Drucken Weiterempfehlen  
 
Drucken Weiterempfehlen  
Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer!

Erster Test: Lexus RX L – und andere Siebensitzer!

Sieben auf einen Streich

01.06.2018

Elf Zentimeter – so lange ist ein deutscher Reisepass, den es auf dem Einwohnermeldeamt für 60 Euro gibt. Will man bei Lexus eben jene Handbreite mehr haben, muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen. Über achttausend Euro kostet der neue RX L mehr, als sein kurzer Bruder. Doch lohnt sich der Aufpreis für die dritte Sitzreihe? Und welche Alternativen gibt es? Wir haben uns den großen Japaner und seine Mitbewerber genauer angeschaut.

Dritte Sitzreihe, das klingt ein bisschen nach dritter Klasse. Und in der Tat: Wenn man nicht gerade zu einem Bus oder großen Van greift, sondern zu einem SUV, dann sind die beiden Plätze in der letzten Reihe selten mehr als eine Notlösung. Das gilt auch für den neuen Lexus RX L. Daraus machen die Japaner aber auch gar keinen Hehl: „Die Sitze fünf und sechs sind für Kinder gedacht, nicht für Erwachsene“, heißt es.

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Der Wunsch nach etwas mehr Platz kam hauptsächlich aus den USA, wo Lexus mit rund 300.000 verkauften Einheiten pro Jahr in der gleichen Liga spielt wie Audi, BMW oder Mercedes. Und die Amerikaner nehmen nun mal gerne nicht nur den eigenen Nachwuchs mit, sondern auch die Kinder der Nachbarn oder die Freunde aus dem Football-Club. Mehr oder weniger kleine Gäste können sich auf mehr oder weniger kurzen Strecken auch durchaus Wohlfühlen, schließlich haben sie im RX nicht nur Cup-Holder, sondern sogar eine eigene Klimaanlage. Der Einstieg durch die enge Lücke zwischen C-Säule und nach vorne gerückter Rückbank dürfte allerdings selbst manche Kinder vor eine artistische Hürde stellen.

Etwas mehr Kopffreiheit

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Damit die ganz hinten sitzenden ein bisschen mehr Platz für die Beine haben, hat Lexus die mittlere Sitzbank etwas höher montiert als in der Kurzversion. Außerdem haben die Designer Hand ans Blech gelegt und die Heckscheibe steht jetzt nicht mehr ganz so schräg. So haben die Gäste im Kofferraum auch ein wenig mehr Kopffreiheit. Das Gepäckabteil selbst schrumpft bei voller Bestuhlung auf 211 Liter, legt man alle Plätze in Reihe zwei und drei flache (ganz hinten geht das übrigens per Knopfdruck) gehen 1.656 Liter rein – 40 Liter mehr als in den normalen RX.

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Bleibt nur die Frage, ob eine dritte (Not-)Sitzreihe einen derart hohen Aufschlag rechtfertigt? Der Blick in die Aufpreisliste offenbart:  Ganz so teuer ist der RX L doch nicht. Zwar liegen bei den Basis-Versionen tatsächlich exakt 8.100 zwischen kurz und lang, allerdings fährt der L serienmäßig mit Ledersitzen und einem besserem Audio-System vor. In den höheren Ausstattungen Executive und Luxury schrumpft der Aufpreis auf rund dreieinhalbtausend Euro. Allerdings: Den RX L gibt es ausschließlich in der bekannten Hybrid-Version 450h, bei der ein 3,5-Liter-V6 und zwei E-Motoren zusammen arbeiten, und gemeinsam 313 PS und Allradantrieb ermögichen. Wer darauf verzichten kann, spart mit der Kurzversion zusätzlich. Die ist als Nur-Benziner RX 300 nämlich schon ab 49.900 Euro erhältlich.  

Das kosten Alternativen

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Dass der Aufschlag für die beiden billigen Plätze im Fond bei Lexus derart hoch ist, liegt nicht zuletzt an eben jenen elf Zentimetern mehr Länge. Zwar haben die Japaner den Radstand unberührt gelassen und nur durch Verlängerung des hinteren Überhangs den RX auf glatte fünf Meter gestreckt. Trotzdem gehen solche Eingriffe am Blech ins Geld. Die meisten Konkurrenten dagegen bringen in ein und der selben Kategorie wahlweise fünf oder sieben Personen unter: Beim noch aktuellen BMW X5 (der Nachfolger feiert auf dem Pariser Autosalon im Herbst seine Premiere), Audi Q7, Volvo XC90, Land Rover Discovery und Range Rover Sport läuft die dritte Sitzreihe nicht in einem eigenen Modell vom Band, sondern lediglich als Sonderausstattung. Dementsprechend liegt der Aufpreis mit 1.390 Euro (Audi) bis 1.980 Euro (BMW) auch merklich niedriger als bei Lexus.

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Noch niedriger Fallen die Aufschläge freilich eine Fahrzeugklasse darunter aus, beim Nissan X-Trail kosten die Plätze sechs und sieben ein paar hundert Euro, Skoda verlangt beim Kodiaq für die dritte Reihe 890 Euro extra und Kia stellt 900 Euro in Rechnung, wenn man den Sorento als Siebensitzer ordert. Auf dem gleichen Niveau liegt der Aufpreis auch beim SsangYong Rexton: Für 800 Euro mehr nimmt der exotische Koreaner sieben Leute mit.

VW und Hyundai mit Langversion

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Dass wie beim RX für den Siebensitzer eine eigene Karosse geschneidert wird, ist eher eine unüblich. Unter anderem geht Volkswagen auch diesen Weg und hat erst vor kurzem den Tiguan Allspace auf den Markt gebracht, der 22 Zentimeter länger ist als das Wolfsburger Standard-SUV und (inklusive der dann optionalen dritten Sitzreihe) 3.750 Euro mehr kostet. Interessant ist das Angebot von Hyundai: Aktuell bieten die Koreaner den Santa Fe wahlweise als Fünf- und Siebensitzer an (Unterschied ausstattungsbereinigt rund 3.800 Euro) und zusätzlich noch den längeren Grand Santa Fe. Der kommt dann immer mit dritter Reihe und wahlweise mit sechs oder sieben Plätzen – der Preisunterschied zum normalen Santa Fe liegt hier tatsächlich in etwa auf Lexus-Niveau. Allerdings machen die Koreaner damit zukünftig Schluss, der neue Santa Fe, der im Spätsommer kommt, fährt nur noch in einer Länge und mit optionaler dritter Sitzreihe vor; die Preise sind derzeit noch nicht bekannt.  

Galerie: Erster Test Lexus RX L – und andere Siebensitzer! Ähnlich wie Hyundai mit dem noch verfügbaren Grand Santa Fe gehen auch Mercedes und Tesla den umgekehrten Weg, und bieten ihre SUV immer mit drei Reihen an. Das Model X der amerikanischen Stromschmiede und der Stuttgarter GLS messen allerdings auch beide über fünf Meter – und sie spielen mit 92.230 Euro (Tesla) beziehungsweise knapp 80.000 Euro (Mercedes) auch preislich nochmal in einer anderen Liga als RX L und Co.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Mehrere Tausend Euro für zwei Plätze extra, das muss man sich schon genau überlegen. Die dritte Sitzreihe in den SUV ist wirklich mehr eine Notlösung, wenn man mal eben die Freunde der Kinder mit von der Schule abholt. Wer im Alltag immer drei Reihen belegen will, um seine eigene Fußballmanschaft unterzubringen, der fährt mit Van-artien Alternativen wie VW Caddy Maxi, Citroen Space Tourer oder Opel Vivaro deutlich besser. Die aber sind freilich nicht so schick und cool wie ein SUV. Das Argument, so hofft Lexus, soll auch in Deutschland rund 20 Prozent der RX-Käufer überzeugen und zum L-Modell überreden. Oft zu Gesicht wird man den langen Japaner aber trotzdem nicht bekommen: Bei rund 600 verkauften RX pro Jahr macht die Langversion gerade mal 120 Einheiten aus.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.