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Galerie: Erster Test Mazda 3

Erster Test: Mazda 3

Innere Werte

09.12.2016

Eine Schönheitsoperation war das nicht, und schon gar keine Typveränderung: Mazda hat beim Facelift für einen kompakten 3er nur mal eben den Lidstrich nachgezogen. Heißt konkret: Der Kühlergrill ist etwas markanter, die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer wirken etwas schärfer und auch die Blinker in den Außenspiegeln sind neu. Ein überarbeiteter Stoßfänger am Heck rundet die kosmetischen Retusche-Arbeiten ab – wer nicht genau hinsieht, merkt den Unterschied zum Vorgänger nicht wirklich. Doch es gibt ihn!

Dass sich optisch nicht viel verändert hat, macht gar nichts, denn der japanische Golf-Gegner sieht immer noch schick aus und hebt sich mit seinem sportlichen Blech-Dress durchaus von der eher uniformen Kompakt-Masse ab. Damit der Mazda diesem optischen Versprechen zukünftig noch besser Rechnung tragen kann, fährt der Kompakte zukünftig serienmäßig mit G-Vectoring Control vor. Das System kennen wir vom Mazda 6, es soll in der Kurve für noch mehr Dynamik sorgen. Und zwar rein durch die Hilfe der Physik!

Mehr Grip, mehr Dynamik

Galerie: Erster Test Mazda 3Gibt der Fahrer bei der knackigen Kurvenhatz Gas, nimmt die Technik ganz kurz das Motordrehmoment zurück. Das provoziert quasi einen Mini-Lastwechsel, sprich es kommt mehr Gewicht auf die Vorderachse. Das wiederum beschert den Pneus mehr Grip, ergo mehr Stabilität. Ob sich der Effekt in Zehntelsekunden auf der Nordschleife nachweisen ließe, sei dahingestellt; zumindest gefühlt wurde der ohnehin dynamische Mazda noch einen Tick sportlicher. Und das ohne das nicht gerade weiche Fahrwerk noch weiter zu straffen.

Galerie: Erster Test Mazda 3Um überhaupt mit Schwung ums Eck zu kommen, stehen drei Benziner und zwei Diesel zur Wahl, an denen sich beim Facelift fast gar nichts geändert hat. Die Ottos leisten nach wie vor 100, 120 und 165 PS; das 17.990 Euro teure Einstiegsmodell spielt allerdings keine Rolle. Zumal es auch nur in der spartanischen Basis-Variante erhältlich. Bester Partner beim Kurvenräubern ist freilich das Top-Modell, mit 24.990 Euro steht er aber auch preislich ganz weit oben in der Liste.

Goldene Mitte

Galerie: Erster Test Mazda 3Spaß kann man auch schon mit der goldenen Mitte haben: Der 120-PS-Zwei-Liter (ab 21.090 Euro) läuft leise, kultiviert und stemmt mit 210 Newtonmeter genug Drehmoment auf die Kurbelwelle, um flott vom Fleck zu kommen. Da Mazda immer noch auf das gute, alte Sauger-Prinzip setzt, liegt die Kraft erst bei hohen 4.000 Touren an, doch mit dem knackigen Sechsgang-Getriebe ist es eine Freude, den Vierzylinder bei Laune zu halten. Alternativ bietet Mazda eine geschmeidige Sechsgang-Automatik an; die arbeitet nicht sonderlich schnell und fördert nicht gerade die Sportlichkeit, wohl aber den Komfort.  

Galerie: Erster Test Mazda 3Verbrauchstechnisch zeigt sich der frei atmende Motor allerdings nicht zurückhaltender als die oft so durstigen Turbos; 5,1 Liter sagt Mazda, sieben Liter sagt der Bordcomputer. Für Viel-Fahrer empfehlen sich also die beiden Selbstzünder. Der 1,5-Liter mit 105 PS braucht auf dem Papier nur 3,8 Liter, ist dementsprechend aber auch eher gemütlich unterwegs. Die 380 Newtonmeter des noch etwas leiser gewordenen, 165 PS starken 2,2-Liter-Top-Diesels sorgen da für deutlich mehr Spaß, und schon ab 1.800 Umdrehungen für kräftigen Durchzug. Allerdings übertrifft er den stärksten Benziner nicht nur in Sachen Kraft, sondern auch beim Preis: 27.090 Euro muss man an Mazda dafür überweisen.    

Mehr Qualität

Galerie: Erster Test Mazda 3Im Preis dabei ist bei allem Modellen zukünftig ein noch wohnlicheres Cockpit: Die Materialien im Innenraum wurden nochmal verbessert, die Verarbeitung braucht den Vergleich mit Wolfsburg nicht zu scheuen, und mehr Stauraum gibt es auch: Bis auf die Basisversion fährt der Mazda3 zukünftig nämlich mit elektrischer Handbremse vor und wo bislang der Hebel war, gibt es jetzt zwei Cup-Holder. Außerdem gibt es reichlich, natürlich aufpreispflichtige, Extras: Das neugestaltete Lenkrad zum Beispiel ist neuerdings beheizbar.

Galerie: Erster Test Mazda 3Auch eine neue Frontkamera hat Einzug gehalten: Ihr ist es zu verdanken, dass die Notbremsfunktion jetzt bei deutlich höherem Tempo funktioniert und auch Fußgänger werden nun auch noch bei 80 km/h erkannt, statt wie bisher nur in 30er-Zonen. Zusätzlich erfasst die Kamera das aktuelle Tempolimit und liefert die Information an das jetzt farbige Head-up-Display. Totwinkel-Überwachung, Spurhalteassistent und ein Querverkehrswarner, der beim Rückwärtsfahren hilft, ergänzen das Angebot an Assistenten. Dass das 7-Zoll große Infotainmentsystem nicht nur die beste Route ausfindig macht, sondern auch online geht, versteht sich fast schon von selbst. Auf Wunsch kann man sich sogar Facebook-Posts vorlesen lassen.

  • Technische Daten – Mazda 3

Länge: 4,47 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,47 Meter, Radstand: 2,70 Meter, Kofferraumvolumen: 364 bis 1263 Liter

SkyActive-D 105: 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 77 kW/105 PS bei 4.000 U/min, maximales Drehmoment: 270 Nm bei 1.600-2.500 U/min, 0-100 km/h: 11,0 s, Vmax: 185 km/h, Durchschnittsverbrauch: 3,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 99 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse A+, Preis: ab 23.490 Euro

SkyActive-D 150: 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 110 kW/150 PS bei 4.500 U/min, maximales Drehmoment: 380 Nm bei 1.800-5.500 U/min, 0-100 km/h: 8,1 s, Vmax: 210 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 107 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse A, Preis: ab 27.090 Euro

SkyActive-G 100: 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 74 kW/100 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 150 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 10,6 s, Vmax: 182 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 119 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse B, Preis: ab 17.990 Euro

SkyActive-G 120: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 88 kW/120 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 210 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 8,9 s, Vmax: 195 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 119 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse B, Preis: ab 21.090 Euro

SkyActive-G 165: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 121 kW/165 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 210 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 8,2 s, Vmax: 210 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 135 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse C, Preis: ab 24.990 Euro

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Den Klassenprimus VW Golf vom Thron zu stoßen, das wird wohl so schnell keinem anderen Kompakten gelingen. Aber: Es gibt auf jeden Fall Alternativen zum Wolfsburger Bestseller, und der überarbeitete Mazda3 ist definitiv eine davon. Hohe Verarbeitungsqualität, kultivierte Motoren und sportliche Fahrtalente gepaart mit dynamischer Optik, das hat was. Ein Schnäppchen ist der Japaner allerdings auch nicht.
 
 

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