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Galerie: Erster Test Kia Venga

Erster Test: Kia Venga

Praktischer Soulist

11.12.2009

Die vierte Kia-Premiere innerhalb eines Jahres ist zugleich das dritte Fahrzeug, dass die Koreaner im B-Segment positionieren. Im wachsenden Kleinwagen-Markt bietet Kia nun neben dem konventionellen Rio und dem seit Anfang 2009 erhältlichen Lifestyle-Kasten Soul mit dem Venga auch noch einen Mini-Van an.

Die Plattform für den nur gut vier Meter langen, dafür aber 1,60 Meter hohen Venga stammt vom Soul. Anders als der lifestyle orientierte Würfel, der in Korea gebaut wird und für den Weltmarkt entwickelt wurde, stammt der Venga komplett aus Europa. Gezeichnet in Frankfurt, entwickelt in Rüsselsheim und gebaut in der Tschechischen Republik, soll der Venga perfekt auf den europäischen Geschmack abgestimmt sein.

Luftiges Ambiente

Galerie: Erster Test Kia VengaDer im Vergleich zum Soul auf 2,60 Meter gestreckte Radstand verhilft ihm zu einem großzügigen Raumangebot, vorne wie hinten. Die üppige Kopffreiheit und ein optionales Panoramadach sorgen außerdem für ein luftiges Ambiente im Inneren des Mini-Vans, der mit Opel Meriva und Citroën C3 konkurrieren will.

Seinen europäischen Wurzeln Rechnung tragend, kommt das Cockpit aufgeräumt und übersichtlich daher und nicht so verspielt und überbordend wie man es von asiatischen Autobauern gewohnt ist. Einzig die kreisrunde Klimaanlangen-Regelung fällt etwas aus der Reihe. Bekannte Bauteile finden sich nur zwei, das Multifunktions-Lenkrad stammt aus dem Soul und das Radio kennt man vom Kompaktmodell C‘eed. Kritik verdienen die straff gepolsterten Sitze: Für längere Fahrten fehlt es ihnen an ausreichender Lendenwirbelunterstützung und Seitenhalt ist auch nicht wirklich ihre Stärke.

Straff abgestimmt

Dabei würde es das Fahrwerk und auch die direkte Lenkung durchaus erlauben, den 1,3 Tonnen schweren Venga flott um die Kurve zu scheuchen. Die Angst der Asiaten, dass ihre Autos als zu weich und schwammig verschrien werden können, scheint tief zu sitzen, und so hat man auch den Venga recht straff abgestimmt. Das fördert zwar die Fahrdynamik, geht aber zu Lasten des Komforts und teilt den Insassen den Straßenzustand unverblümt mit.

Galerie: Erster Test Kia VengaImmerhin kommt die härtere Feder-Dämpfer-Abstimmung auch der Zuladung zu Gute, die mit gut 450 Kilogramm für einen Kleinwagen ordentlich ausfällt. Und Praktikabilität zählt schließlich zu den Grundtugenden eines Mini-Vans. Bei voller Bestuhlung schluckt das Gepäckabteil je nach Lehnenneigung der Rückbank und Stellung des in der Höhe verstellbaren Ladebodens zwischen 314 und 552 Liter.   

Klappt man die asymmetrisch geteilte Rückbank um - das funktioniert mit einem Handgriff -, passen bis zu 1.341 Liter in den Venga. Einen ebenen Ladeboden gibt es allerdings nur, wenn dieser nicht auf der tiefsten Position montiert ist. Dann nämlich muss eine unschöne Stufe überwunden werden.  

Basis-Motoren ohne Durchzug

Galerie: Erster Test Kia VengaZur Markeinführung im Januar 2010 stehen vier Motoren bereit. Ein 1,4er und ein 1,6er als Benziner oder Diesel. Die Basisaggregate leisten jeweils 90 PS, reichen für die meisten Einsatzgebiete sicherlich aus, sind aber alles andere als Spritzig.

Vor allem der Benziner ist mit 137 Newtonmetern weit davon entfernt, als durchzugsstark zu gelten. Für den Standardsprint gönnt er sich 13 Sekunden, maximal schafft er es knapp auf Tempo 170. Vorausgesetzt, der Fahrer rührt ordentlich in dem gut zu schaltenden Fünf-Gang-Getriebe. Bergauf mit zwei Personen an Bord darf es gern der zweite Gang sein - und Vollgas.

Neuer Diesel

Galerie: Erster Test Kia VengaDass macht auch der neuentwickelte 1,4-Liter-Selbstzünder nicht besser, obwohl er immerhin auf 220 Newtonmeter Drehmoment zurückgreifen kann. Die schlagen allerdings erst nach einem ausgeprägten Turboloch zu. Diesel-Fahrern steht für die Kraftverwaltung ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe zur Verfügung. Wer schnell zwischen den Übersetzungen hin und her wechselt, kann den 100 Kilogramm schwereren Diesel-Venga in 14,5 Sekunden auf Tempo 100 bringen.

Wer nicht nur in der Stadt unterwegs ist sondern auch mal längere Strecken auf der Autobahn zurücklegen will oder gar häufiger über Steigungen muss, dem seien die beiden 1.6er ans Herz gelegt, mit 125 PS als Benziner beziehungsweise 128 PS beim Diesel. Damit nähert sich der Venga beim Standardsprint den zehn beziehungsweise elf Sekunden an, und Überholvorgänger können erfolgen mit etwas weniger Nervenkitzel.

Galerie: Erster Test Kia Venga Auf Wunsch mit Stopp-Start

Den Verbrauch gibt Kia bei den Basis-Triebwerken mit 6,2 Liter Benzin und 4,7 Liter Diesel an, der stärkere Benziner konsumiert 6,7 Liter Ottokraftstoff und der große Selbstzünder 4,9 Liter Diesel. Senken lässt sich der Verbrauch mit dem für fast alle Venga optional bestellbaren Stopp-Start-System (300 Euro). Ausnahmen machen nur die als Low-Cost-Variante gedachte Basisausstattung Attract sowie die Top-Version Mind, bei der 17-Zoll-Räder serienmäßig sind, für die es keine Leichtlaufreifen gibt. Die allerdings gehören zum Sparpaket, in dem die Stopp-Start-Automatik inkludiert ist.

Apropos inklusive: Bei allen Vengas gehört das elektronische Stabilitätsprogramm ESC ebenso zum Serienumfang wie Front-, Seiten- und Kopfairbags. Scheibenbremsen rundum, Isofix-Halterungen für Kindersitze und ein Drei-Punkt-Gurt für den mittleren Sitz auf der Rückbank runden das zeitgemäße Sicherheitspaket ab. Schließlich will Kia auch mit dem Venga die Bestnote von fünf Sternen im EuroNCAP-Crashtest erzielen.

Basis ohne Extras

Die Standardausstattung für die Basisversion Attract hält sich ansonsten allerdings in Grenzen: Ein Radio gibt‘s nur gegen Aufpreis, Bordcomputer, Nebelleuchten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber hinten oder Parksensoren sind dagegen gar nicht zu bekommen und auch in der nächsthöheren Linie Vision muss man noch einige Abstriche machen.

Galerie: Erster Test Kia VengaGreift man dagegen zum Spirit, stehen einem sogar Komfortextras aus höheren Fahrzeugklassen zur Wahl, wie etwa eine Rückfahrkamera, die ihr Bild entweder direkt in den Rückspiegel projiziert oder es - falls vorhanden - auf dem großen Bildschirm des integrierten Navigationssystems darstellt. In der Top-Version Mind ist die praktische Einparkhilfe, wie im übrigen fast alles andere auch, serienmäßig.

In der Basisausstattung gibt es auch nur die beiden Basismotoren: 13.990 Euro kostet der Benziner, 15.750 Euro der Diesel. Greift man zur Top-Version, muss man zwangsweise auch einen der großen Motoren nehmen und für den Benziner 18.655 Euro, für den Diesel 20.430 Euro auf den Tisch legen.

Fazit  

Galerie: Erster Test Kia VengaKia setzt auf ein wachsendes Kleinwagen-Segment und bietet mit dem Venga eine geräumige Lösung an, die viel Platz für Passagiere und Gepäck mit bringt. Allerdings dürfte der Venga Konkurrenz im eigenen Hause machen und dem Soul Kunden abziehen. Zwar mag der Soul mit seiner außergewöhnlich Optik ein Lifestyle-Plus gegenüber dem eher schlicht gezeichneten Venga mitbringen, doch ist der Neuling das bessere Angebot. Er bietet mehr Platz für weniger Geld, denn für den Soul müssen rund 1.000 Euro mehr bezahlt werden. Und dabei ist schon der Venga kein Schnäppchen mehr.  

 
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