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Galerie: Erster Test Land Rover Defender TD4 2.2

Erster Test: Land Rover Defender TD4 2.2

Der Letzte. Der Beste.

18.11.2011

Bis 2014 wird er gebaut, der letzte Land Rover Defender. Dann ist Schluss und der Nachfolger muss sich von der Legende wohl auch namentlich lösen. Die einzige Neuerung der aktuellsten Ausbaustufe des Urgesteins ist der Motor und dieser Umstand ist im direkten Vergleich mit dem Vorgänger kaum spürbar. Doch für die letzten Baujahre ist er nötig.

Wieder ein Test der sehr kurz sein könnte: Der neue Motor im Land Rover Defender bietet die exakt gleichen Leistungsdaten (122 PS, 360 Newtonmeter) und Verbrauch (10 Liter) wie der 2,4-Liter im ersten TD4. Die Partikel-Emissionen jedoch sind dank Filter auf EU-5-Norm gesunken, die Geräuschentwicklung auch und die Höchstgeschwindigkeit stieg von 132 auf satte 145 km/h.

Ein paar Worte

Galerie: Erster Test Land Rover Defender TD4 2.2Doch nach der ersten Ausfahrt und hartem Geländeritt ist der letzte Defender immer noch ein paar Worte mehr wert.

Die Sitzposition bleibt unbekümmert schlimm, der Wendekreis einem Lkw angemessen und dank der hochflankigen MT-Reifen des Formats 235/85-16 ist der Geradeauslauf eine Herausforderung. Der erste Gang ist für den Alltag viel zu kurz übersetzt.

Schrot und Korn

Galerie: Erster Test Land Rover Defender TD4 2.2Und daher bleibt Defenderfahren auch ohne Dschungel ein Abenteuer, das dem geneigten Motoristen ein Lächeln in die Mundwinkel zaubert. Er ist eine letzte Hommage an das Autofahren des vergangenen Jahrhunderts, wenn man sich vergegenwärtigt, dass selbst ein ABS Aufpreis kostet, ESP und Airbags auch gegen Geld und gute Worte nicht verfügbar sind. Ein Graus für die EU-Kommission und ein Spaß für Menschen, die sich nicht automatisiert durch den Gegend schaukeln lassen wollen.

Ich habe das Glück, den letzten seiner Art durch das südliche Schottland zu bugsieren, wo wunderbare Parklandschaften um trutzige Schlösser liegen und auf dem privatem Grund des Duke of Roxburgh Bäche gequert und Wälder durchmessen werden dürfen.

Gut gerüstet

Galerie: Erster Test Land Rover Defender TD4 2.2Die montierten Matschreifen sind hier, abseits der schmalen Straßen, unentbehrlich, die enorme und beim Ein- und Aussteigen hinderliche Bodenfreiheit ein Segen. Die kantige Karosserie in Verbindung mit dem kurzen Radstand des von mir pilotierten 90ers lässt den enormen Wendekreis bald vergessen, die schmale Karosserie lässt zwischen den Bäumen die unmögliche Sitzposition als pure Notwendigkeit erscheinen.

Wunderbar ist auch der urzeitlich anmutende, zweite Ganghebel auf dem monströsen Mitteltunnel, um beliebig Untersetzung und Zentraldifferenzialsperre zu kombinieren. Das ist weniger häufig nötig als gedacht, weil die unüblich starke Achsverschränkung den Rädern einen sehr guten Bodenkontakt beschert. Im Zweifelsfall sollte sie dennoch lieber früher als zu spät zum Einsatz kommen, weil die hakelige Handhabung eine Bedienung "on-the-fly", also während der Fahrt, nur von außerordentlich versierten Defendrians beherrscht wird.

Extra-Licht

Galerie: Erster Test Land Rover Defender TD4 2.2Nachts ist es stockdunkel in Schottlands Wäldern, was den Einsatz der zusätzlich montierten Flutlichter erfordert. Sie sind wasserdicht und helfen bei Wasserdurchfahrten auch den Fischen beim Zugucken, als ich die offizielle Wattiefe von 500 Millimeter dank Bugwelle um mindestens 50% überschreite.

Die ebenfalls montierte Seilwinde ist bequem von innen zu bedienen, nachdem der Haken von jemandem mit geeignetem Schuhwerk an ebenso geeigneter Stelle fixiert wurde. Sie kommt allerdings nur zum Einsatz, wenn man sich verfahren (was in dunklen schottischen Wäldern vorkommen kann) oder die Route schlecht geplant hat. In unserem Fall war es dagegen die Absicht der Streckenplaner, uns Gelegenheit zu geben, den Testwagen auch wirklich einzusauen.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Ein  Land Rover Defender ist auch als TD4 mit 2,2-Liter-Motor in etwa so praktisch wie ein Plattenspieler - für den Kenner stellt er jedoch das Größte seit geschnitten Brot dar.
 

Sieht man von den auf dem Scheiterhaufen der Geschichte gelandeten Lüftungsklappen unter der Windschutzscheibe ab, ist der TD4 in seiner aktuellen Motorisierung der beste Defender: Es gab nie einen schnelleren, leiseren, umweltfreundlicheren oder heizbareren. Nach 2014 wird es ihn wohl nur noch als Lizenzbau in Südamerika, Afrika oder sonst wo geeigneten Weltmarkt-Reservaten zu kaufen geben. Bis dahin bleibt er der älteste Neuwagen Europas und der beste Geländewagen schlechthin.

Tipp: Wenn Sie einen Defender (ab 26.690 Euro) kaufen, denken Sie an ein paar Extra-Euro für ein ordentliches Radio – das ist das Einzige, was man wirklich tauschen muss.

 

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