkt aufgeräumt, alle Schalter sind logisch angeordnet. Allerdings wären hochwertigere Materialien wünschenswert, die Haptik der Kunststoffe ist verbesserungswürdig.

Auf dem richtigen Weg

Galerie: Erster Test Kia SorentoGegen Aufpreis ist ein Radio-Navi von Becker (400 Euro) erhältlich. Alternativ steht ein großes Navigationssystem von Clarion mit Touchscreen und integriertem Radio (ca. 2.000 Euro erhältlich) zur Verfügung. Die für die Radiobedienung am Bildschirmrand vorgesehen Tasten sind allerdings eindeutig zu klein ausgefallen, während der Fahrt sind sie kaum zu treffen.

Bei den Sitzen wurde zuwenig nachgebessert. Die Sessel in der ersten Reihe sind in punkto Komfort und Seitenhalt akzeptabel. In der zweiten Reihe allerdings ist das Mobiliar viel zu weich ausgefallen. Schade, denn dank der üppigen Beinfreiheit wäre der Sorento auch als Familienkutsche für längere Strecken geeignet. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen, so profitiert man von bis zu 1.751 Liter Gepäckraumvolumen. Durch die separat zu öffnende Heckscheibe ist der Zugang zum Kofferraum erleichtert.

Auf ins Gelände

Galerie: Erster Test Kia SorentoNach kurzer Fahrt erreichen wir unser Ziel: Ein Offroad-Parcours, denn schließlich will der Sorento ja ein echtes SUV sein. Zwei verschiedene Allradsysteme stehen zur Verfügung. Die Basisausstattung LX ist heckgetrieben, bei bis zu 80 km/h kann während der Fahrt auf Allradantrieb umgeschaltet werden.

Die höherwertige EX-Version ist serienmäßig mit einem elektronisch gesteuerten, permanent nutzbaren Allradsystem ausgerüstet. Die Kraft wird stets variabel zwischen Vorder- und Hinterachse aufgeteilt, so dass allzeit optimale Traktion gewährleistet ist. Ermöglicht wird das ganze durch eine Mehrscheiben-Ölbadkupplung. Beide Modelle verfügen zudem über eine separate Getriebeuntersetzung.

Echter Abenteurer

Galerie: Erster Test Kia SorentoKaum abseits befestigter Straßen angekommen, blüht der Sorento richtig auf. Dank Leiterrahmen (der Nachfolger in zwei Jahren bekommt eine selbsttragende Karosserie) und Starrachse ist er bestens gerüstet. Bergauf, bergab, über Stock und Stein: Das Dieselaggregat schiebt den Kia unbeirrt voran. Mit 203 Millimeter Bodenfreiheit kommt der Sorento über viele Hindernisse. Die Steigfähigkeit beträgt 45 Prozent, der Böschungswinkel vorn und hinten je rund 27 Grad.

Dank der Getriebeuntersetzung bringt uns der Sorento selbst durch die Sandgrube heil ans Ziel. Mit Hilfe der starken Motorbremswirkung geht es im ersten Gang auch steilste Hänge hinab, ohne dass die Bremsen bemüht werden müssen. Auf solch unwegsamen Wegen kann auch die Offroader-typische etwas indirekte Lenkung ihr ganzes Potential ausspielen.

Preislich liegt der Sorento LX (inklusive Klimaanlage, Audiosystem, elektrische Fensterheber, elektrische Außenspiegel und 16-Zoll-Leichtmetallräder) bei 29.975 Euro, die EX-Ausstattung kostet 32.940 Euro. Dafür sind zusätzlich eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad, Holz-Alu-Dekor, Einparksensoren, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer sowie 17-Zoll-Räder mit an Bord.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Größtes Manko des Sorento sind die Sitze in der zweiten Reihe. Ist man vor allem allein oder zu zweit unterwegs, ist der Kia eine gute Wahl. Der Dieselmotor überzeugt, ebenso die Geländeeigenschaften. Und auch Onroad kann sich der Koreaner sehen lassen, man darf nur nicht zu viel Sportlichkeit erwarten. Mit dem serienmäßigen ESP hat der Sorento aber einen zuverlässigen Helfer an Bord, der eingreift, wenn man doch zu flott in die Kurve fährt.
 
 

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