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Erster Test: Maserati Gransport Spyder

Erster Test: Maserati Gransport Spyder

Bella Macchina

18.04.2006

Über ein halbes Jahr lang mussten sich Freiluft-Fanatiker in Verzicht üben, wollten Sie einen offenen Maserati fahren. Im Juni letzten Jahres wurde der alte Roadster eingestellt. Frisch zur Cabrio Saison bietet die italienische Nobelmarke jetzt einen neuen Spyder an. Der offene Zweisitzer basiert auf dem Gransport Coupé und soll im Revier von SL 500 und Porsche 911 für Aufruhr sorgen.

Der erste Kontakt mit dem neuen Maserati Gransport Spyder fällt durchaus zwiespältig aus. Schön ist er ja schon, wie man es von der Marke mit dem Dreizack gewohnt ist. Der große breite Kühlergrill, ein breites Heck und klare Linien ohne große Spielereien erinnern an das Design seiner Urahnen. Und genau hier stellt sich die Frage, was eigentlich anders ist.

Erster Test Maserati Gransport SpyderOptisch unterscheidet sich der Neue vom Alten, durchaus gelungenen Spyder nur im Detail. Die Konstrukteure haben ihn etwas in die Knie gezwungen, die Karosserie liegt zehn Millimeter tiefer als beim Vorgänger. Der Spoiler an der Frontschürze wurde breiter und eher übertriebene Seitenschweller sollen ihn auch im Profil dynamischer auftreten lassen. Noch ein bisschen Chrom am Kühlergrill und an den Strömungsauslässen am Heck und fertig ist der bildschöne Gransport Spyder.

Auf Knopfdruck geht’s los

Erster Test Maserati Gransport SpyderSelbst im Innenraum haben die Designer nicht großartig Hand angelegt. Bedeutendste Neuerung ist ein Startknopf für den Motor, der an einen Rennwagen erinnern soll. Ansonsten findet sich viel Leder, Aluminium und Carbon. Sogar der obere Teil des abgeflachten Volants besteht aus der leichten Kohlefaser. Die Instrumententafel mit filigranen Schriftzügen rundet das luxuriöse Ambiente ab.

Erster Test Maserati Gransport SpyderSo manche Kleinigkeit trübt den Blick dann aber doch: Die Regler für die Lüftung sind kostengünstig in unschönem Plastik gehalten und dazu noch schwer ablesbar. Äußerst fummelig ist die serienmäßige elektrische Verstellung der gut gepolsterten Sportsitze. Nur bei geöffneter Tür können die seitlich am Sitz angebrachten Schalter eingesehen werden.

Kraft ohne Ende

Um die über 1,7 Tonnen Leergewicht zu mobilisieren verbauen die Italiener den ebenfalls vom Vorgänger bekannten 4,2-Liter-Achtzylinder. Mit stolzen 400 PS leistet er nun zehn PS mehr und stemmt bis zu 452 Nm auf die Kurbelwelle. Genug, um den Gransport Spyder in fünf Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen. Die Leistung hat allerdings ihren Preis: Mit weniger 18 Liter Superplus pro 100 Kilometer ist der Maserati kaum zu fahren.

Erster Test Maserati Gransport SpyderDie Verwaltung des Drehmoments obliegt dem sequenziellen Schaltgetriebe, kurz Cambiocorsa genannt. Mit deutlich verkürzten Intervallen erfolgen die Schaltvorgänge nun spürbar sportlicher und für den Fahrer angenehmer. Nur der Rückwärtsgang benötigt zum einlegen eine kleine Ewigkeit. So wird das Rangieren zur Geduldsprobe.

Die sechs Vorwärtsgänge werden zügig mittels zwei gut zu erreichenden Schaltpaddeln hinter dem Lenkrad gewechselt. Dem sportlichen Fahrer reichen die ersten vier Gänge vollkommen aus, schließlich soll der Motor ja drehen und nicht sparen. Der optional aktivierbare Automatikmodus hingegen schaltet relativ früh hoch, was der durchzugsstarke Motor aber problemlos verkraftet.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Erster Test Maserati Gransport SpyderDer Maserati verfügt zusätzlich über einen per Knopfdruck aktivierbaren Sportmodus. Größter Unterschied zur „normalen“ Fahrt: der Sound. Was sonst eher einem leisen Schnurren gleicht und erst ab 6.000 Touren richtig wahrnehmbar ist, wird schlagartig zu einem reinrassigen Fauchen. Egal bei welcher Drehzahl, im Sportmodus kommt der röhrende Achtzylinder-Klang immer gut zur Geltung.

Am besten hört man das Konzert aus den vier verchromten Endrohren natürlich mit offenem Verdeck. Um das Auto von der lästigen Stoffhaube zu befreien, muss der Fahrer allerdings anhalten und die Handbremse ziehen. Umständlich. Andere Hersteller können dies besser. Der Grund für diese Unannehmlichkeit liegt darin, dass die gesamte Verdeckkonstruktion unverändert aus dem Vorgänger übernommen wurde.

Steifer wäre schöner

Erster Test Maserati Gransport SpyderAber zurück auf die Straße. Auf der scheint der Gransport Spyder regelrecht zu haften. Hohe Kurvengeschwindigkeiten können ihm dank der optimalen Gewichtsverteilung (Transaxle-Bauweise, das Getriebe sitzt an der Hinterachse). nichts anhaben. Durch die Kombination aus straffem, aber nicht unkomfortablem Fahrwerk und direkter Lenkung kommt jede Menge Fahrspaß auf. Auch das ESP ist betont sportlich ausgelegt, greift aber früh genug ein, um Fahrer und Maschine nicht zu gefährden.

Getrübt wird das Vergnügen allerdings auf unebenen Straßen. In punkto Verwindungssteifigkeit weist der Maserati nach wie vor großes Nachholpotential auf: Es zittert und vibriert überall. Vor allem wenn man den Sportler mit der Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h über die Autobahn treibt. Es bleibt zu hoffen, dass dies mit der geplanten Qualtitätsoffensive im Jahr 2006 besser wird.

Fazit

Erster Test Maserati Gransport SpyderFährt man den Maserati entspannt-sportlich, ohne ihn an seine Grenzen zu führen, ist er das perfekte Zweit, Dritt oder Viert Auto. Mit einem Grundpreis von 109.900 Euro liegt er im Preisgefüge von Mercedes SL und Porsche 911 Cabrio. Wer noch Geld übrig hat, kann sich in der äußerst teuren Aufpreisliste (selbst die Sitzheizung für den Fahrersitz kostet 700 Euro) austoben. Die Konkurrenz bietet hier von Haus aus eine bessere Ausstattung, auch überzeugt sie teilweise durch mehr Nutzwert und bessere Fahrleistungen. Aber dafür fährt nicht jeder einen Maserati, schließlich werden in diesem Jahr nur 80 Gransport Spyder in Deutschland angeboten.

Erster Test Maserati Gransport Spyder

 
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