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Galerie: Erster Test Mazda 3 1.5

Erster Test: Mazda 3 1.5

Reichen würde er, wenn...

19.09.2013

… Mazda bei seiner Einstiegsmotorisierung vom neuen 3 dem Kunden auch eine Wahl bei der Ausstattung gewähren würde. Doch das Basismodell der Neuauflage des japanischen Kompakten ist einzig als festgeschürtes Geizpaket erhältlich. Schade eigentlich, wie wir angesichts der vielen schicken Optionen auf seiner offiziellen Pressefahrvorstellung feststellen mussten.

Mazdas aktuelle Modelloffensive sorgt in Deutschland für eindrucksvolle Wachstumsschübe. Nach der erfolgreichen Einführung des CX-5 verzeichnet auch der neue 6 für massive Zuwächse in der Zulassungsstatistik. Vor allem die neuen Skyactiv-Technologien und die Kodo genannte Designlinie kommen an und lassen die Mazda-Neuheiten in mehrfacher Hinsicht im Wettbewerbsumfeld verblüffend gut dastehen.

An diese Erfolgsformel knüpft auch der kompakte 3 an, der zudem ausstattungsseitig eine neue Stufe zündet, denn als einziger Vertreter der japanischen Marke wird er mit Ausstattungsinnovationen wie dem Konnektivitätssystem MZD Connect und einem Head-up-Display angeboten. Kunden des 6 müssen auf derartige Schmankerl vorläufig verzichten und spricht nun einiges dafür, den 3 einem 6 vorzuziehen.

Neuer Einstiegsbenziner

Galerie: Erster Test Mazda 3 1.5Und noch eine Neuheit ist vorläufig exklusiv dem 3 vorbehalten: Die bisher nur mit zwei Liter Hubraum erhältliche Skyactiv-Generation bei den Benzinmotoren ist nun auch in einer Variante mit 1,5 Liter Hubraum erhältlich, die beim kompakten Mazda als neue Einstiegsmotorisierung feilgeboten wird. Doch eben jene Basis haben wir als nur bedingt empfehlenswert erlebt.

Antriebsseitig kann der Skyactiv-G 100 zwar keine Lustmomente heraufbeschwören, doch geschmeidig, sauber und absolut ausreichend kraftvoll schiebt er den angenehm leichten 1,2-Tonner nach vorne. 10,8 Sekunden soll der Sprint dauern und die Höchstgeschwindigkeit bei immerhin 182 km/h liegen. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Was dem Motor angesichts der mittlerweile meist aufgeladenen und damit von unten raus drehmomentstarken Turbomotoren fehlt, ist ein kraftvoller Schub aus dem Drehzahlenkeller. Hier muss man klassisch noch mit hohen Drehzahlen operieren, will man dem 1.5er zumindest ansatzweise ein gewisses Lustmoment entlocken, welches allerdings selbst dann nur mäßig ausgeprägt bleibt. Vor allem in kurvigem Geläuf haben wir beim Rausbeschleunigen etwas Würze vermisst.

Das neue Konnektivitätssystem MZD Connect

Galerie: Erster Test Mazda 3 1.5Eine schicke und funktionale Mazda-Neuheit ist das Infotainment-Navisystem MZD Connect mit einem im Vergleich zum 6 verbesserten Bedienkonzept. Vor allem Internet-affinen Zeitgenossen dürfte diese Lösung zusagen. Als Anzeige dient ein zentral auf dem Armaturenbrett feststehender 7-Zoll-Touchscreen, der zusätzlich noch über einen griffgünstig positionierten und haptisch ansprechenden Dreh-Drück-Knopf in der Mittelkonsole bedient werden kann. Die Darstellung der Bedienoberfläche wirkt sehr übersichtlich und intuitiv. Es gibt sogar die Möglichkeit der Sprachsteuerung.

Neben klassischen Audio- und Navi-Funktionen bietet der bluetoothfähige Multimedia-Vielkönner noch eine Reihe von Internet-Funktionen. Sofern man über ein internetfähiges Smartphone und am besten noch über eine Datenflatrate verfügt, kann man sich per App Internet-Radio mit über 30.000 Sendern, Facebook oder Twitter ins Auto holen. Auch Echtzeit-Verkehrsinformationen lassen sich via Smartphone einbinden.

Starke Alternativen

Immerhin gehört der 3 zu den fahraktiver abgestimmten Vertretern seiner Zunft. Dieses Talent kommt allerdings erst mit dem 165 PS starken Benziner oder dem 150 PS starkem Diesel richtig zur Geltung. Bereits der Basis-3 vermittelt einen handlichen Eindruck, und das manuelle Sechsgang-Getriebe lässt sich fein und leicht schalten. Trotz dieser lustbetonteren Auslegung bietet das auf 16-Zoll-Rädern stehende Einstiegsmodell auch eine gehörige Portion Komfort. Obwohl sie für etwas mehr Straffheit im Unterbau sorgen: Erst mit den der Top-Ausstattung vorbehaltenen 18-Zöllern werden die großen Radhäuser in optisch angemessener Weise ausgefüllt.

Hingegen uneingeschränkt empfehlenswert sind die Textilbezüge des Basis-3, denn das Gestühl ist angenehm straff und bietet eine gute Seitenführung und hinterlassen die Stoffbezüge zudem optisch einen gefälligen Eindruck. Auf die teuren und eigentlich ja unpraktischeren Ledersitze kann man getrost verzichten.

Überschaubare Ausstattung

Galerie: Erster Test Mazda 3 1.5Im Fall der Basismotorisierung muss man sich ansonsten aber in Verzicht üben, denn diese wird allein mit der vergleichsweise spartanischen Basisausstattung ausgeliefert. Diese bietet zwar eine umfangreiche Sicherheitsausstattung, vier Türen mit Fensterhebern, eine Start-Stopp-Automatik und ein Audio-System mit USB-Anschluss. Doch könnte man theoretisch den 3 mit einer Vielzahl weiterer Annehmlichkeiten aufwerten, die der Basis jedoch verwehrt bleiben. Mazda lässt dem Kunden in Deutschland keine Wahl.

Wer mehr Ausstattung will, muss stärkere Motoren kaufen. Und dann bewegt sich der Kompakte preislich deutlich über dem attraktiven Einstiegstarif von 17.000 Euro. Doch bei Mazda Deutschland erwartet man, dass die Kunden ohnehin kraftvollere Motoren und mehr Ausstattung bestellen und die Basis insofern kaum Beachtung finden dürfte. Doch unserer Meinung nach könnte auch der Skyactiv-G 100 durchaus etwas flexibler ausstattbar sein. Eine vernünftige Alternative wäre der Basis-3 auf 18-Zöllern, mit Metallic-Lack und dem Infotainment-System für rund 19.000 Euro.

Das neue Head-up-Display

Galerie: Erster Test Mazda 3 1.5Ein Head-up-Display ist eine feine Sache, vor allem, wenn es elegant direkt in die Windschutzscheibe projiziert wird. Im Fall des 3 hat sich Mazda allerdings für eine nicht ganz so elegante Lösung entschieden: Hier kommt ein kleines transparentes Plastikscheibchen der Windschutzscheibe vorverlagert aus dem Armaturenbrett gefahren.

Geschwindigkeit, Navigation-Infos und die Tempomat-Geschwindigkeit werden einfarbig eingeblendet. Die Informationen sind übersichtlich und gut im Blickfeld des Fahrers. Allerdings sorgen Spiegelungen in Windschutz- und Head-up-Scheibe für etwas Irritationen. Doch wer den Blick konsequent und fokussiert auf der Straße haben will, wird das kleine Scheibchen sicher zu schätzen wissen.

Die letztlich bessere Alternative

Galerie: Erster Test Mazda 3 1.5Zwar ist der 1,5-Liter-Benziner im Vergleich zum 120 PS starken Zwei-Liter-Pendant nicht sparsamer (Normverbrauch jeweils 5,1 Liter), dennoch gehört der Mazda 3 mit beiden Aggregaten zu den effizientesten seiner Zunft. Übrigens auch in der Praxis, denn auf unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer nach einer recht beschaulich gefahrenen Landstraßenpartie bei aktivierter Klimaanlage nur knapp über sechs Liter Verbrauch an. Ein Wert nahe des Normverbrauchs scheint in der Praxis durchaus machbar.

Insofern darf es natürlich auch der spritzigere 120-PS-Benziner sein, der dann in der höheren Ausstattung Center-Line angeboten wird und zudem optional noch drei attraktive Ausstattungspakete gegen Aufpreis bieten kann. Der finanzielle Sprung ist nicht einmal dramatisch, denn für die 20.300 Euro gibt es mehr PS und Hubraum, sowie die Ausstattungsextras Klimaautomatik, City Notbremsassistent, Nebelscheinwerfer, Tempomat, CD-Spieler, das große Farbdisplay mit Internetradio- und Social-Media-Integration sowie eine Freisprecheinrichtung.

Selbst teuer noch billig

Will man allerdings diesen besseren 3 noch mit einer feschen Außenfarbe und den drei verfügbaren Ausstattungspaketen, muss man im Vergleich zur Basis schon stolze 6.000 Euro mehr investieren. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Will man den starken Diesel mit nahezu Vollausstattung, muss man mindestens 30.000 Euro kalkulieren. Das klingt schon recht teuer, ist aber wiederum im Vergleich zu einem ähnlich bestückten Kompaktmodell deutscher Premiumhersteller um einige tausend Euro günstiger.

 
Fazit

Mario Hommen

Mazda befindet sich auf Erfolgskurs. Neues Design und neue Technik haben bereits den neuen Modellen CX-5 und 6 gute Verkauszahlen beschert. Diesen expansiven Kurs dürfte jetzt auch der neue 3 einschlagen, der gewiss das Potenzial bietet, dem Golf zumindest ein Stückchen vom großen Kuchen abzuluchsen.

Erfrischend neu sind beim 3 ein Head-up-Display, das Infotainment-System MZD Connect und der neue Basisbenziner Skyactiv-G 100. Dieser 1,5-Liter-Saugbenziner ist eine nicht sonderlich lustbetonte aber dennoch völlig ausreichende Motorisierung. Doch empfehlen kann man ihn nicht, weil Mazda für den deutschen Markt den Basisbenziner allein mit der spartanischen Ausstattung Prime-Line anbietet. Die ist zwar günstig, leider aber nicht ausbaufähig.

Wer hingegen tiefer in die Tasche greifen mag, findet alternativ im Portfolio des 3 herrlich kraftvolle Motoren und viele attraktive Ausstattungsoptionen. Zwar wird der kompakte Japaner dann schon etwas teurer, bleibt aber immer noch eine attraktive weil günstigere Alternative zu den deutschen Platzhirschen. Zumal der 3 dank einiger attraktiver und zum Teil eigenwilliger Techniklösungen auch ein besonderes Auto ist.
 
 

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