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Galerie: Erster Test Lexus IS F

Erster Test: Lexus IS F

Mit Ooops-Faktor

16.04.2010

Komfortabel und zuverlässig – das sind Werte, mit denen die Marke Lexus bisher von sich reden machte. In jüngster Zeit schicken sich die Japaner außerdem an, auch besonders supersportliche Autos zu bauen. Neben der jüngst gestarteten Extremflunder LF-A hat der Toyota-Ableger mit dem 423 PS starken IS F noch einen ganz heißen Hengst im Stall.

Dass besondere Kräfte in ihm schlummern, daran lässt die Optik des IS F keine Zweifel. Die ovalen und diagonal versetzten Doppelrohr-Auspuffenden links und rechts, breitere Kotflügel, Heckspoiler, 19-Zoll-Räder und großdimensionierte Bremsscheiben – es gibt viele äußerliche Hinweise auf seine Sonder-Dynamik.

Auch innen herrscht ein sportlich akzentuiertes Flair. Darüber hinaus ist der IS F aber auch ein luxuriöses Fahrzeug. Schicke Materialien, gute Verarbeitung, Ledersessel und haufenweise andere Annehmlichkeiten verwöhnen die Insassen. Der Blick auf die Ausstattungsliste imponiert: „Ooops, der hat zehn Airbags und acht Gänge.“

Klingt eindrucksvoll

Galerie: Erster Test Lexus IS FEin Knopfdruck und der mächtige V8 erwacht und zwar mit martialischem Wummern. Wer seiner Umwelt sein sportliches Ansinnen auch klanglich gerne mitteilt, der wird die vielstimmige Grobakustik des IS F wie Opern-Arien empfinden. Dem Brabbeln und Bollern lässt der Motor auf entsprechende Gasbefehle aber auch angemessene Taten folgen.

Enorm viel Drehmoment (rund 500 Newtonmeter) fällt über die dank Regelelektronik dennoch nicht heillos überforderten Hinterräder her. Von kurzem Wimmern und leichten Ausbruchversuchen des Hinterteils einmal abgesehen, setzt der Bolide den Gasbefehl auch erstaunlich sauber in Vortrieb um. Würde man das fein regelnde ESP abschalten, würde man wohl leicht in die Situation kommen, dass das Heck den Vorderwagen überholen will. Freunde der Drift-Akrobatik werden den IS F lieben.

Bis 280 km/h

Galerie: Erster Test Lexus IS FAuf gehobenes Querdynamik-Niveau wurde der IS F bestens ausgelegt. Der Wagen liegt bretthart auf dem Asphalt, folgt sehr präzise und ohne Wankneigungen den Lenkbefehlen. Für eine komfortable Reise-Limousine, die der IS in den zivileren Varianten ja fraglos ist, bietet die F-Version allerdings ein etwas zu hartes Fahrwerk und zu harte Sitze.

Auch Längsdynamisch bewegt sich der IS F auf Top-Niveau. Unter fünf Sekunden soll der Standardsprint dauern und weil der Geschwindigkeitsriegel erst bei 270 (wahlweise auch erst ab 280 km/h) aktiv wird, stellt man auf der Autobahn mit einem wiederum überraschten Ooops fest, dass die Tachonadel sich bereits jenseits der 250 km/h befindet.

Entsprechend durstig

Galerie: Erster Test Lexus IS FEindrucksvoll ist dabei, wie wenig Gefühl man im IS-F zunächst für die Geschwindigkeit hat. Der Wagen liegt auch jenseits der 200 km/h extrem satt und sicher auf der Straße und bleibt dabei das Geräuschniveau innen verhältnismäßig niedrig. Erst der Blick auf den Tacho bestätigt: Nein, nicht der Vordermann schleicht, sondern ich rase.

Und bei dem Blick auf den Tacho kann man nebenbei auf der Verbrauchsanzeige noch Werte jenseits der 20 Liter sehen. Mit seinen knapp über elf Liter Normverbrauch ist der IS F ganz sicher kein sparsames Mobil, doch angesichts der Fahrleistungen ist dies ein normaler Wert. So liegt der Normverbrauch des BMW M3 knapp über dem des IS F, während der neue Audi RS5 knapp darunter liegt. Ein paar Zehntel Liter mehr oder weniger spielen in dieser Leistungs-Liga allerdings keine wirklich entscheidende Rolle.

Acht Gänge

Galerie: Erster Test Lexus IS FEin besonderes Schmankerl des IS F ist übrigens die Acht-Gang-Wandler-Automatik. Das Hochschalten geht überaus schnell und fast unmerklich von statten. Stets bietet der Antrieb das Potenzial, seine Insassen in die stark konturierten Sitze zu drücken. Über das gesamte Drehzahlband bietet der Fünf-Liter-V8 enorme Power und kann die Getriebe-Automatik bei Bedarf umgehend auch mehrere Gänge überspringen.

Günstig zu haben ist der Porsche-Schreck allerdings nicht. Rund 70.000 Euro kostet der mit vielen Komfort-Features gesegnete IS-F. Auch hier könnte einem das bereits mehrfach erwähnte Ooops entfahren. Das ist zwar eine Menge Zaster, doch deutsche Mitbewerber (BMW M3 / Audi RS5  / Mercedes C 63 AMG) sind zumindest ausstattungsbereinigt teurer.

Fazit

Die kleine Schar besonders leistungsstarker Mittelklasse-Limousinen wird nicht mehr allein von deutschen Herstellern gestellt. Auch Lexus bietet mit dem IS F einen extremen Dampfhammer in der Plus-400-PS-Liga an. Und dieser kann sich technisch und fahrerisch mit Power-Kisten von BMW und Audi durchaus messen.

 
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