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Galerie: Erster Test Maserati Quattro Sport GT

Erster Test: Maserati Quattro Sport GT

Die Mission des Herrn Kalbfell

19.05.2006

Karl-Heinz Kalbfell war guter Dinge an diesem Tag. Extra aus Modena an den Starnberger See angereist, um einer Hand voll Journalisten zu erklären, dass Maserati exzellente Autos baue. Warum das hierzulande noch nicht in den Köpfen verankert sei, dafür hatte der für seine Unverblümtheit bekannte Maserati-Chef ebenfalls die Antwort parat. „Fragen Sie die da“, meinte er, und streckte den Zeigefinger Richtung Marketing und Vertrieb.

Das saß. Und doch war den Vorgeführten die Erleichterung darüber anzusehen, dass Signore Kalbfell gute Laune hatte. Die kommt nicht von ungefähr, schließlich erlebt der traditionsreiche Hersteller derzeit eine Art Auferstehung. 1998 mit einer Jahresproduktion von lächerlichen 600 Autos beinahe tot, wurden vergangenes Jahr weltweit über 5.000 Einheiten verkauft. In drei bis vier Jahren sollen es rund 10.000 Fahrzeuge per anno sein.

Der Plan klingt simpel: Man habe ja bereits herausragende Produkte im Programm. „Dass sie schön aussehen, brauchen wir nicht andauernd wiederholen. Das sieht ohnehin jeder“, brummte er. Nur müsse der Welt eben auch klar gemacht werden, dass Maserati zudem wieder für hochmoderne, einzigartige Technik und Fahrzeugkultur stehe.

Detailarbeit

Galerie: Erster Test Maserati Quattro Sport GTZusätzliche Modelle seien dafür nicht notwendig, vielmehr gelte es an den Details zu arbeiten. Ein Beispiel hierfür sei der Quattroporte. Von der Luxus-Sport-Limousine wurden zwei Sonderserien aufgelegt, der komfortorientierte Executive GT und der scharf gemachte Sport GT.

Nun nehmen wir Herrn Kalbfell beim Wort. Dass der Quattroporte zum Schönsten gehört, was im Segment der über fünf Meter langen Luxuslimousinen zu haben ist, sieht jeder. 1:0 für den Maserati-Boss.

Sportwagen für vier

Galerie: Erster Test Maserati Quattro Sport GTModerne Technik mit Alleinstellungsanspruch? Unter der Haube steckt ein 400 PS starker 4,2-Liter-V8-Sauger, der für gnadenlosen Vortrieb sorgt. Und dabei auch noch klingt wie ein (auf ein gut verträgliches Maß abgekapselter) Rennmotor. Selbst im Standgas sorgt die Zündfolge für jenes ungeduldige Sirren, dass man so sonst nur von Ferrari oder aus der Boxengasse kennt.

Die Achslastverteilung ist mit 47 zu 53 Prozent nahezu perfekt, was ein äußerst agiles Handling zur Folge hat. Erreicht wird das unter anderem durch die Transaxle-Bauweise mit Frontmittelmotor und dem direkt an der angetriebenen Hinterachse angeflanschten Getriebe. Das bietet kein Konkurrent. Die Gänge verteilt zudem ein automatisiertes Schaltgetriebe, das per Schaltwippen am Lenkrad manuell angesteuert werden kann. Der Quattroporte ist tatsächlich ein Rennwagen im Gewand einer Limousine. 2:0 für Kalbfell.

Einzelstücke…

Galerie: Erster Test Maserati Quattro Sport GTUnd wie sieht es mit der „Kultur“ aus? Das Skyhook-Fahrwerk mit automatischer Dämpferverstellung bietet vor allem bei hohen Geschwindigkeiten einen herausragenden Komfort. Beeindruckend niedrig sind auch die Windgeräusche. Selbst bei Tempo 260 bleibt die gepflegte Konversation auf Zimmerlautstärke. Und das Ambiente ist in jedem Fall einzigartig: Von den Zierleisten über den Dachhimmel bis hin zur Farbe der Lederpolster und Nähte wird alles nach Kundenwunsch gelöst. Die Individualisierungsmöglichkeiten ergeben über eine Million (theoretischer) Varianten. Nur 2,5 zu 0,5 für Kalbfell.

…mit kollektivem Problem

Galerie: Erster Test Maserati Quattro Sport GTDenn die nicht individualisierbaren Teile, wie etwa die schwarzen Kunststoffe rund um den Navi-Bildschirm oder die Lüftungsdüsen, passen einfach nicht zum sonst so edlen Auftreten. Auch das Design des Armaturenbretts fällt ab, wirkt irgendwie austauschbar und hält etwa den Vergleich zum charismatischen Interieurdesign des Coupé oder Spyder nicht stand. Aber selbst das ist im Grunde einen Punkt für den schwäbischen Mister Maserati wert, schließlich fordert er vehement Detailverbesserungen.

Apropos: Gerne dürfen die Ingenieure auch noch mal an das automatisierte DuoSelect-Schaltgetriebe ran. Obwohl es im Sportprogramm über ein Drittel schneller reagiert als in der Standardeinstellung, sind die Schaltpausen in beiden Modi nach wie vor zu lang.

Fazit

Galerie: Erster Test Maserati Quattro Sport GTEigenlob stinkt. Aber im Grunde hat Karl-Heinz Kalbfell Recht. Maserati baut bereits herausragende Fahrzeuge, die nicht nur durch extravagante Optik, sondern auch mit einzigartiger Technik und hoher Fahrzeugkultur glänzen. In Details fehlt es jedoch noch an der Perfektion. Das versucht der Maserati-Boss erst gar nicht zu verheimlichen, was seine Entschlossenheit nur untermauert.

Zum erhofften Erfolg muss allerdings noch ein schwieriges Problem gelöst, Maserati in der öffentlichen Wahrnehmung neu positioniert werden. Laut Umfragen wird die italienische Edelmarke in einer Liga mit Ferrari, Lamborghini und Aston Martin gesehen. Tatsächlich aber steht sie mit Preisen von 90.000 bis 120.000 Euro in der Konkurrenz zu Porsche und den Topmodellen von Mercedes-Benz, BMW und Audi. „Wir müssen weg vom Exoten-Image, hin zu einer akzeptierten Alternative in der Oberklasse“, so Kalbfell.  

Der Quattroporte Sport GT jedenfalls braucht sich weder vor einem BMW M5, noch vor einem Mercedes E 63 AMG oder Audi S6/S8 verstecken.

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