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Galerie: Erster Test Kia Sportage

Erster Test: Kia Sportage

Aufmischer

16.07.2010

Kias Kompakt-SUV Sportage bekommt einen mehr als würdigen Nachfolger. Der Plattform-Bruder des Hyundai ix35 mischt das Segment mit dynamischem Design, einem großartigen Dieselmotor und seinem günstigen Einstiegspreis auf.

Dass sich der Sportage optisch an seinem großen Bruder Sorento orientiert, ist keine Überraschung. Das neue, sportliche Kia-Design ist sowohl ge- wie auffällig. Die markanten LED-Tagfahrlichter in den scharf gezeichneten Scheinwerfern dominieren die Front, dem Heck hat Chef-Designer Peter Schreyer mit großen Flächen SUV-typische Masse verliehen.

Auch der Innenraum wirkt modern. Die Mittelkonsole ist mit ihren wenigen Tasten aufgeräumt, die Klimaanlagen-Bedieneinheit glänzt dank moderner Klavierlack-Optik und die Instrumententafel ist übersichtlich und ob großer Ziffern perfekt abzulesen. Ein Ablage-Meister ist der Sportage zwar nicht, doch im großen Handschufach, den Cupholdern, der Mittelarmlehne und einer offenen Ablage hinter dem Schalthebel findet sich ausreichend Stauraum.

Sitzheizung im Fond

Kia SportageDie Verarbeitung des glatten und genarbten Hartplastik, das sich mit der unterschäumten Softtouch-Oberfläche auf dem Armaturenbrett abwechselt, ruft bis auf einige nicht perfekt entgradete Kanten keine Kritik hervor. Und auch das Platzangebot auf den komortablen und auf Wunsch belederten Sitzen ist vorne wie hinten gut. Großgewachsene Fondpassagiere kommen höchstens mit dem Dach in Konflikt, wenn das optionale Panoramadach geordert wurde, das die Innenraumhöhe etwas reduziert. Dafür gibt es sogar auf den hinteren Plätzen eine Sitzheizung (vorne und hinten zusammen 425 Euro). SUV-typisch gering ist allerdings der Seitenhalt des Gestühls.

Mit 564 Litern Stauraum ist der Kofferraum zum einen ausreichend geräumig. Zum anderen ist das Gepäckabteil dank der niedrigen Ladekante und der großen Heckklappe einfach zu beladen. Ein Handgriff genügt und die asymmetrisch geteilte Lehne der Rückbank klappt nach vorne und bildet eine ebene Ladefläche mit bis zu 1.353 Liter Raum für Gepäck. Das ist allerdings etwas weniger als der Vorgänger zu bieten hatte.

Lahmer Benziner, flotter Diesel

Kia SportageWenn der Kia Sportage am 06. August 2010 beim Händler eintrifft, stehen nur zwei Motoren zur Wahl. Und schon nach einer kurzen Probefahrt dürften wohl die meisten Käufer ihre Entscheidung getroffen haben – zu Gunsten des Zwei-Liter-Diesels, der sowohl leise wie auch vibrationsarm seinen Dienst verrichtet. Der Vier-Zylinder hat zwar nur 136 PS, entwickelt dafür aber bei 1.800 Umdrehungen schon 319 Newtonmeter. Zusammen mit dem gut abgestuften Sechs-Gang-Getriebe wird einem Turboloch der Garaus gemacht und der Sportage tritt aus dem Stand kraftvoll an. Den Verbrauch beziffert Kia auf 5,9 Liter.

Ganz anders der ebenfalls zwei Liter große Benziner. Zwar bescheinigt ihm das Datenblatt eine Leistung von 163 PS, doch möchte man hin und wieder aussteigen und anschieben. Durchzug und Drehfreude sind dem mitterweile in die Jahre gekommenen Triebwerk fremd; hinzu kommt ein lang übersetztes Fünf-Gang-Getriebe das den Elan in keinster Weise fördert. Für Ende 2010 hat Kia einen weiteren, 1,6 Liter großen Ottomotor angekündigt, der zwar weniger Leistung hat, dafür aber dank Benzindirekteinspritzung und Sechs-Gang-Getriebe spritziger sein soll. Gleichzeitig führt Kia dann noch einen zweiten Diesel mit 115 PS aus 1,7 Liter Hubraum ein. Für beide wird es eine Stopp-Start-Automatik geben, die allerdings 300 Euro kosten soll.

Front- und Allradantrieb

Kia SportageWährend es die kleinen Motoren nur mit Frontantrieb geben wird, können die beiden Zwei-Liter-Aggregate wahlweise mit Front- oder Allradantrieb bestellt werden. Der frontgetriebene Diesel ist übrigens die einzige Kombination, für die es die optionale Sechs-Gang-Automatik nicht geben wird. Zwar rechnet Kia mit einem hohen Anteil an 4WD-Dieseln, doch dürfte die Realität anders aussehen. Zumindest die MItbewerber in diesem Segment werden immer häufiger mit Zweirad-Antrieb bestellt; das spart Gewicht und reduziert die Reibung und damit den Verbrauch.

Und benötigt wird der Allrad nur in den seltensten Fällen. Zumal auch der 2WD-Diesel nur wenig Traktionsprobleme hat. Und sollte das Kompakt-SUV bei zu flotter Kurvenfahrt doch über die Vorderräder schieben, greift frühzeitig das ESP ein um den Sportage wieder auf Kurs zu bringen. Unabhängig von der Antriebsart hat außerdem jeder Sportage einen Bergabfahrassistenten an Bord, der den Kia sicher steile Hänge hinunter führen soll.

Sparsamer Allrad

Kia SportageDas Allradsystem selbst stammt vom österreichischen Zulieferer Magna und arbeitet mit einer elektorhydraulischen Lamellenkupplung, die nur bei Bedarf Drehmoment an die Hinterachse leitet. Wird die Kraft nicht benötigt, wird der Sportage über die Vorderräder angetrieben. Anders als beim Vorgänger, der erst bei auftretendem Schlupf die Kraft nach hinten geschickt hat, überwacht das System verschiedene Parameter wie Lenkeinschlag und Gaspedalstellung und versucht so die optimale Kraftverteilung zu ermitteln, bevor die Räder durchdrehen. Erfreulicherweise arbeitet das Allradsystem sehr sparsam. Beim Diesel steigt der Verbrauch nur um 0,1 Liter, der 4WD-Benziner verbraucht mit 7,9 Litern nur 0,3 Liter mehr.

Der neue Kia Sportage ist mit einer elektrischen statt hydraulischen Servolenkung ausgestattet. So entfällt zwar der gesamte mechanische Riementrieb, was sich im positiv auf den Verbrauch auswirkt, doch fühlt sich die Lenkung in der Mittellage ein wenig synthetisch an. Auf nur kleine Korrekturen reagiert der Wagen zunächst nur ungenau, ab einem gewissen Einschlag wird die Lenkung aber bissiger und der Kia lässt sich zielsicher steuern.

Entwicklung in Deutschland

Bei der Fahrwerksabstimmung haben die Ingenieure – die übrigens wie auch die Designer in Deutschland sitzen –  einen guten Kompromiss gefunden. SUV-typisch ist der Sportage nicht zu straff und neutralisiert die meisten Unebenheiten im Asphalt. Nur die gemeinen, kurzen Stöße kriegen die Passagiere zu spüren. Gleichzeitig hat der Kia aber ausreichend dynamisches Potential um seinem Namen gerecht zu werden.

Kia SportageEbenso ausreichend ist die vorbildliche Serienausstattung des Kia. Selbst wer sich für den erst demnächst erhältlichen kleinen Benziner in der Basisausstattung entscheidet, sitzt nicht in einem leeren Auto. Für 19.950 Euro gibt es 16-Zoll-Aluräder, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, ein CD-Radio mit USB-, Aux- und iPod-Eingang, den Bordcomputer, elektrische Fensterheber und eine Klimaanlage. Lohnenswert ist die Investition von 1.600 Euro in die mittlere Ausstattung Vision, dann gehören LED-Tagfahrlicht, 17-Zoll-Alus, das längsverstellbare Lenkrad, Nebelleuchten, elektrisch verstellbare und anklappbare Außenspiegel, ein Regensensor und Parksensoren hinten zum Standard.

Ausstattung im Paket

Außerdem erwirbt der Kunde mit dieser Ausstattung die Option auf weitere Pakete, die für die Basis nicht zur Verfügung stehen, wie etwa die erwähnte Sitzheizung im Paket mit Tempomat und Multifunktionslenkrad (425 Euro), das Sichtpaket mit Rückfahrkamera und Lichtsensor (410 Euro), Xenonlicht (670 Euro) oder das einfach zu bedienende Navigationssystem mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung (1.555). Das alles wiederum ist unter anderem Bestandteil der nochmals 3.400 Euro teureren Top-Version Spirit.  

Technische Daten
 
Marke und Modell   Kia Sportage   Kia Sportage
    2.0 CRDi 4WD   2.0 CVVT 2WD
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.440 / 1.855 / 1.635   4.440 / 1.855 / 1.635
Radstand (mm)   2.640   2.640
Wendekreis (m)   k. A.   k. A.
Leergewicht (kg)   1.600   1.455
Kofferraum (Liter)   564 - 1.353   564 - 1.353
Bereifung Testwagen   215/70 R 16   215/70 R 16
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.995 / R4   1.998 / R4
Leistung (kW / PS)   100 / 135   120 / 163
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   319 / 1.800 - 2.500   195 / 4.600
Antriebsart   Allradantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6   7,6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   156 / Euro 5   180 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,3   10,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   181   184
Preise        
ab (Euro)   25.600,00   21.300,00
Empfohlene Extras   Ausstattung Vision (1.600 Euro), Komfort-Paket (Lenkrad längsverstellbar, elektrisch einstellbare Außenspiegel, LED-Tagfahrlicht, 270 Euro)   Ausstattung Vision (1.600 Euro), Komfort-Paket (Lenkrad längsverstellbar, elektrisch einstellbare Außenspiegel, LED-Tagfahrlicht, 270 Euro)
 
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Von den beiden ab August verfügbaren Motoren ist der Benziner der günstigere, er kostet ab 21.300 Euro. Der auf jeden Fall empfehlenswertere Diesel steht mit 24.100 Euro in der Preisliste. Für den Allradantrieb wird jeweils ein Aufschlag von 1.500 Euro fällig. Auch der kommende, kleinere Diesel ist bereits eingepreist: er wird 22.250 Euro kosten.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Der neue Sportage überzeugt mit gutem Platzangebot, umfangreicher Serienausstattung und einem erstklassigen Dieselmotor. Und das alles bietet Kia zum guten Preis an. Für 25.000 Euro bekommt man den fast komplett ausgestatteten Selbstzünder. Inklusive sieben Jahre Herstellergarantie, die es bei keinem anderen Autobauer gibt.
 

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