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Galerie: Erster Test Lancia Delta

Erster Test: Lancia Delta

Reanimator

22.09.2008

Fiat belebt seine Nobeltochter Lancia wieder. Der Delta soll als Startschuss für eine Modelloffensive und eigenwillige Golf-Alternative an die Erfolge des Ur-Delta anknüpfen. Sonst aber hat er mit diesem keine Gemeinsamkeiten. Der Neue glänzt vielmehr als extravaganter Innovationsträger mit starken Motoren, hoher Sicherheit und einigen weiteren Vorzügen.

Wie bei Lancia üblich, wurde auch das Design des Delta nicht dem Massengeschmack angepasst. Die Fiat-Nobelmarke pflegt auch in diesem Fall ihr polarisierendes Image. Selbst wenn die Optik nicht zusagt: Objektiv bietet der Delta, anders als ein Golf, Halsverdreher-Potenzial.

Galerie: Erster Test Lancia DeltaNicht ganz so altbacken wie Lancias der jüngeren Vergangenheit, wirkt der Delta vor mondänen Luxusherbergen trotz moderner Akzente weiterhin stilecht. LED-Lichttechnik an den charakteristischen Front- und schwungvollen Rückleuchten, viel Chrom, eigenwillige Kurven – langweilig sieht anders aus, dynamisch allerdings auch.

XL-Kompakter

Galerie: Erster Test Lancia DeltaDer 4,50 Meter lange XL-Kompakte entzieht sich auch mit seinen Außenmaßen einer klaren Schubladenzuweisung. Als Grenzgänger zwischen Kompakt- und Mittelklasse bietet er auf mäßig konturierten Vordersitzen fürstlich viel Platz. Auch auf der um zehn Zenitmeter in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank ist die Kniefreiheit grandios, hier lässt allein die Kopffreiheit aufgrund der abfallenden Dachlinie Wünsche offen.

Dank der asymmetrisch verschiebbaren und in der Neigung verstellbaren Rückbank kann die Kofferraumgröße zwischen 380 und 465 Liter variieren. Werden die Sitze umgelegt, wächst der Stauraum auf gut 1.200 Liter. Doch sein Inneres macht ihn nicht zum variablen Transporttalent, sondern verwöhnt die Insassen mit Komfort.

Nobelherberge

Galerie: Erster Test Lancia DeltaDies gelingt ihm unter anderem mit Hilfe nobler oder nobel wirkender Materialien wie Chrom, Leder und Alcantara. Das Interieur wurde in Lancia-Tradition gestaltet. Zwar wohltuend anders, ist es aber nicht so plüschig wie bei früheren Modellen der Marke. Das an vielen Stellen verbaute Hartplastik und leichte Schwächen in der Verarbeitung trüben das insgesamt doch schmucke Ambiente.

Die Bedienung ist so simpel wie sonnenklar und stellt den Fahrer vor keine größeren Probleme. Wer auf viele Funktionen steht, kann Extras wie ein Bose-Soundsystem, ein riesiges Glasschiebedach, eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Super-Navi und eine Bluetooth-Freisprechanlage ordern.

Innovationsträger

Galerie: Erster Test Lancia DeltaWohl eher überflüssig, aber im Fiat-Konzern nun erstmalig erhältlich, ist eine Einpark-Automatik, die das Lenken beim Einparken übernimmt. Dank des serienmäßigen City-Modus ist die klassische Lenkarbeit beim Parken aber so leicht, dass man auf diese Hilfe eher verzichten sollte. Ebenfalls neu im Fiat-Konzern ist der Spurhalteassistent, der den Wagen während der Fahrt, wenn nötig, zurück in die Spur zurücklenkt.

Bereits in der Basis ist der Delta dank guter Geräuschdämmung und komfortabler Abstimmung ein betont langstreckentaugliches Auto. Das präzise Fahrwerk gefällt mit hoher Spurstabilität auch bei Top-Speed. Neben kräftig zupackenden Bremsen sorgt das umfangreiche Paket elektronischer Regelsysteme für eine hohe aktive Sicherheit.

Absolut sicher

Galerie: Erster Test Lancia DeltaAbsolut Handling System nennt Lancia das vernetzte Zusammenspiel von ESP und Unterprogrammen wie Berganfahr-Assistenten, elektronischem Differenzial und Antriebsschlupfregelung. Dieses Regel-Orchester sorgt für eine sichere wie dynamische Fahrvorstellung.

Gegen einen schnellen Kurvenstrich hat der spontan einlenkende 1,5-Tonner wenig einzuwenden, folgt sauber den Vorgaben, wird im Untersteuern vom ESP sicher auf Kurs gehalten. Superhandlich ist der Delta allerdings nicht und beim Beschleunigen aus Kurven stört das Zerren der Vorderräder an der Lenkung etwas.

Auch bei der passiven Sicherheit ist die Delta-Basis hoch gerüstet. Sieben Airbags umfasst die Serienausstattung. Dank der zudem steifen Karosseriestruktur reichte es beim Euro-NCAP-Crashtest für ein Fünf-Sterne-Topergebnis.

Starke Diesel

Galerie: Erster Test Lancia DeltaAls Einstiegsmotorisierung bietet Lancia einen 120 PS starken zwangsbeatmeten 1,4-Liter-Benziner. Alternativ gibt es diesen Motor auch mit 150 PS. Außerdem stehen drei Diesel zur Wahl. Erstmalig im Fiat-Konzern kommt im Delta ein neuer 1,9-Liter-Twinturbo mit beeindruckenden 190 PS ins Angebot. Nur etwas schwächer ist der 165-PS-Zweiliter-Diesel. Ein ebenfalls noch hohes Leistungsniveau bietet der von uns gefahrene 1,6-Liter-Basisdiesel mit 120 PS.

Dieser kleinste Diesel ist bereits bei niedrigen Drehzahlen gut fahrbar, das typische Turboloch gering. Ab 1.500 Umdrehungen liegt das Maximaldrehmoment von 300 Newtonmeter an. Der 100-km/h-Sprint lässt sich mit diesem Druck in unter elf Sekunden abhaken, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 190 km/h. Nach Aussage von Lancia liegt der Spritkonsum des bereits Euro-5-tauglichen Motors bei knapp fünf Litern auf 100 Kilometer. Auf unserer flotten Ausfahrt zeigte der Bordcomputer einen um rund 50 Prozent höheren Verbrauch an.

Happiger Einstieg

Traditionell positioniert Lancia seine Modelle preislich auf etwas höherem Niveau. So auch den Delta. Zumindest für einen Kompakten ist der Basispreis von 20.000 Euro happig. Dafür bekommt man mit dem 120 PS Basisbenziner neben viel Leistung auch eine üppige Ausstattung. Die Einstiegsversion Argento trumpft mit variabler Rückbank, Mittelarmlehne vorne, in Höhe und Länge verstellbarem Lenkrad und Fahrersitz, sieben Airbags, ESP, LED-Tagfahrlicht, MP3-fähigem CD-Radio, elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln sowie einer Klimaanlage auf.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Lancia Delta 1.6 Multijet 16V
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe in mm   4.520/ 1.797 / 1.497
Radstand in mm   2.700
Wendekreis in m   10,8
Leergewicht in kg   1.485
Kofferraum in l   380 - 1.190
Bereifung Testwagen   195/55 R16
Motor    
Hubraum in ccm   1.598
Leistung in PS   120
Drehmoment in Nm   300
Verbrauch    
Kombiniert laut Werk l/100km   4,9
Co2-Emissionen in g/km   130
AS24-Verbrauchsrunde in l/100km   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h in s   10,7
AS24-Sprint 0-100km/h in s   k.A.
AS24-Stop 100-0km/h in m   k.A.
Höchstgeschwindigkeit in km/h   195
Preise    
in € ab   22.400
 
Vergrößern
Verkleinern
 

Galerie: Erster Test Lancia DeltaAttraktiv ist die Investition in die etwas höhere Ausstattung Oro. Für zusätzlich 2.300 Euro bekommt man noch Komfortdetails wie eine Lederausstattung, Aluräder und mehr. Die Top-Version Platino bietet schließlich noch ein großes Glasschiebedach, eine Zweifarbenlackierung und eine Klimaautomatik. Allerdings ist diese Ausstattung nur mit Motoren ab 150 PS kombinierbar und macht den Delta dann mindestens 26.000 Euro teuer.

Fazit

Lancia hat wieder ein massentauglicheres Modell im Programm. Dies ist vielleicht noch die größte Gemeinsamkeit zwischen altem und neuem Delta. Letzterer ist ein besonders großer Kompakter, empfiehlt sich dabei aber nicht als besonders variables Raumwunder und Transporttalent. Dafür bewegt sich der bedingt fahraktive Delta bei Komfort und Sicherheit voll auf der Höhe der Zeit. Er bietet viele neue und teilweise auch attraktive Techniken, ein extravagantes Styling innen wie außen und einen zwar hohen aber angesichts des Gebotenen auch fairen Preis. Für eine fast schon todgeglaubte Marke gibt der Delta zumindest starke Impulse für eine vitalere Zukunft.

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