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Galerie: Erster Test Lexus RX 450h Facelift

Erster Test: Lexus RX 450h Facelift

Nachgeschärft

02.08.2012

Viele haben es vielleicht gar nicht mitbekommen, doch bereits seit 2009 gibt es hierzulande den Effizienz-Meister Lexus RX 450h, und damit die Baureihe RX in bereits dritter Generation. Damit der große Unbekannte etwas mehr Kontur gewinnt, hat die Toyota-Tochter nachgewürzt und mit neuem Kühlergrill sowie einer neuen Sport-Version mehr Schärfe ins Spiel gebracht.

Toyota kann so ziemlich alles: Weltmarktführer, Premiumhersteller, Innovationstreiber. Ein sportliches Image haben die Japaner allerdings über Jahre vernachlässigt und wollen hier verlorenes Terrain wieder gut machen. Dynamische Höhepunkte wie die Modelle IS F und LF-A der Nobeltochter Lexus sowie der gerade durchstartende GT86 von Toyota sind Zeugnisse dieser absatzfördernden Imageaufpolierung.

Auch beim RX, der neben der Hybridversion 450h weiterhin als reiner Benziner 350 angeboten wird, geht es ab sofort stärker in Richtung Dynamik. Auffälligster Beleg ist ein im Gesicht prominent platzierter Diabolo-Grill. Damit ist der RX nach dem GS der zweite Lexus-Vertreter, der mit dem neu eingeführten Markengesicht daherkommt. Flankiert wird die prägende Luftöffnung von jetzt schärfer und technisch feiner dreinblickenden Scheinwerfern mit auffälligem LED-Tagfahrlicht. Statt zugekniffen und pummelig wirkt die Front aggressiver und bulliger. Dem Heck hat man zudem mit Klarglasabdeckungen für die Rückleuchten einen leichten Modernitätsschub gegönnt.

Mehr Sport

Galerie: Erster Test Lexus RX 450h FaceliftSchließlich hat der Kunde ab sofort die Möglichkeit, den RX in einer "F Sport" genannten Variante zu bestellen. F Sport ist eine für bereits viele Lexus-Modelle verfügbare Ausstattung, die mit eher einfachen Tuning-Maßnahmen dynamische Talente stärker betonen soll. Im Fall des RX geschieht dies unter anderem optisch durch markantere Schürzen, einem Wabengitter-Einsatz im Kühlergrill und dunkelgrau lackierten 19-Zoll-Rädern.

Wie bei den anderen F-Sport-Varianten von Lexus bleibt auch im Fall des RX das Antriebssystem unangetastet. Das Vortriebstrio aus 3,5-Liter-V6-Benziner mit 249 PS und dem 167 PS starken E-Motor an der Vorderachse sowie einem 68 PS mobilisierenden Elektroaggregat an der Hinterachse ist laut Hersteller weiterhin für üppige 299 PS Systemleistung gut. Damit kann der mächtige 2,2 Tonnen wiegende Allradler in 7,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 jagen und durchaus ebenfalls noch recht zügig die elektronisch begrenzten 200 km/h erreichen.

Fahrer sieht rot

Galerie: Erster Test Lexus RX 450h FaceliftBei der F-Sport-Version hat der Fahrer zudem noch die Wahl zwischen drei statt der sonst zwei Fahrmodi. Neben Eco und Normal gibt es noch den per Tastendruck anwählbaren Modus Sport. Gaspedal und die elektrische Servolenkung vermitteln dabei ein spontaneres Ansprechverhalten. Und der Fahrer sieht zudem konsequent rot, denn die blaue Beleuchtung der Armaturentafel wechselt im Sportmodus in diese emotionalere Hintergrundfarbe.

Lexus hat darüber hinaus fahrwerksseitig der Version F Sport spürbar mehr Fahrspaß verpasst, die dem RX zu einer deutlich aufrechteren Gangart verhelfen. Aktive Fahrwerksstabilisatoren sorgen bei dem tiefer gelegten Sportfahrwerk für vermindertes Karosseriewanken, während die Lenkung eine sportlichere Direktheit vermittelt. Zusätzlich sorgt ein Querdämpfer-System für verringerte Karosserievibrationen und ein präziseres Einlenkverhalten.

Im direkten Vergleich

Galerie: Erster Test Lexus RX 450h FaceliftDieses übrigens beim Vorfacelift-RX in der Ausstattung Impression bereits inkludierte Fahrdynamik-Paket kann man im Fahreinsatz deutlich spüren. Auf dem ADAC-Testgelände in Grevenbroich haben wir den klassisch abgestimmten RX 450h und die neue F-Sportversion im direkten Vergleich durch die Pylonengasse scheuchen dürfen. Der Sport-RX ist zwar kein sich eng in Kurven schmiegender Sambatänzer, mit dem man auf Briefmarkendistanz um die Hindernisse vorbeischlängelt, doch lässt sich die Fuhre spürbar präziser, mit höherer Geschwindigkeit und im schnelleren Wechsel nach links und rechts werfen als mit dem klassischen RX. Da kommt sogar etwas Spaß auf, auch wenn dem Dickschiff die ganz hohen Weihen der Querdynamik-Gaudi verwehrt bleiben. Super-SUVs wie dem BMW X6 oder Audi SQ5 kann der Japaner nicht das Wasser reichen.

Doch seien wir ehrlich: Im Autoalltag braucht man nur selten das oft schon übertriebene Potenzial dieser ultimativen Dynamikgranaten. Der RX 450h empfiehlt sich auch als F Sport weiterhin als entspanntes Langstreckenfahrzeug mit hohem Komfortniveau. Und wer sich auf das eher beschauliche Wesen des RX einlässt, der wird das hohe Sparniveau besser nutzen können. 6,3 Liter lautet der Normwert, der übrigens ein Spitzenwert unter den benzingetriebenen SUVs ist. Praktisch wird man zwar meist darüber liegen, doch selbst verschwenderische Naturen sollten mit einstelligen Verbrauchswerten in der Praxis hinkommen. Angesichts der Fahrzeuggröße, des Allradantriebs und des enormen Gewichts ein herausragend niedriges Niveau, welches dem RX 450h die Effizienzklasse A+ einbringt.

Schöner reisen

Galerie: Erster Test Lexus RX 450h FaceliftUnd dann kann man noch das herrliche Ambiente im RX genießen. Platz ist hier reichlich vorhanden und lässt es sich bemerkenswert entspannt auf den breiten Ledersitzen rumlümmeln. Dem Wagen kann man dabei das Fahren beinahe selbst überlassen, denn die vielen Helferlein entlasten den RX-Piloten in gleich mehrfacher Weise. Dank Abstandstempomat, Unfallverhinderer, Licht- und Regensensor sowie zehn Airbags muss die japanische Trutzburg sicherheitstechnisch keinen Vergleich scheuen. Neben sicher kann man sich auch gleich noch besonders wohlfühlen, denn die Materialien sind weitgehend hochwertig und die Verarbeitung auf Spitzenniveau.

Lexus hat den RX im Zuge der Facelilft-Maßnahmen übrigens innen noch leicht renoviert. So finden sich hier neue Zierelemente und man kann neue Farben sowie Bezugstoffe ordern. Überarbeitet wurden auch das nun griffigere Lenkrad und das Navigations-Audiosystem. Letzteres bietet künftig ein vertikal teilbares Display, mit einem größeren Bereich für die Navigationsinformationen und im kleinen Teil audiorelevante Informationen. Das Umfeld des Remote Touch – ein Maus-Steuerungshebel in der Mittelkonsole – wurde zudem um einige Direktwahltasten entfrachtet.  

Als Hybrid ein relatives Schnäppchen

Galerie: Erster Test Lexus RX 450h FaceliftAngeboten wird der geliftete und bereits großzügig ausgestatteten Basisversion als 277 PS starker 350 unverändert für knapp 53.000 Euro und  in der stärkeren Hybridversion 450h für gut 60.000 Euro. Kein wirklich günstiger Kurs, doch angesichts der umfangreichen Ausstattung und des cleveren Hybridantriebs bietet der RX 450h im Vergleich zur deutschen Premium-Konkurrenz dennoch einen deutlichen Preisvorteil.

Für die Version F Sport muss man nochmal deutlich tiefer in die Tasche greifen. So werden für den 450h aufgrund der Fahrwerksoptimierungen und einer bemerkenswert umfangreichen Komfortausstattung als 450h 73.550 Euro verlangt.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Toyota RX 450h
Version / Ausstattung   F Sport
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   3.456 / V6-Benziner und je ein E-Motor an Vorder- und Hinterachse
Leistung (kW / PS)   220 / 299
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   317 / 4.800
Antriebsart   elektrischer Allradantrieb
Getriebeart   Planetengetriebe mit elektrisch gesteuerter, stufenlos variabler Übersetzung
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.770 / 1.885 / 1.685
Radstand (mm)   2.740
Wendekreis (m)   12,2
Leergewicht (kg)   2.110 - 2.205
Kofferraum (Liter)   446 - 1.570
Bereifung Testwagen   235/55 R 19, 7,5J x 19 
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,3
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   145 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,8
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   200 (abgeregelt)
Preise    
ab (Euro)   73.550,00
Empfohlene Extras   adaptives Geschwindigkeitsregelsystem mit Pre-Crahs Safety System
 
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Fazit

Mario Hommen

Sportlicher als bisher, keine Frage, doch so richtig auf Zack ist der geliftete RX 450h selbst in der neuen Version F Sport nicht. Auch optisch kann das Dickschiff dezent mehr Schärfe vermitteln. Doch wer ein konsequent dynamisches SUV will, sollte sich bei BMW oder Audi umschauen.

Die unvermindert große Stärke des 450h ist sein enormes Spritsparpotenzial. Der ausgeklügelte Hybridantrieb ermöglicht Verbrauchswerte auf Kleinwagenniveau. Und der RX bietet dabei ein äußerst geschmeidiges Fahrgefühl, welches die Gäste in einer herrlichen Wohlfühlatmosphäre vom stressigen Drumherum abschirmt.
 
 

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