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Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2

Erster Test: Land Rover Freelander 2

Neue Freiheit No. 2

13.11.2006

Konkurrenz belebt das Geschäft und im Falle der SUVs war dies nie so richtig wie heute. Denn auch ein alter Kämpe wie der Land Rover Freelander - einst allein auf weiter Flur - muss sich einer stark gewachsenen Konkurrenz stellen. Land Rover ist überzeugt, daß dies eben nicht über den Preis, sondern über die Eigenständigkeit geht. Schau’ mer mal…

Optisch ist der kleinste Landy deutlich als solcher zu erkennen, vor allem die Heckansicht zeigt Familienzugehörigkeit: Das „flying roff“ und die abgedunkelte C-Säule finden sich auch am Range Rover. Die Frontansicht dagegen das wird schon beim Einsteigen und erst recht auf den ersten Testkilometern deutlich ist zu nah am Vorgänger: Der Freelander 2 hat mit diesem nichts mehr gemein - und das ist gut so.

Innen fein

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2Der Innenraum ist viel großzügiger als es die flache Erscheinung erwarten lässt, das optionale Doppelglasdach (die Preise für Zusatzausstattungen stehen noch nicht fest) verstärkt diesen Eindruck noch. Die Armaturen erinnern an Range und Discovery und sind ebenso intuitiv bedienbar, die Sitze sind großzügig geschnitten und sehr komfortabel. Selbst das Lenkrad scheint direkt aus einem Range Rover Sport zu stammen, es ist lediglich kleiner.

Auch hinten finden Einsneunzig-Menschen ordentlich Platz, lange Strecken versprechen auch für vier Passagiere zu einer entspannten Nebensächlichkeit zu werden.

Einstiegsdiesel

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2Als Einstiegsvariante steht zur Markteinführung im Frühjahr 2007 ein Vierzylinder Dieselmotor mit 160 PS Leistung zur Verfügung. In unserem Testwagen ist er an ein manuelles 6-Gang Schaltgetriebe gekoppelt, das sich hervorragend schalten lässt. Die Gangabstufungen sind gelungen, der Motor legt mit ordentlichem Punch ab 2.000 Touren los. Fahrleistungen und Durchzug sind dementsprechend souverän.

Das Fahrverhalten ist tadellos, die Abstimmung bietet einen sehr guten Kompromiss zwischen Komfort und Straffheit. Allein beim Anbremsen nickte unser Vorserien-Exemplar vorne etwas ein, Feinabstimmung bis zum Serienanlauf sollte dies beheben. Die Lenkung ist überraschend leichtgängig, doch lässt sie an Präzision nichts zu wünschen übrig.

Kernig-kompetent

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2Kernkompetenz eines jeden Land Rovers ist jedoch das Gelände. Und genau hier soll der neue Freelander die Konkurrenz in Form eines BMW X3 oder Toyota RAV4 deutlich distanzieren. Wie mittlerweile auch im großen Range Rover findet sich im kleinsten Landy das „Terrain Response System“, das die jeweils perfekte Abstimmung für verschiedenste Geländetypen vornimmt: Gasannahme, Schaltmodus (beim Automatikgetriebe) und die Regelung der elektronischen Haldex-Kupplung des Allradantriebs für Schotter, Sand oder Matsch nehmen dem Fahrer sonst notwendiges Fachwissen ab. Wir konnten uns vor allem im tiefen Sand der marokkanischen Atlantikstrände davon überzeugen.

Sandkastenspieler

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2Beim Sandfahren gilt vor allem eines: Vortrieb ist alles, stehen bleiben nicht so schlau. Elektronische Sicherheitssysteme wie Traktionskontrolle, ABS und ESP sind also kontraproduktiv. Im Sandmodus lässt Terrain-Response daher durchdrehende Räder zu, die Gaspedalkennlinie wird aggressiv, die Motorleistung auch bei Drifts nicht abgeregelt. Sogar das ABS lässt die Räder bei steiler Bergabfahrt leichter blockieren, um einen helfenden Sandkeil vor den Rädern zur Entschleunigung zu nutzen.

Auf sonst übliche Vorbereitungen wie spezielle Reifen oder niedrigeren Luftdruck konnte ich sandauf-sandab verzichten: Auf Straßen-Pneus zog ich meine Spuren in die Dünen, grad wo es mir gefiel.

Gut gerüstet

Galerie: Erster Test Land Rover Freelander 2Geht es mal etwas holpriger über groben Fels, hilft die Bergabfahrhilfe im Matschprogramm, eine niedrige Kriechgeschwindigkeit einzuhalten. Trotz fehlender Untersetzung lässt sich der Freelander im Standgas über die Verwerfungen zirkeln. Trotz der nur klassenüblichen Bodenfreiheit kommt kein ungutes Gefühl auf, alle Aggregate auf der Unterseite liegen geschützt zwischen stabilen, tragenden Teilen.

Upper-Class

Über dem Diesel ist der quer eingebaute Reihensechszylinder positioniert. Er leistet beeindruckende 230 PS, die den Freelander 2 zu überzeugenden Fahrleistungen befähigen. Leider raubt ihm die serienmäßige 6-Gang Automatik das Temperament, das er akustisch verspricht. Dennoch ist diese angenehm direkt und vermittelt dem Fahrer nicht das Gefühl bei der Gangwahl nur ein Vorschlagsrecht zu haben: Im manuellen Modus setzen die Gangwechsel zwar verzögert ein, doch sind sie angenehm kurz, weshalb sich schnell eine recht dynamische Fahrweise einstellt.

Preislich oben

Die Verbräuche der beiden Testwagen (TD4 Handschalter, i6 Automatik) lagen bei elf bis 16 Litern auf 100 Kilometer - jedoch bei forcierter Fahrweise und viel Vollgaspassagen im Sand. Praxisgerecht ist das natürlich nicht, doch unterstreichen sie den Anspruch an den potentiellen Kunden: Der Preis sollte nicht das entscheidende Argument sein.

Immerhin 31.000 Euro sind für die Standardversion TD4 E fällig, mit ein paar Annehmlichkeiten (Navi, Leder usw.) werden daraus schnell gut 40.000 Euro (TD4 HSE). Noch selbstbewusster ist die Preisgestaltung beim Sechszylinder i6: Knapp 39.000 Euro werden für die S-Version fällig, die Topvariante HSE steht für saftige 45.000 Euro beim Händler.

Fazit

Der Freelander 2 bietet ein überzeugendes Package aus Langstrecken-Komfort, Geländegängigkeit und Luxus im Segment der kompakten SUVs. Preislich orientiert er sich am X3 und wird in Zukunft auch gegen einen weiterem Premium-SUV bestehen müssen: Den Audi Q5. Ob dann der überzeugende Allradantrieb ausreicht, die hohen Preise zu rechtfertigen, wird sich zeigen. Eine willkommene und überzeugende Alternative ist der kleinste Land Rover allemal.

 
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