Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Lexus IS 250C

Erster Test: Lexus IS 250C

Im Rausch der Stille

09.07.2009

Wer offen fährt, will die Elemente spüren, will Sonne aufs Fell und Wind um die Ohren. Letzteres bekommt man im IS 250C allerdings auf höchst manierliche Weise serviert. Statt stürmischer Wirbel umschmeicheln nur laue Lüftchen die Insassen. Auf einem Côte-d’Azur-Ausflug tauchten wir ein in diesen Rausch der Stille.

Im Frühjahr 2004 gab Lexus mit der Studie LF-C einen Ausblick auf die Mittelklasse-Limousine IS. Das Besondere am damaligen Showcar war ein variables Klappdach. Und also wartete die Autowelt seither auf einen entsprechenden Offen-Ableger der Ende 2005 eingeführten IS-Baureihe. Dieser startet nun endlich im Sommer 2009 mit allerdings nicht ganz so idealen Proportionen, wie sie einst der LF-C bot.

Wie so ziemlich jedes andere Klappdach-Cabrio der Mittelklasse, so leidet auch der IS 250C an einem etwas pummeligen Heck. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass eine dreiteilige Aluhaube mitsamt einer komplexen Mechanik im Kofferraum Platz finden muss. Entsprechend groß ist der Bedarf an Stauraum, was zumindest das Hinterteil gestreckt und plump wirken lässt. Ansonsten ist der Frischluft-IS eine gefällige Erscheinung, die mit Noblesse und Unterstatement glänzt – vor allem im offenen Zustand.

Sicher klappen

Galerie: Erster Test Lexus IS 250CIn den Offen-Modus wechselt man einfach per Knopfdruck. Nach 20 Sekunden hat sich das Dach vollautomatisch im Kofferraum zusammengefaltet. Allerdings lässt sich aus Sicherheitserwägungen heraus dieser Vorgang nur im Stand und nicht während der Fahrt erledigen. Als weitere Sicherheitsmaßnahme überwachen Rückraumsensoren den Klappvorgang, damit der nach hinten weit öffnende Heckdeckel nirgends anstößt. Registriert die Sensorik ein Hindernis, wird der Vorgang gestoppt.

Galerie: Erster Test Lexus IS 250CAus dem normal 420 Liter großen Kofferraum ist bei offenem Verdeck nur noch Platz für 165 Liter Gepäck. Ein unterdurchschnittlicher Wert. Wer mehr Ladegut dabei hat, muss dieses bei Offenfahrten entsprechend auf der Rückbank parken. Alternativ kann der Fond auch von zwei zusätzlichen Passagieren belegt werden. Bis etwa 1,80 Meter große Gäste können selbst bei geschlossenem Dach hier noch halbwegs bequem hinten mitreisen.

Kultiviert

Galerie: Erster Test Lexus IS 250CWesentlich bequemer sitzt es sich allerdings in der ersten Reihe. Auf den vielfach verstellbaren Ledersitzen mit optionaler Klimatisierung kann man den gehobenen Komfort des IS entspannt genießen. Neben ordentlichen Platzverhältnissen trumpft der offene IS mit schicken Materialien und vorbildlicher Verarbeitung auf. Zwar sind das Marmor-Imitat in der Mittelkonsole oder die 80er-Jahre-Digitaluhr nicht der letzte Schrei, doch ansonsten präsentiert sich der Arbeitsplatz modern und wohnlich.

Per Fingerdruck wird der Motor gestartet. Statt heißblütigem Sportsound macht sich der 2,5-Liter-V6-Benziner durch ein Höchstmaß an Zurückhaltung akustisch bemerkbar. Kultivierter und laufruhiger ist wohl derzeit kein anderer Motor seiner Klasse. Doch ist eine ähnliche Diskretion auch hinsichtlich der Fahrleistungen spürbar. Für ein über 200 PS starkes Aggregat passiert in Sachen Vortrieb selbst im wählbaren Sportmodus gefühlt zu wenig.

Fährt hinterher

Galerie: Erster Test Lexus IS 250CSanft und stets geräuscharm schleppt sich der IS dahin. Doch nicht nur gefühlt fährt der offene IS der Konkurrenz hinterher, auch die offiziellen Herstellerangaben bestätigen diesen Eindruck: 9,3 Sekunden dauert der 100-km/h-Sprint und 210 km/h wird das Cabrio maximal schnell. Im Vergleich zum offenen BMW 325i mit Automatik sind das deutlich schlechtere Fahrwerte. Der Referenz-Bayer absolviert den Sprint über eine Sekunde schneller und hängt ihn auch mit 243 km/h in der Endgeschwindigkeit deutlich ab. Noch flotter ist der 325i als Handschalter, eine Getriebevariante, die für den Lexus nicht verfügbar ist.

Trotz schlechterer Fahrleistungen bleibt der Japaner auch beim Verbrauch deutlich hinterm BMW zurück. Lexus gibt den durchschnittlichen Spritkonsum des 1,7-Tonners mit 9,3 Litern an, während sich ein offener 325i mit Automatik laut Hersteller mit 7,8 Litern begnügt.

Vor allem geschmeidig

Galerie: Erster Test Lexus IS 250CEtwaige Dynamiktalente des Motors werden unter anderem von der sanft schaltenden Sechsgang-Automatik unterdrückt. Es handelt sich um ein reines Komfortgetriebe, das zudem auf Leistungsabfrage gelegentlich mit etwas nervigem Rauf- und Runterschalten reagiert. Der Sinn für die Schaltwippen hinterm Lenkrad zur manuellen Gangwahl will sich uns angesichts dieser Behäbigkeit nicht so recht erschließen.

Motor und Getriebe harmonieren dafür sehr gut mit dem ebenfalls komfortabel ausgelegten Fahrwerk. Als Hecktriebler mit aufwendiger Achskonstruktion bietet der IS 250C eigentlich eine gute Basis für die wilde Kurvenhatz. Doch hat Lexus den Unterbau fürs sanfte Dahingleiten optimiert. Zudem verleiden das hohe Gewicht, klassisches Cabriozittern und wenig konturierte Sitze größere Ambitionen auf einen flotten Kurvenstrich. Ausgleichende Gerechtigkeit: Die meisten Unebenheiten der Straße werden von den Insassen ferngehalten.

Premium-Preise

Galerie: Erster Test Lexus IS 250CSo empfiehlt sich der IS 250C vor allem als komfortables Genussauto. Dies funktioniert auch dank eines ausgefeilten Aerodynamik-Feinschliffs für den Offenmodus besonders gut. Selbst auf der Autobahn kann man mit offenem Dach und runtergefahrenen Seitenfenstern ganz ohne Windschott dahingleiten, ohne dabei von störenden Verwirbelungen ungebührlich stark belästigt zu werden. Schal und Mütze können bei halbwegs warmen Temperaturen ruhig im Handschuhfach bleiben.

Lediglich der Preis ist gar nicht heiß und dürfte so manchem Interessenten einen kühlen Schauer über den Rücken laufen lassen. Ab 49.650 Euro ist der IS 250C zu haben. Viele Mitbewerber bieten deutlich günstigere Einstiegspreise. Doch bietet der Lexus in seiner Basisversion bereits eine sehr umfangreiche Ausstattung, die diesen Preisnachteil relativiert. Würde man einen 325i auf das Ausstattungsniveau des Offen-IS bringen, wäre der Klappdach-BMW um gut 4.000 Euro teuer. Als besonders preiswerte Alternative will sich der Lexus IS 250C allerdings nicht empfehlen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Lexus IS 250C
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.635/ 1.800 / 1.415
Radstand (mm)   2.730
Wendekreis (m)   10,8
Leergewicht (kg)   1.730
Kofferraum (Liter)   420 - 165
Bereifung Testwagen   225/40 R18 vorne/ 255/40 R18
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   2.500 / V6
Leistung (PS)   208
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   252 / 4.800
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   6-Gang-Automatik
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   9,3
CO2-Emissionen (g/km)   219
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   210
Preise    
ab (Euro)   49.650
Empfohlene Extras   Ausstattungspaket Luxury Line unter anderem mit Bi-Xenon-Licht und klimatisierten Komfortsitzen (3.700 Euro)
 
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Fazit

Wer Cabriofahren auf hohem Komfortniveau wünscht, dem dürfte der IS 250C ganz besonders zusagen. Laufruhiger, geschmeidiger und entspannter kann man mit keinem anderem Viersitzer-Cabrio der Mittelklasse cruisen. Damit könnte der offene Lexus in den USA ein voller Erfolg werden.

In Europa dürfte er hingegen Außenseiter bleiben. Denn hinsichtlich Fahrdynamik fährt der Lexus seinen Mitbewerbern hinterher. Sonnenanbeter und Genussmenschen braucht dieser Umstand allerdings nicht zu stören, denn sie können ihr Cabrioglück im IS 250C auf höchstem Komfortniveau finden.

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