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Galerie: Erster Test Maserati Quattroporte Sport GT S

Erster Test: Maserati Quattroporte Sport GT S

Modena Soundmachine

08.07.2009

Eine Plattform, eine Motorbasis, verschiedene Charaktere: Statt der bei vielen Premiumherstellern derzeit angesagten Modellexplosion konzentriert sich Maserati auf einfache Variationen, um den verschiedenen Geschmäckern und dem sich wandelnden Zeitgeist Rechnung zu tragen. Wer es zugleich luxuriös und auch besonders sportlich mag, dem empfiehlt sich der Quattroporte Sport GT S mit gehobenem Armhärchen-Aufsteller-Potenzial …

Um den Arm-Pelz gegen den Strich stehen zu lassen, reicht ein Handgriff. Der etwas banal  anmutende, klassische Zündschlüssel wird neben dem Lenkrad versenkt, ein kurzer Dreh und der quirlige V8-Motor erwacht mit furiosem Grollen. Das aus dem Quattroporte S bekannte 430-PS-Aggregat mit 4,7 Litern Hubraum hat Maserati technisch etwas verändert und so die Leistung auf 440 PS angehoben sowie die Akustik aufgepeppt.

Der Motor klingt dank dieser Änderungen höchst imposant. Das wilde, impulsive Aggregat ist stimmlich seit jeher ein extrem verführerischer Akustikhammer. Beim Sport GT S gesellt sich aus den großvolumigen Auspuffendrohren noch ein markiger Bass hinzu. Das so aggressiv brabbelnde, heißblütige Pracht-Aggregat mit Ferrari-Genen pulsiert so lustvoll wie nie unter der Fronthaube.

Galerie: Erster Test Maserati Quattroporte Sport GT SGT-Gesicht

Auch optisch setzt der Sport GT S besondere Dynamik-Akzente. Sein Sonderstyling besteht aus mächtigen 20-Zoll-Felgen, rot lackierten Bremssätteln, abgedunkelten Scheinwerfern und getönten Scheiben. Außerdem hat der GT S einen konkav nach innen gebogenen Kühlergrill, der in ähnlicher Form den Gran Turismo schmückt.

Innen herrscht ein stellenweise fast improvisiert anmutendes Ambiente. Hier paaren sich schwülstige Edelakzente mit betont sportlichen Ausstattungsmerkmalen. Zudem ist der Materialmix ungewöhnlich abwechslungsreich. Das Ensemble wirkt weder klar strukturiert noch supermodern durchgestylt. Und doch bietet der Quattroporte damit ein herausragendes Flair, das so manchen Individualisten in seinen Bann ziehen dürfte. Gute Platzverhältnisse vorne wie hinten, viele Funktionen und üppiger Luxus sorgen für ein Ausnahme-Wohlfühlambiente.

Lust-Automatik

Galerie: Erster Test Maserati Quattroporte Sport GT SNeben viel Alcantara und Karbon-Applikationen fallen im Innenraum des Sport GT S noch Alupedale (300 Euro Aufpreis) und extralange Schaltwippen hinterm Sportlenkrad auf. Mit diesen Tasten kann man manuell die Gänge der Sechsgang-Automatik wechseln. Beim Stichwort Automatik denkt wohl so mancher an ein langweiliges Komfortgetriebe. Doch der 2007 eingeführte Selbstschalter vom Zulieferer ZF harmoniert in eindrucksvoller Weise mit dem 5,10 Meter langen Luxus-Dampfhammer. Sanftes, niedertouriges Cruisen funktioniert ebenso überzeugend wie wilde Sprints oder kurzweilige Zwischenspurts.

Mit fast perfektem Kraftschluss peitscht die Wandlerautomatik durch die sechs Übersetzungsstufen, lässt den Motor auf Wunsch bis über 7.000 Touren ausdrehen und sorgt so für gewaltigen Schub bis weit jenseits der 200 km/h. Beeindruckend ist dabei das stets spontane Ansprechverhalten und die enorme Drehfreude des Achtzylinders. Beim Runterschalten sorgt zudem ein Zwischengasstoß für eine besonders sportliche Note.

285 km/h

Galerie: Erster Test Maserati Quattroporte Sport GT SHat man freien Auslauf, kann der Quattroporte bis 285 km/h rennen. Und auch die kurzweilige Sprintzeit von fünf Sekunden von Null auf 100 km/h ist sehr respektabel. Als besonderes Schmankerl gibt es noch die elektronische Kavalierstart-Hilfe MC Start Strategy. Schaltet man das MSP genannte Antischleuderprogramm aus und drückt die Sporttaste, kann man bei getretener Bremse Vollgas geben. Sobald sich die Motordrehzahl auf 2.400 Touren eingependelt hat, lässt man einfach die Bremse los und der Zweitonner prescht mit souveränem Schub nach vorne. Wer allerdings gerne und oft mit Vollgas unterwegs ist, muss reichlich des wertvollen Benzins vertanken. Nach unserer verhalten schnellen Testfahrt zeigte der Bordcomputer immerhin 16 Liter Verbrauch an.

Zurückhaltung fällt allerdings schwer, ist der heißblütige Italiener doch für hohe Kurventempi bestens aufgelegt. Statt des variablen Skyhook-Fahrwerks hat der Sport GT S übrigens ein konventionelles Stahlfahrwerk, das den Wagen näher an den Asphalt bringt und ein insgesamt sportlicheres Setup bietet. Unterstützend regeln Traktionskontrolle und MSP seine Urgewalt sicher durch den Verkehr. Auch wenn es mit hoher Geschwindigkeit durch enges Geläuf gehen soll, ist der Wagen leicht beherrschbar. Allerdings könnte die Lenkung direkter wirken und laufen außerdem die mächtigen 20-Zoll-Räder gelegentlich Spurrillen in störender Weise hinterher. Hier reagiert der Quattroporte mit Standard-Fahrwerk und kleineren Rädern etwas entspannter, vermittelt allerdings kein so straff-sportliches Fahrgefühl.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Maserati Quattroporte
Ausstattungsvariante   Sport GT S
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   5.097/ 1.895 / 1.423
Radstand (mm)   3.064
Wendekreis (m)   12,3
Leergewicht (kg)   1.990
Kofferraum (Liter)   450
Bereifung Testwagen   245/35 ZR20 vorne/ 295/30 ZR20
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   4.691 / V8
Leistung (PS)   440
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   490 / 4.750
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   6-Gang-Automatik
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   15,1
CO2-Emissionen (g/km)   365
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   5,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   285
Preise    
ab (Euro)   133.310
Empfohlene Extras   automatisch abblendender Rückspiegel (525 Euro)
 
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Teuer wie der Panamera Turbo

Galerie: Erster Test Maserati Quattroporte Sport GT SFür das Quäntchen mehr Sport verlangt Maserati selbstredend auch ein Quäntchen mehr Geld. Mit 133.000 Euro liegt das Topmodell der Baureihe gut 10.000 Euro über den Quattroporte S, der ebenfalls über den 4,7-Liter-Motor verfügt.

Lange Zeit war der Quattroporte als viertürige Luxus-Sportlimousine allein am Markt, doch hat der Trendsetter nunmehr starke Konkurrenz unter anderem aus Zuffenhausen bekommen. Beim Porsche Panamera kostet das 500 PS starke Topmodell Turbo nur 2.000 Euro mehr als der Sport GT S, bietet dabei allerdings deutlich bessere Fahrleistungen bei weniger Verbrauch. Ob Maserati seinen historischen Verkaufsrekord von 2008 wiederholen kann, scheint auch angesichts der neuen Konkurrenz fraglich.

Fazit
Mit seiner einzigartigen italienischen Art strahlt der Quattroporte eine ungebrochen hohe Faszination aus. Die Wahl für einen Maserati ist seit jeher keine rationale Angelegenheit, sondern Herzenssache. Und der Sport GT S treibt mit seiner theatralisch-sportlichen Akzentuierung diese Qualifikation noch auf die Spitze. Entsprechend groß ist sein Will-haben-Faktor.

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