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Galerie: Erster Test Lexus IS

Erster Test: Lexus IS

Angstgegner

01.12.2005

Audi, BMW, Mercedes und …? Lexus. Auf dem internationalen Markt wird die Edelmarke von Toyota längst in einem Atemzug mit den Premiummarken aus Deutschland genannt. Hierzulande tut man sich noch etwas schwer. Doch spätestens seit dem Hybridhünen RX 400h ist Lexus vielen zumindest ein Begriff. Mit dem neuen Mittelklassemodell IS sollen nun auch die Verkaufszahlen anziehen.

Der neue IS ist nach dem ebenfalls dieses Jahr eingeführten GS (Obere Mittelklasse) der zweite Vertreter der neuen Designlinie L-finess. Mit am wichtigsten war, eine eigenständige Linie mit hohem Wiedererkennungswert zu kreieren. Es ist gelungen: Der IS hat Persönlichkeit, ist kein Plagiat, erinnert nicht an Konkurrenzprodukte sondern in erster Linie an den großen Bruder GS.

Und steht dabei noch satter, wohlproportionierter da mit seinem langen Radstand, den kurzen Überhängen und der sehr hohen Schulter. Er strotzt vor Kraft und wirkt zudem elegant. Womit der IS voll auf die Sportskameraden im Premiumsektor abzielt. Aber dazu später mehr.

Galerie: Erster Test Lexus ISIm Vergleich zum Vorgänger ist der neue IS um 17,5 Zentimeter auf eine Gesamtlänge von 4,57 Meter und um 7,5 Zentimeter auf eine Breite von exakt 1,80 Meter gewachsen. In erster Linie kommt das dem Platzangebot im Innenraum zugute. Allerdings gilt auch hier: Ein Raumwunder ist die Mittelklasselimousine nach wie vor nicht. Nur vorne sitzt man tadellos auf bequemen und zigfach verstellbaren Sesseln. Bei großen Fahrern und egoistischen Beifahrern wird es hinten klassenüblich eng um die Knie. Nur unterdurchschnittlich ist das Kofferraumvolumen von 378 Litern. Skifahrer und Gelegenheits-Baumarktkunden müssen sich mit der serienmäßigen Durchladeluke zufrieden geben, denn eine umklappbare Rückbank gibt es auch gegen Aufpreis nicht.

Edel und solide

Galerie: Erster Test Lexus ISKaum zu toppen ist der neue IS in puncto Wertanmutung. Besonders die Oberflächenkunststoffe an Armaturenbrett und Türverkleidungen suchen ihresgleichen. Das sieht edel und solide zugleich aus, fasst sich wunderbar an und verströmt mehr als einen Hauch von Luxus. Ebenfalls eine Augenweide: die glasklaren Skalen in Durchscheintechnik und der extrem hochauflösende Touchscreen-Bildschirm (Sonderausstattung). In ergonomischer Hinsicht ist die mit Tasten überladene Mittelkonsole dagegen nicht der Weisheit letzter Schluss.

Lexus bietet den IS ausschließlich in zwei Motorisierungen an, als V6-Benziner (ab sofort erhältlich) oder mit Vierzylinder-Dieselaggregat (ab Anfang Februar 2006). Diese Konzentrierung kommt nicht von ungefähr, sondern entspricht nach Lexus-Marktforschung der Hauptzielgruppe. Der Dieselmotor entspricht im Grunde dem kürzlich im Toyota Avensis debütierten 2,2-Liter-Common-Rail-Selbstzünder. Allerdings musste er für den kleinen Lexus auf Längsbauweise umgemodelt werden. Nach wie vor stehen 177 PS und stolze 400 Newtonmeter maximales Drehmoment zu Buche. Laufruhig, aber etwas abrupt in der Leistungsentfaltung, hat er stets leichtes Spiel mit dem IS. 8,9 Sekunden bracht der IS 220d für den Sprint von Null auf Galerie: Erster Test Lexus ISTempo 100 und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sauber zu schaltendes 6-Gang-Getriebe; eine Automatik ist nicht zu haben.

Das beste am Diesel: Einerseits soll er sich mit durchschnittlich 6,3 Litern Diesel pro 100 Kilometer begnügen. Andererseits ist er das sauberste Selbstzünderaggregat in seiner Hubraumklasse. Denn das „Clean Diesel“-System (ein 4-Wege-Katalysator) filtert nicht nur additivfrei 98 Prozent der Dieselpartikel heraus, sondern reduziert auch in hohem Maße die Stickoxide.

Neuer Sechszylinder

Wer ein sportliches Auto gegen BMW und Co positionieren will, braucht natürlich einen leistungsstarken und imageträchtigen Benziner. Der Sechszylinder mobilisiert aus 2,5 Litern Hubraum 208 PS. Damit ist der IS souverän, wenn auch nicht übermäßig motorisiert. Immerhin wiegt der Wagen gut 1,7 Tonnen. Wer also wirklich sportlich unterwegs sein will, darf Drehzahlen jenseits der 5.000 Touren nicht scheuen. Andererseits: Mit der von uns gefahrenen, butterweich schaltenden 6-Stufen-Automatik (optional) ausgerüstet, dürfte Otto-Normal-Fahrer die hohen Drehzahlen überhaupt nicht realisieren. So seidig und vor allem leise geht das Aggregat zu Werke.

Galerie: Erster Test Lexus ISSportlich und Automatik? Kein Widerspruch. Einerseits reagiert der Automat in der „S“-Stellung prompt auf die Befehle des Gasfußes. Andererseits erlauben Schaltwippen am Lenkrad jederzeit den manuellen Eingriff. Kehrseite der V6-Freuden: Sparsam ist das Triebwerk nicht, genehmigt sich im EWG-Zyklus bereits über neun Liter. Bei unseren ersten Testfahrten zeigte der Verbrauchsrechner Werte zwischen elf und 13 Liter.

Was für Kurven!

Um „Sportlichkeit“ attestiert zu bekommen, genügen kräftige Motoren alleine nicht. Hier geht es um Agilität, um präzises Handling und ein stimmiges Gesamtbild. Und auch hier hat der IS mehr als aufgeholt. „Zwischen dem alten und dem neuen IS liegen eigentlich zwei Generationen“, hieß es in der Pressekonferenz. Bei solchen Aussagen gehen die Alarmglocken an. Doch nach den Fahrten auf einem Testgelände und im kurvig-bergigen Hinterland von Valencia klingen die Lexus-Worte wie eine sorgfältig im Vorfeld gestreute Untertreibung. Dank perfekter Achslastverteilung von 50:50 Prozent, einer geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung und einem vergleichsweise leichten Fahrwerk mit zahlreichen Aluminium-Bestandteilen gibt sich der IS wendig und kurvenfreudig. Die Karosserie neigt sich kaum zur Seite und das serienmäßige Stabilitätsprogramm VSC lässt dem IS 250-Chaffeur sogar ein wenig „Spielraum“. Zum ultimativen Kurvenglück fehlt nicht viel: Lediglich die Lenkung könnte noch einen Tick direkter sein.

Galerie: Erster Test Lexus ISDafür muss der IS-Fahrer „Sportlichkeit“ nicht mit übertriebener Härte bezahlen. Der Federungskomfort ist in allen Belangen souverän. Selbst mit Sportfahrwerk, 18-Zoll-Rädern und Reifen mit 40er Querschnitt werden kurze Stoße den Umständen entsprechend gut absorbiert. Auch in Sachen Wind- und Fahrwerksgeräusche ist der IS eine Oase der Ruhe. Von den bereits erwähnten, leisen Motoren ganz zu schweigen.

Zehn Airbags serienmäßig

Einen Spitzenplatz nimmt der IS in Sachen Sicherheit ein. Zehn Airbags sind serienmäßig, unter anderem gibt es Knieairbags für Fahrer und Beifahrer sowie einen Beifahrerairbag mit zwei Kammern. Das erweiterte Fahrdynamik-Management VDIM (bremst den Wagen ausgehend vom Bremspedaldruck, dem Lenkeinschlag, dem Lenkmoment, der Gierrate, der Beschleunigung und der Fahrzeuggeschwindigkeit bevor andere Systeme regeln) ist allerdings nur für den 220d erhältlich. Das Abstandsradar mit dem so genannten Pre-Crash-Safety-System (Mikrowellen-Radarsensor erkennt Hindernisse vor dem Fahrzeug, löst präventiv die Gurtstraffer aus und bereitet den Bremsassistenten vor) ist wiederum nur mit Automatik-Getriebe erhältlich und damit dem Benziner vorbehalten.

Galerie: Erster Test Lexus ISDiese beiden Einschränkungen ändern aber nichts daran, dass der IS serienmäßig hervorragend ausgestattet ist. In der Basislinie kostet ein IS 220d 29.600 Euro. 31.000 Euro sind für den IS 250 fällig. In diesen Preisen enthalten sind unter anderem bereits eine Alarmanlage, Lichtautomatik, Nebelscheinwerfer, Leichtmetallräder, Geschwindigkeitsregelanlage, elektrische Fensterheber, CD-Radio, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, und und und.

Die wichtigsten Sonderausstattungsposten sind in den Ausstattungspaketen Luxury Line (€ 6.200) und Sport Line (€ 5.500 für den Diesel incl. VDIM; € 4.850 für den Benziner) zusammengefasst. Die Aufpreise sind nur auf den ersten Blick gewaltig, angesichts der Fülle der Ausstattungsdetails sogar günstig. Mit dabei sind unter anderem Mischbereifung, Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Kurvenlicht, Regensensor, Einparkhilfe und beheizte sowie belüftetet (nur Luxury) Ledersitze. Der Sport hat zudem ein tiefergelegtes Fahrwerk und 18-Zoll-Felgen.

Fazit

Audi, BMW, Mercedes, Lexus! Wer den IS gefahren hat und die Konkurrenten kennt, darf beim Stichwort „Premium“ den schicken Japaner nicht mehr länger verschweigen. Denn Toyotas Luxusmarke hat immens aufgeholt, bietet mit dem IS eine sowohl sportliche, als auch ausgesprochen hochwertige Alternative. Die Preise sind entsprechend, ausstattungsbereinigt aber weiter unter denen der Konkurrenten.

In Anbetracht des Gebotenen ist die Verkaufsprognose eher zurückhaltend ausgefallen: 2.200 Fahrzeuge sollen 2006 an Kunden in Deutschland verkauft werden, davon 1.500 Dieselmodelle. Das dürfte gelingen, und künftig noch mehr: In zwei Jahren soll eine Cabriovariante folgen, möglicherweise auch wieder ein Kombi.

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