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Galerie: Erster Test Mazda 3 MPS

Erster Test: Mazda 3 MPS

Gezähmter Orkan

04.09.2009

Ende 2006 schickte Mazda mit dem 3 MPS den stärksten Vertreter des Kompakt-Segments ins Rennen: Üppige 260 PS waren seinerzeit eine eindrucksvolle Bestmarke. Den Generationswechsel Anfang 2009 hat sie überdauert. Der neue MPS tritt mit unveränderter Leistung an, aber in so ziemlich allen anderen Aspekten deutlich geschärft.

Allein der Anblick der Neuauflage setzt beim Betrachter mehr Adrenalin frei als der Vorgänger. Ein mächtiger Fünf-Punkt-Kühlergrill, Seitenschweller, Heckspoiler und ein markanter Belüftungsschlitz in der Motorhaube sprechen für Power-Präsenz. Passen dazu stellt der Top-Dreier exklusive 18-Zoll-Räder mit 225er-Bereifung zur Schau. Trotz dieser augenfälligen Kraft-Merkmale wirkt der sportliche Trimm stimmig; der neue MPS sieht nicht nach peinlichem Krawalltypen aus.

Innen hat man den Sport-3 mit überschaubarem Aufwand umdekoriert, denn schon dem Basismodell hat Mazda eine gewisse Grund-Dynamik mitgegeben. Im MPS künden zusätzlich Sitze mit erhöhtem Seitenhalt, rote Nähte hier und dort sowie die Ladedruck-Anzeige des Turboladers zwischen den Rundinstrumenten davon, dass unter der Motorhaube Sturm und Drang der Entfaltung harren.

Testosteron-Hemmer

Galerie: Erster Test Mazda 3 MPSJetzt heißt es den Startknopf drücken, Alu-Pedale treten und die Dunlops das Wimmern lehren. Doch ganz so ungestüm wie die 260 PS und 380 Newtonmeter erwarten lassen, schnellt der Wagen dann doch nicht aus den Startblöcken. Obwohl die immense Kraft allein über die Vorderräder herfällt, radieren die Pneus nicht wild quietschend und rauchend über den Asphalt: Gleich zwei Testosteron-Hemmer sorgen für ein fast schon geschmeidiges Sprintverhalten.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mazda 3 MPS
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.510/ 1.770 / 1.460
Radstand (mm)   2.640
Wendekreis (m)   11,9
Leergewicht (kg)   1.385
Kofferraum (Liter)   340 - 1.360
Bereifung Testwagen   225/40 R18
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   2.261 / 4, Reihe
Leistung (PS)   26ß
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   380 / 3.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   9,6
CO2-Emissionen (g/km)   224
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   6,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250
Preise    
ab (Euro)   27.400
Empfohlene Extras   Das Navi für 720 Euro ist eine Überlegung wert.
 
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Zum einen gebietet eine elektronische Drehmomentsperre der bisweilen überbordenden Kraft Einhalt. Beim Ausfahren der ersten drei Gänge wird die Drehmomentkurve bis 3.000 U/min progressiv gekappt und somit das konstruktionsbedingte Zerren an der Lenkung auf ein sehr akzeptables Niveau begrenzt. Doch Mazda hat noch tiefer in die Trickkiste gegriffen und unterdrückt per variabler Momentenverteilung zusätzlich ein Durchdrehen der Räder. Verliert eines der beiden Vorderräder Schlupf, leitet das Vorderachsdifferenzial einen Teil der Kraft ans andere Rad.

Bis 250 km/h

Galerie: Erster Test Mazda 3 MPSDer von Mazda versprochen 0-auf 100 km/h-Beschleunigungszeit von gut sechs Sekunden zum Trotz gewinnt man dank dieser Zähmung und einer äußerst verhaltenen Sportakustik allerdings den Eindruck, dass der Mazda 3 MPS nur ein Stürmchen entfacht und nicht den heftigen Orkan, den man von 260 PS bei nur 1,4 Tonnen Gewicht eigentlich erwartet. Die zweite Werksangabe, 250 km/h, erreichte der stramme Nippon-Kompakte auf unserer ersten Ausfahrt laut Tacho ebenfalls problemlos, allerdings wird der Geschwindigkeitszuwachs jenseits der 200 etwas verhaltener. Der Vierzylinder stellt über ein breites Drehzahlspektrum viel Zugkraft bereit und dreht sehr willig bis in den Begrenzer bei fast 7.000 Touren. Die Gangwechsel gehen leicht von der Hand, doch könnte die Schaltbox ruhig etwas knackiger und weniger hakelig sein. Wer beim 3 MPS ständig die reichlich vorhandene Turbo-Power abfragt, muss Verbrauchswerte weit jenseits der von Mazda proklamierten 9,6 Liter hinnehmen.

Galerie: Erster Test Mazda 3 MPSDoch der Top-Dreier kann auch gelassen bewegt und wie ein ganz normaler Familien-Kompakter genutzt werden. Das Fahrwerk ist zwar straff abgestimmt, verleidet den Alltagseinsatz jedoch nicht mit übertriebener Härte. Die Auslegung bietet einen überzeugenden Kompromiss, der unterm Strich dynamisch orientierten Fahrern besonders zusagen dürfte. Schnelles Ausfedern sorgt selbst bei groben Bodenwellen für eine stets hervorragende Haftung. Eine geringe Wankneigung in schnell gefahrenen Kurven, eine überaus verwindungssteife Karosserie und das besonders spontane und willige Einlenkverhalten qualifizieren den 3 MPS andererseits fürs anspruchsvolle Kurvenräubern. Auch bei Top-Speed auf der Autobahn kommt kaum Unsicherheit auf; hier zeigen die besonderen Aerodynamik-Maßnahmen Wirkung. Zudem vermitteln auch die kräftig zupackenden Bremsen ein sicheres Gefühl.

Bemerkenswert günstig

Galerie: Erster Test Mazda 3 MPSNicht nur bei Längs- und Querdynamik wird der 3 MPS gehobenen Ansprüchen gerecht: Auch bei der Ausstattung bleiben nur wenige Wünsche offen. Serie beim mindestens 27.400 Euro teuren Boliden sind ein vollständiges Sicherheitspaket, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, CD-Radio, Metallic-Lackierung, Tempomat, ein Spurwechsel-Assistent, Einparkhilfe hinten, Lederlenkrad und Sitzheizung vorn. Zusätzlich kann man ein vollintegriertes Navisystem für nur 720 Euro und ein Plus-Paket (2.400 Euro) ordern. Letzteres beinhaltet Bi-Xenon-Licht, Bose-Soundsystem, Kurvenlicht, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Voll ausgestattet kostet der 3 MPS dann knapp über 30.000 Euro und ist damit das preiswerteste Kraftpaket unter den sportlichen Kompakten.

Fazit

Mehr Leistung für so wenig Geld bietet im Kompaktsegment derzeit kein anderes Auto. Schicke Optik und eine üppige Ausstattung kommen dazu. Und obwohl der 3 MPS seine 260 PS allein über die Vorderachse auf die Straße bringt, zeigen sich die Antriebsräder selten überfordert. Auch sonst hinterlässt der Sport-Kompakte einen ausgewogenen Eindruck und bietet trotz des hohen sportlichen Niveaus auch gehobene Alltagstauglichkeit. Letztlich aber steht beim 3 MPS der Fahrspaß im Vordergrund, der in der Praxis mit einem etwas zu hohen Verbrauch einhergeht.

Galerie: Erster Test Mazda 3 MPS

 
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