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Galerie: Erster Test Mazda 3

Erster Test: Mazda 3

Neustart

23.01.2009

Nach nur sechs Jahren Bauzeit wird im Frühsommer der Mazda 3 abgelöst. Das Kompaktmodell ist mit einem Anteil von gut 30 Prozent an den weltweiten Verkäufen das Zugpferd im Stall der Japaner. Ob es den Autobauer auch aus der aktuellen Krise ziehen und dem Platzhirsch VW Golf Konkurrenz machen kann, muss sich allerdings erst noch zeigen. Die Anlagen dazu hat der Mazda allemal.

Eine aggressive Evolution habe man beim Design vollzogen, erzählt Mazdas Chef-Kreativer Kunihiko Kuriso stolz und meint damit den Spagat zwischen Weiterentwicklung und Revolution. Der neue Mazda 3 musste zwei im Grunde unvereinbare Gegensätze vereinen: Er sollte sowohl extrem sportlich als auch äußerst funktional sein.

Dynamischer Auftritt

Galerie: Erster Test Mazda 3Diese Gratwanderung ist den Ingenieuren gelungen, wenngleich das Platzangebot in dem knapp viereinhalb Meter langen Fünftürer und der etwas längeren Limousine (die in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielt) wie schon im Vorgänger ein wenig unter der sportlichen Optik leidet. Äußerlich greift die Neuauflage die Formensprache des Aktuellen auf, bei gleichgebliebenem Radstand sind auch die Proportionen unverändert. Geschärft wurde vor allem die Frontansicht, der bekannte Fünf-Punkt-Grill ist gewachsen und nach unten gewandert und die mandelförmigen Scheinwerfer sind noch schmaler und spitzer zulaufend.

Im Profil sorgen stärker konturierte Radhäuser, die nach hinten abfallende Dachlinie und ein fescher Dachkantenspoiler für einen dynamischen Auftritt. Am steilen Heck des Fünftürers fallen erhabene Rückleuchten in Klarglasoptik ins Auge.

Galerie: Erster Test Mazda 3Der Kofferraum lässt sich fortan per Tastendruck öffnen, sein Volumen blieb dagegen unberührt bei 340 Litern (Stufenheck 430 Liter). Gleichgeblieben ist auch die Kopffreiheit, die anders als der Spielraum für die Beine, vorbildlich ist – selbst im Fond, wo allerdings die Kopfstützen zu klein ausgefallen sind und sich nicht weit genug herausziehen lassen.

Fahrerorientiertes Cockpit

Fahrer und Beifahrer nehmen im Mazda 3 hinter einem neu gestalteten, mehr fahrerorientierten Cockpit Platz. Die Mittelkonsole steht weniger steil als im Vorgänger und ragt, wie das gesamte Dashboard, weiter in den Fahrgastraum. Der Bedienbarkeit ist dies zuträglich, ebenso wie der jetzt höher und näher am Lenkrad positionierte Schalthebel. Allerdings leidet das Raumgefühl unter dem üppigen Vorbau. Seltsam: Das in das Infodisplay über der Mittelkonsole integrierte Navigationssystem (optional) ist nur über eine der zahlreichen Lenkradtasten zu bedienen.

Galerie: Erster Test Mazda 3Die weiche, unterschäumte Oberfläche rund um den Armaturenträger wirkt hochwertig, die Materialauswahl an den Türen dagegen weniger. Sechs verschiedene Kunststoffarten, vor allem Hartplastik, kommen hier zum Einsatz. Verbesserungswürdig ist auch das Material am Mitteltunnel, wo die beiden Becherhalter als einzige Ablage fungieren. Gerade hier sollte man weniger kratzempfindliche Materialien verbauen.

Start-Stopp kommt später

Zum Marktstart im Mai 2009 stehen für den Mazda 3 vier Motoren zur Wahl. Neues Basisaggregat ist der bereits im aktuellen Modell eingesetzte, 105 PS starke 1,6-Liter-Benziner, der den bisherigen 1.4er ersetzt. Trotz mehr Leistung soll der Einstiegspreis für den drehfreudigen Vierzylinder ausstattungsbereinigt sogar unter dem aktuellen Modell liegen. Auch wenn die Japaner noch keine genauen Daten kommunizieren, darf von einem Grundpreis von rund 17.000 Euro ausgegangen werden. Das sind rund 500 Euro mehr als für einen VW Golf VI, der allerdings mit weniger Extras und Pferdestärken aufwartet.   

Galerie: Erster Test Mazda 3Auf Otto-Seite bietet Mazda weiterhin den alten Zweiliter-Benziner mit 150 PS an, allerdings nur noch in Kombination mit einer Fünfstufen-Wandlerautomatik (Durchschnittsverbrauch 7,7 Liter), die nach kurzer Überlegung ihre Arbeit, sprich die Gangwechsel, zügig und ruckfrei ausführt. Ein überarbeitete Version des Triebwerks mit Benzindirekteinspritzung wird erst einige Monate nach Verkaufsstart folgen – dann übrigens auch mit Start-Stopp-Automatik.

Starker Selbstzünder

Neben dem ebenfalls aus dem Vorgänger bekannten Selbstzünder mit 1,6 Liter Hubraum hält das neue 2,2-Liter-Triebwerk aus dem Mazda 6 Einzug in die Motorenpalette. Der neue Vierzylinder-Diesel ist in zwei Leistungsstufen (150 und 185 PS) erhältlich und schickt den 143 PS starken Zweiliter aus dem Vorgänger in Rente.

Galerie: Erster Test Mazda 3Unsere erste Ausfahrt bewies: Wer vernünftig ist, greift zum kleinen Einstiegsdiesel. Seine 240 Newtonmeter genügen, um den gegenüber dem aktuellen Modell knapp 15 Kilogramm leichteren Mazda (rund 1,3 Tonnen) flott in Gang zu setzen. Er hängt gut am Gas und kommt zügig aus dem Drehzahlkeller raus. Anders als beim 2,2-Liter Selbstzünder muss sich der Fahrer hier allerdings –  wie auch beim Basisbenziner – mit einem knackigen Fünf- statt Sechsgang-Getriebe begnügen. Der Verbrauch von 4,5 Litern ist dagegen vorbildlich.

Mehr Spaß

Nur rund ein Liter mehr wird für das Top-Modell veranschlagt, das mit seinen 400 Newtonmetern spürbar kraftvoller ans Werk geht. Bereits ab 1.500 Umdrehungen generiert der Diesel ordentlich Druck, allerdings gönnt sich der Turbolader eine klitzekleine Gedenksekunde. Vorbildlich: Beide Motoren laufen äußerst kultiviert, leise und vibrationsarm. Überhaupt darf man den Entwicklern ein großes Lob für das niedrige Geräuschniveau aussprechen. Sowohl Wind- als auch Abrollgeräusche wurden gegenüber dem Vorgänger reduziert und sind jetzt auf Top-Niveau.

Galerie: Erster Test Mazda 3Das straffe Fahrwerk des Vorgängers wurde in der Neuauflage etwas entschärft. Der Mazda 3 bietet jetzt mehr Komfort, ohne dass seine Fahrer auf Sportlichkeit verzichten müssten: Nach wie vor überzeugt der Kompakte mir satter Straßenlage und seine steifere Karosserie sorgt für noch mehr Stabilität. Unebenheiten werden dennoch ausreichend neutralisiert, die Bandscheiben der Insassen bekommen nur wenig vom Straßenzustand mit.

Zu wenig Rückmeldung

Etwas zu wenig Rückmeldung bekommt der Fahrer auch von der Lenkung. Zwar arbeitet das System sehr präzise, doch ist die Servounterstützung einen Tick zu stark ausgefallen. Das dementsprechend leichtgängige Volant hinterlässt mitunter einen etwas ungenauen Eindruck beim Fahrer. Zudem könnte der Lenkradkranz durchaus etwas dicker und griffiger sein und der Spielraum der Längsverstellung dürfte auch weiter reichen.

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Einem dezenten Untersteuern des Fronttrieblers bei zu ambitionierter Kurvenhatz wirkt das serienmäßige ESP sanft entgegen, sechs Airbags schützen die Insassen, falls es doch zu einem Crash kommt. Dies zu verhindern versucht unter anderem auch die in diesem Segment unübliche, optionale Tot-Winkel-Überwachung. Außerdem ist der Mazda 3 fortan mit adaptivem Kurvenlicht bestellbar - ein zusätzliches Sicherheits-Plus.

Fazit

Ob der neue Mazda 3 den Japanern in diesen krisengeschüttelten Zeiten ein Lichtblick sein kann, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen, den Erfolg des Vorgängers zu wiederholen, bringt er jedenfalls mit. Der Kompakte tritt frisch und dynamisch im Golf-Segment an, überzeugt mit einer komfortabel-sportlichen Abstimmung und klassenüblicher Funktionalität. Manko sind die etwas in die Jahre gekommenen Motoren. Zwar arbeitet der angekündigte Zweiliter-Benziner mit Direkteinspritzung und Start-Stopp-Automatik, dem Basisaggregat bleibt dieser Fortschritt jedoch verwehrt.

Und auch der kleine Diesel hat schon einige Jahre auf dem Buckel, während das neue 2,2-Liter-Aggregat zwar modern, für den Mazda 3 aber fast schon etwas zu groß dimensioniert ist. Für 2012 hat Mazda allerdings eine neue Generation von Motoren mit weniger Hubraum angekündigt.

Galerie: Erster Test Mazda 3

 
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