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Galerie: Erster Test Lexus CT 200h

Erster Test: Lexus CT 200h

Edel-Öko

11.02.2011

Nachahmen oder kopieren? Nicht mehr bei Lexus. Der Toyota-Ableger schickt seine Produkte mittlerweile leicht abseits vom Mainstream ins Rennen, so auch den neuen CT 200h. Der auffällig anders auftretende Kompaktklasse-Neuling vereint feinstes Premium-Flair mit dem besonders effizienten und umweltfreundlichen Prius-Hybridantrieb. Wie diese bislang einzigartige Mischung mundet, haben wir auf einem ersten Probegalopp erfahren.

Bereits optisch hebt sich der gut 4,30 Meter lange Fließheck-Japaner trotz seiner recht konservativen Aura vom Kompaktklasse-Einerlei mit seiner markenspezifischen Formensprache L-Finesse ab. Die bullige Front, die Form der C-Säulen oder das umlaufende Heckfenster – das wirkt durchaus eigenständig, wenn nicht sogar etwas eigenwillig.

In Reinkultur verkörpert der mit kraftvoll breitem Stand gesegnete Fünftürer den Premium-Anspruch der Marke Lexus. Mit seiner traumhaft sauberen Verarbeitung, den geringen Spaltmaßen, viel Chrom-Chichi und modernster Leuchttechnik strahlt er gehobenes Prestige aus. Neben 96 kleinen LED bietet das Hightech-Glitzerkleid des CT in der Topversion Impression Line sogar LED-Vollscheinwerfer.

Edel-Ambiente

Galerie: Erster Test Lexus CT 200hWas die Außenhaut verspricht, wird von der Innenraumgestaltung gehalten. Eine höchst akkurate Verarbeitung, die für Auge und Hand sehr schmeichelhaften Kunststoffe sowie schicke Chromakzente und Naturmaterialien sorgen für eine insgesamt wohnliche Lounge-Atmosphäre. Besonders gut gefallen hat uns eine helle Lederausstattung in Kombination mit einer schicken Bambus-Applikation über dem Handschuhfach. Das Ausstattungsprogramm bietet übrigens viele Kombinationsmöglichkeiten von Hölzern, Leder, Lacken und Rädern.

Die Platzverhältnisse sind auf den vorderen, angenehm konturierten Sitzen gut. Hinten ist auch für durchschnittlich große Erwachsene noch ausreichend Knie und Kopffreiheit vorhanden. Dank des fehlenden Kardantunnels sollte hinten eigentlich besonders viel Freiraum für die Füße sein, doch die weit in den Fond reichende Mittelkonsole schränkt diesen wieder etwas ein.

Praktischer Alltagswagen mit Eigenheiten

Galerie: Erster Test Lexus CT 200hFür die Kompaktklasse üppig dimensioniert ist der 375 Liter große Kofferraum, der allerdings zweigeteilt ist und unter einem Zwischenboden eine Plastikwanne bietet. Topfeben und fast 1.000 Liter groß wird das fein ausgekleidete Gepäckabteil, wenn man zuvor die zweigeteilte Lehne der Rückbank mit zwei Handgriffen nach vorne geworfen hat.

Mit intuitiver Bedienung hapert es ansonsten etwas. Auf der wuchtigen Mittelkonsole und ums Lenkrad herum verteilen sich viele Schalter, Knöpfe und Anzeigen. Und dann springt nach dem Start kein Motor an. Lediglich die Ready-Leuchte im Kombiinstrument signalisiert Fahrbereitschaft. Doch wer sich einen Lexus kauft, sollte sich ruhig mal einen Abend am Kamin mit der Betriebsanleitung beschäftigen. Da gibt es einiges zu entdecken.

Leiser Stromer…

Galerie: Erster Test Lexus CT 200hHat man sich mit den Besonderheiten vertraut gemacht, fährt sich der allein mit einem automatisch schaltenden CVT-Getriebe kombinierbare Vollhybrid sehr entspannt und einfach. Den verchromten Gangwahlhebel auf D legen und lautlos losstromern – der technisch fortschrittliche Antrieb bietet faszinierende Momente.

Denn beim Anfahren wird der Vier-Zylinder-Benziner vorläufig nicht gebraucht und reicht der Strom der Batterie sogar für rein elektrisches Fahren. Spätestens nach drei Kilometern, bei stärkerer Leistungsabfrage oder bei Geschwindigkeiten jenseits der 45 km/h springt dann der Ottomotor zu Hilfe.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Lexus CT 200h
     
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1.798 / 4, Reihe
Leistung (kW / PS)   100 / 136 (73 / 99 Benzinmotor allein)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   142 / 2.800 - 4.400
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   stufenlose Automatik
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.320 / 1.765 / 1.430
Radstand (mm)   2.600
Wendekreis (m)   11,2
Leergewicht (kg)   1.370
Kofferraum (Liter)   375 - 985
Bereifung Testwagen   215/45 R 17
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   3,8
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   87 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   180
Preise    
ab (Euro)   28.900,00
Empfohlene Extras   Querdämpfer und LED-Scheinwerfer
 
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… lauter Heizer

Dabei addieren sich die 99 Verbrennungsmotor-PS mit den 82 PS der E-Maschine zu einer kombinierten Maximalleistung von 136 PS. Allerdings ist der Durchzug verhaltener, als man angesichts dieser nominellen Leistung erwarten möchte. Im Idealfall kann mit dem 1,4-Tonner in 10,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten.

Zwar sorgt der E-Motor beim kräftigen Tritt aufs Gaspedal zunächst für einen kurzweiligen Drehmomentkick, doch das stufenlose Automatikgetriebe relativiert die erste Längsdynamik-Euphorie mit einem ungewohnten Beschleunigungsverhalten. Statt des linearen Anstiegs der Drehzahlen nach jeder neuen Gangstufe, dreht der Verbrennungsmotor bei forciertem Beschleunigen so lange auf hohem Niveau, bis die gewünschte Geschwindigkeit erreicht wird. Das muss man mögen.

1.200 Kilometer Reichweite

Galerie: Erster Test Lexus CT 200hWer es hingegen gelassener angeht, wird sich an dem sonst sehr kultivierten Zusammenspiel aus zwei Motoren und dem CVT-Getriebe erfreuen. Besonders positiv aufgefallen ist beim CT 200h die gute Geräuschdämmung, weshalb der Ottomotor zumindest bei gemäßigter Beschleunigung akustisch kaum wahrnehmbar ist. Erst unter Volllast macht sich dieser in dröhnender Weise unfein bemerkbar. Flotte Autobahn-Raserei wird einem damit eher verleidet, und ohnehin sind maximal lediglich 180 km/h drin. Langstrecken-Vielfahrer könnte dieser vergleichsweise niedrige wohlmöglich abschrecken. Während andererseits die fast 1.200 Kilometer Reichweite für diesen Fahrertypen einen besonderen Reiz ausüben.

Ansonsten haben die Japaner viel dafür getan, dem CT 200h ein Lexus-artiges Premium-Fahrgefühl mit auf dem Weg zu geben. Das Fahrwerk arbeitet feinfühlig und recht komfortabel, ein Aerodynamik-Feinschliff der Außenhaut sorgt für wenig Windgeräusche, die steife Karosserie und zusätzliche Querdämpfer minimieren Verwindungen und Vibrationen.

Sparsam, aber kein Spaßverderber

Galerie: Erster Test Lexus CT 200hUnd dieser Umstand ist auch dem flotten Kurvenstrich zuträglich. Wer zudem den großen runden Drehknopf in der Mittelkonsole einmal kurz nach rechts bewegt, wechselt in einen speziellen Sportmodus. Im dann rot statt blau leuchtenden Kombiinstrument erscheint ein Drehzahlmesser, der Motor dreht höher, der E-Antrieb mobilisiert ein paar Extra-Volt und auch Lenkung sowie ESP unterstützen eine ambitioniertere Fahrweise. Schnelle Kurven lassen sich so trotz ausgeprägter Öko-Orientierung des CT 200h recht lustvoll angehen.

Ein tiefer Schwerpunkt, die breite Spur und eine optimierte Gewichtsverteilung sind weitere Voraussetzungen für gehobene Agilität und von dieser bietet der CT 200h mehr als man gewöhnlicher Weise im Alltag abrufen wird. Doch das gehobene Dynamik-Niveau ist mehr eine Art Zuckerl, denn die eigentliche Bestimmung eines Hybriden ist es, bei möglichst sinniger Fahrweise möglichst niedrige Verbrauchswerte zu erreichen. Dem ambitionierten Spritsparer bietet der Antrieb dafür allerbeste Voraussetzungen.

Wenig Durst, wenig Emissionen

3,8 Liter Benzin lautet die optimistische Verbrauchsansage von Lexus. Praktisch wird man sich allerdings etwas schwer tun, diesen Wert zu erreichen. Bei einem klassischen Mix aus Stadt-, Land- und Autobahnverkehr und sinniger Fahrweise sind aber Werte um fünf Liter durchaus realistisch. Es soll sogar Zeitgenossen geben, die mit etwa vier Litern auskommen.

Neben den damit einhergehenden niedrigen CO2-Emissionen wird die Umwelt auch mit Stickoxid und Kohlenmonoxid vergleichsweise wenig belastet. Selbst sparsamste Dieselmodelle deutscher Hersteller blasen hier noch deutlich mehr Gift in die Luft. Allein für schnelle Autobahnfahrten – und diese machen in Deutschland für viele Autofahrer erst das Salz in der Suppe – hat man mit dem CT 200h auch effizienztechnisch im Vergleich zum Diesel das Nachsehen.

Hohe Anschaffungs- und niedrige Unterhaltskosten

Lexus CT 200hZwar bietet der effiziente Hybridantrieb für Sparfüchse ein paar verlockende Argumente und sollen laut Lexus zudem die Unterhaltskosten für den CT im Vergleich zu den Wettbewerbern geringer sein, doch knallharte Rechner dürften den Luxus-Kompakte kaum in ihr Herz schließen. Rund 29.000 Euro kostet nämlich die Basisversion, wer dann noch eine höherwertige Ausstattung und einige Extras ordert, ist schnell jenseits von 35.000 Euro. Die voll ausgestattete Top-Version Impression Line kostet stolze 41.000 Euro, weist dann aber keine Lücken mehr bei Komfort, Technik und Sicherheit auf.

Sparnaturen dürften derartige Preisregionen eher befremden. Anspruchsvolle und solvente Kunden finden im CT 200h hingegen ein in vielfacher Hinsicht eindrucksvolles Objekt ihrer Luxusbegierden, die sich zudem in allerbestem Einklang mit einem grünen Gewissen bringen lassen.

Fazit

Galerie: Erster Test Lexus CT 200hSparsam, sauber, edel – der Lexus CT 200h liegt voll im Trend. Er ist eine in mehrfacher Hinsicht attraktive Alternative zu Premium-Kompakten wie dem Audi A3 oder BMW 1er. Eine eigenständige Optik, einen herausragend schicken Innenraum und sein Mix aus Benzin- und E-Antrieb sind gewichtige Argumente für den kleinsten Lexus.

Wo der Hybridantrieb allerdings Schwächen offenbart, ist auf der deutschen Autobahn. Langstreckenfahrer, die gerne auch schneller als 200 km/h fahren wollen, dürfte es schwer fallen, sich mit dem Hybridantrieb anzufreunden.

Wer hingegen eher sinnig und möglichst effizient unterwegs sein will und dabei neben dem Geldbeutel vor allem die Umwelt schonen möchte, findet im Lexus CT 200h ein vorbildliches Sparmobil. Immerhin prognostizieren viele Apologeten einen Trend hin zu Premium-Ökoautos mit Wohlfühl-Innenraum. Sollte sich dieser Zukunftstrend durchsetzen, nimmt der CT 200h bereits heute eine Vorreiterrolle ein.

 
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