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Galerie: Erster Test Land Rover Range Rover Sport

Erster Test: Land Rover Range Rover Sport

Der Sportwagen fürs Grobe

12.07.2013

Niemand, aber auch wirklich niemand, käme auf die Idee, mit einem Porsche 911 über Stock und Stein zu fahren. Von einem Geländewagen hingegen erwarten immer mehr Kunden heutzutage ausgesprochen sportliche Talente. Die erfüllt fortan der neue Range Rover Sport – nicht nur mit aufgeladenem V8-Benziner.

Eins vorweg: Mit der Frage nach Sinn oder Unsinn darf man sich dem Range Rover Sport nicht nähern. Gleich mehrmals könnte man sich fragen, ob es das braucht. Ein SUV, obwohl man nur in der Stadt unterwegs ist? Bis zu 510 PS, in einem über zwei Tonnen schweren Geländewagen? Wer so anfängt, wird sich nie einen Range Rover Sport kaufen, doch – zum Glück für Land Rover – verzichten genug darauf, sich dieses Fragen zu stellen.

Neue Basis

Galerie: Erster Test Land Rover Range Rover SportSo dürften sich auch in der zweiten Generation zahlreiche Käufer, vornehmlich Großstädter, für den kleinen Bruder des Range Rovers finden lassen, der diesen Titel nun auch zu recht beansprucht. Bislang trug er zwar den Namen, basierte aber auf dem rustikaleren Discovery; fortan aber ist der 2012 komplett neu aufgelegte Range Rover die Basis für das Sportmodell.

Größter Vorteil dieser neuen Verwandtschaft: Der Sport profitiert von den riesigen Entwicklungsschritten des Ranges, allen voran der Gewichtsreduzierung dank großzügigem Aluminiumeinsatz. Satte 420 Kilogramm wiegt der Neue weniger als sein Vorgänger – bringt damit allerdings nachwievor über zwei Tonnen auf die Waage. Damit ist er immer noch schwerer als seine Konkurrenten, die da heißen Porsche Cayenne, BMW X5 oder Mercedes-Benz M-Klasse.

Straffer und enger

Galerie: Erster Test Land Rover Range Rover SportUm dem Beinamen Sport gerecht zu werden, wurde er im Vergleich zum Range Rover etwas gestutzt, statt fünf misst er „nur“ 4,85 Meter und er ist sechs Zentimeter flacher. Für Fahrgäste und Gepäck bleibt weiterhin jede Menge Platz, und zum ersten Mal können im Sport sogar bis zu sieben Personen reisen. Die beiden Pechvögel, die auf den ebenerdig im Kofferraumboden versenkbaren Klappstühlen sitzen müssen, sind aber wahrlich nicht zu beneiden; diese Plätze sollte man wirklich nur kleinen Kindern zu muten, die auch beweglich genug sind, um über die zweite Reihe in das hintere Abteil zu klettern.

Anders als auf den schweren Clubsesseln im Range Rover sitzt man im Sport auf deutlich strafferem Gestühl, das den Körper fest umschließt. Das ganze Cockpit wirkt enger, man sitzt nicht über den Dingen, sondern mittendrin. Statt eines Drehreglers gibt es einen (etwas unpraktischen) Wählhebel für die serienmäßige Achtgang-Automatik, ein (optionales) Head-Up-Display hat Einzug gehalten und Karbondekor oder Aluapplikationen unterstreichen den sportlichen Auftritt. Wohl oder übel übernehmen musste der Sport das in die Jahre gekommene Multimedia- und Navigationssystem, dessen Bedienung nicht immer leicht von der Hand geht; Jaguar verspricht aber demnächst ein neues System nachzulegen.

Mit Wasserstands-Anzeige

Galerie: Erster Test Land Rover Range Rover SportNagelneu ist hingegen das Wade-Sensing-System, das im Range Rover Sport seine Premiere feiert. Sensoren in den Außenspiegeln behalten, wenn der Land Rover durch Flüsse oder Seen fährt, die Wassertiefe im Blick und stellen sie zum einen grafisch auf dem Display dar, zum anderen ertönt ein Piepston, der sich wie beim Parkassistenten verändert, je höher das Wasser steigt. Mit satten 85 Zentimetern Wattiefe kann der Sport aber deutlich tiefer abtauchen als viele Mitbewerber.

Überhaupt hat der Landy trotz Sportanzug nichts von seiner legendären Geländetauglichkeit eingebüßt. Egal ob Schlamm, Felsen, steile Abhänge oder feiner Sand, nichts hält den Briten so leicht auf. Wie mit seinem großen Bruder ist das Offroad-Fahren ein Kinderspiel; egal ob man mit dem Terrain-Response-Drehregler eine Gangart vorwählt oder die Arbeit komplett der automatischen Steuerung überlässt. Neben den verschiedenen Fahrprogrammen besorgen eine Getriebeuntersetzung sowie Längs- und Quersperren (beides nicht in der Basis) den Rest.

Sportwagen-Werte

Galerie: Erster Test Land Rover Range Rover SportAuf der anderen Seite des Drehreglers hat sich beim Sport der Dynamik-Modus dazugesellt, der die neben der Luftfederung ebenfalls serienmäßigen adaptiven Dämpfer strafft und dem Getriebe Beine macht. Greift man zur stärksten – und teuersten – Version mit Kompressor-aufgeladenem V8-Benziner (ab 88.300 Euro), fallen beim Tritt aufs Gaspedal bis zu 510 PS und 625 Newtonmeter über die vier Räder her und katapultieren den Range Rover in 5,3 Sekunden auf Tempo 100. Dass diese Sportwagenwerte mit Sportwagen-Verbrauch einhergehen, ist eh klar; auf dem Papier sollen es zwölfeinhalb Liter sein, in der Praxis sicher deutlich mehr. Und wer die V-Max von 250 km/h austestet, wird sich noch weiter von den EU-Zyklus-Zahlen entfernen.

Während der Sport – vor allem so motorisiert - auf der Geraden eine hervorragende Vorstellung bietet, müssen in kurvigem Geläuf bauartbedingt freilich ein paar Abstriche gemacht werden. Doch trotz spürbarerer Seitenneigung zirkelt der Neue flinker und präziser ums Eck, als jeder Land Rover zuvor und hat er erst kürzlich beim berühmten Bergrennen Pikes Peak einen neuen Rekord aufgestellt. Dazu hat sicher auch das neue Torque-Vectoring-System seinen Teil beigetragen, dass die Kraft an der Hinterachse vermehrt zum kurvenäußeren Rad schickt.

V8-Diesel und Hybrid folgen

Galerie: Erster Test Land Rover Range Rover SportZumindest in Deutschland dürften die meisten Range Rover Sport aber nicht mit dem übrigens einzigen Benziner, sondern mit Dieselmotor vorfahren, vorzugsweise mit dem drei Liter großen Sechszylinder, der in der 258-PS-Version als TDV6 (ab 59.600 Euro) firmiert und mit 292 PS auf den Namen SDV6 (ab 69.500 Euro) hört. Beiderseits stehen 600 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, die harmonisch von der Achtgang-Automatik verwaltet werden und selbst in der Basis für mehr als ausreichende Fahrleistungen sorgen. So reißt selbst der langsamste Range nach 7,6 Sekunden die 100-km/h-Latte und läuft 210 Sachen – bei nur 7,3 Liter Normverbrauch.

Während der V6-Diesel und der Benziner zur Markteinführung am 20. September 2013 bereit stehen, müssen ausgesprochene Drehmomentjunkies noch ein wenig warten: der mit 700 Newtonmeter kräftigste Motor, ein 339-PS-Achtzylinder-Diesel – wird erst später nachgereicht. Und auch wer etwas für das grüne Gewissen tun will, muss sich noch ein wenig gedulden, bis der bereits angekündigte Diesel-Hybrid zum Händler rollt; bis dahin sorgt lediglich die stets serienmäßige Stopp-Start-Funktion für ein gutes Umwelt-Gefühl.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Auch wenn die Fahrleistungen - aller Motoren - beeindruckend sind und Land Rover den Kompromiss zwischen Geländegängigkeit und Sportlichkeit sehr gut hinbekommen hat: ein großes SUV bleibt nun mal ein großes SUV. Selbst mit über 400 Kilogramm weniger auf den Rippen ist der Range Rover Sport ein Schwergewicht von über zwei Tonnen, und die lassen sich mit straffen Dämpfern und einem Torque-Vectoring-System, dass ihn förmlich in die Kurve hineinzieht, zwar gut kaschieren, aber eben nicht wegzaubern. Da kann die Längsbeschleunigung noch so brachial sein, spätestens in der Kurve muss das Gewicht der Physik seinen Tribut zollen…

Noch faszinierenden dagegen ist, dass sich der Range trotz der Fokussierung auf die Sportlichkeit die volle Geländetauglichkeit behalten hat. Allein die 85 Zentimeter Wattiefe sprechen Bände, und das formidable Terrain-Response-System macht es auch Offroad-Anfängern leicht, über Stock und Stein zu kommen. Die vielleicht größte Hürde müssen sie allerdings erst einmal alleine überwinden: den Preis.
 
 

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