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Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-Stopp

Erster Test: Land Rover Freelander 2 Start-Stopp

Der Cityroader

05.12.2008

Klimakrise, Finanz- und Konjunkturkrise – es wird einem Angst um die Zukunft kleiner Autohersteller…  Gerade rechtzeitig und mit einem guten Gespür für Timing stellt Land Rover die Weichen für die Zukunft: Wir konnten in London das erste SUV der Welt mit Start-Stopp Automatik fahren.

Glückes Geschick in diesen Zeiten: nur Monate bevor Land Rovers Mutterkonzern Ford bei der US-Regierung um Milliarden betteln muss, hat sich der indische Industrielle Ratan Tata die britische Traditionsmarke geschnappt. Er ist Auto-fanatisch genug, eine Neuausrichtung der Marke zu finanzieren und den SUV-Spezialisten den rechten Weg Richtung Zukunft zu ebnen.

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-StoppUnd der Weg wird steinig. Alle Land Rover Modelle, vom Freelander über Defender und Discovery bis zum Range Rover, leiden unter zu viel Gewicht. Die Nachfolgemodelle werden etwa eine halbe Tonne abspecken müssen um auch in Zukunft im Gelände den Ton angeben zu können und nicht auf dem klimapolitischen Abstellgleis zu landen. Doch bevor diese tiefgreifenden Maßnahmen mit den nächsten Modellen anlaufen, stellen die Briten auf Basis des aktuellen Freelander 2 ihren ersten Schritt in Richtung  Hybrid vor: Den TD4_e mit Start-Stopp-System.

Die notwendigen Maßnahmen klingen übertrieben, wenn man den doch relativ simplen Effekt von Start-Stopp (beim Ampelstopp geht der Motor aus, vor dem Losfahren geht er wieder an) betrachtet:  E-Starter und Batterie, Tellerrad und Reibungsscheibe, Spannungswandler und Bremsvakuumsensor mussten angepasst, überarbeitet, verstärkt oder eingebaut werden. Doch die wochen- und monatelangen Anforderungs- und Konzeptionsphasen haben sich gelohnt, denn das System ist durchaus stimmig, so viel sei schon jetzt gesagt.

Stadtparcours

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-StoppUm zu erfahren, ob es auch effizient im Sinne der Verbrauchs- und CO2-Reduktion ist, fuhren wir den sparsamsten aller Land Rover (laut Hersteller verbraucht er nur knapp sieben Liter Diesel) in drei für diese Fahrzeuggattung durchaus üblichen Situationen: In-die-Stadt-Pendeln, Stadtverkehr, Offroad. Obwohl letzteres in einem eher künstlichen Parcours stattfand.

Land Rover Chef Phil Popham beteuert gerne, dass der Freelander TD4_e gegenüber dem bisherigen TD4 nach EU-Zyklus etwa 8 Prozent weniger Sprit benötigt – bei einer unveränderten Leistung von  150 Diesel-PS. Die gute Nachricht: Das ist noch nicht alles. Denn im virtuellen EU-Testzyklus (er dauert nur 20 Minuten) sind nur sehr wenige Ampelstopps vorgesehen. Das reale Leben ist – auch was den Spritverbrauch angeht – viel härter, was sich in unserem Testalltag mit den verschiedensten Autos immer wieder zeigt. Laut Popham ist das aber genau die Stärke des Start-Stopp-Freelanders:  So hat seine Entwicklungsmannschaft den TD4_e in der Praxis mit einer Ersparnis von bis zu 20 Prozent durch London gefahren.

Je fieser desto besser

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-StoppJe höher nämlich der Anteil an Stop-and-Go Verkehr ist, desto besser wird der Start-Stopp-Landy. Jede Rotphase wird normalerweise zum Spritvernichter. Mit Start-Stopp an Bord wird in der Wartezeit Sprit gespart. Dabei funktioniert das System narrensicher: Ausrollen, Gang raus, Kupplung loslassen, fertig. Diesen Ablauf hat man nach ein paar roten Ampeln intus.

Das System kennt jedoch Einschränkungen, die auch von anderen intelligenten Start-Stopp-Systemen bekannt sind: Außentemperatur unter 3 Grad Celsius, Heizungs- oder Kühlungsbedarf im Innenraum, eine entladene Batterie oder erforderlicher Bremsdruck lassen den Motor bei Bedarf wieder anspringen um diese Zusatzaufgaben leisten zu können. In unserem Test mussten wir diese Bedingungen erzwingen, einzig die Einsatztemperatur von über 3 Grad scheint für kontinentale Bedingungen im Winter eine Einschränkung zu sein.

Bordcomputer

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-StoppVom Flughafen Heathrow über die M4 Richtung London erreichte der neueste Freelander eine Reichweite von 34 Mpg (Miles per Gallon) was einem Verbrauch von 6,9 Litern pro 100 Kilometer entspricht. Das ist der erwartbare Teil des Tests, denn die Geschwindigkeiten liegen auf dem Motorway nicht sehr hoch (Tempolimit 60mph, also etwa 100 km/h), der Verkehr ist flüssiger als man es sich zu Stoßzeiten vorstellen mag.  

Ab Chelsea jedoch geht es ans Eingemachte: Bis zum Battersea-Kraftwerk und weiter zur „Gurke“ liegt heftiger London City-Jam an. Laut Bordcomputer würde eine Gallone Diesel für 27 bis 29 Meilen reichen. Das entspricht einem Verbrauch von 8,1 bis 8,7 Litern.

Keine neun Liter?

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-StoppIm Vergleich mit einem unserer letzten Test-Freelander ist das ein beachtlicher Wert, konnten wir ihn doch im Münchner Getümmel nicht unter zehn Litern bewegen, der Praxisverbrauch lag verkehrsbedingt meist bei über elf Litern pro 100 Kilometer Stadtverkehr. Der TD4_e ermöglicht also tatsächlich eine Einsparung von über 20 Prozent und lässt Phil Popham nicht als Sprücheklopfer aussehen.

Zu allem Überfluss kann der TD4_e im Gelände so viel wie jeder andere Freelander auch. Und der Vollständigkeit halber: Er verbrauchte zwischen 80%-Steigungen und Kiesdurchfahrten, Sandpassagen und Verschränkungssektionen zwischen 13,9 und 15,4 Litern - im ersten Gang, natürlich.

Fazit

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2 Start-StoppAngesichts eines Gewichts von über 1,7 Tonnen und  einer Leistung von gut 150 PS ist ein praxisnaher Stadtverkehrsverbrauch von unter neun Litern für ein SUV wie den Freelander ein sehr gutes Ergebnis. Noch erfreulicher ist, daß ab Mai 2009 alle Freelander-Diesel (mit manuellem Getriebe) das Start-Stopp-System serienmäßig an Bord haben – ohne Aufpreis. Damit ist Land Rover sogar dem Start-Stopp-Pionier BMW voraus: Für deren X3 gibt es kein vergleichbares Paket und auch bei Mercedes GLK und Audi Q5 sieht es nicht besser aus.

Mit dem Start-Stopp macht Land Rover nur den ersten Schritt in Richtung emissionsarmer Fahrzeuge. Als Nächstes können wir Schubenergierückgewinnung und einen Vollhybriden erwarten, ersteres ab 2010, letzteres erst ab 2011. Mit dem vor einem Jahr vorgestellten LR-X könnte dann auch eine neue Leichtbau-Plattform bereit stehen und eine Technologie, die einem Range Rover zu CO2-Emissionen von unter 140 Gramm verhelfen.

 
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