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Galerie: Erster Test Mazda 5 Facelift

Erster Test: Mazda 5 Facelift

Die Kunst des Faltens

31.01.2008

Nach drei Jahren überarbeitet Mazda den Kompaktvan Mazda5 und verpasst der Familienkutsche einen moderneren Auftritt. Neben einer dynamischeren Optik gibt es ein Automatikgetriebe und das neu abgestimmte Fahrwerk, das für höhere Stabilität sorgt. Geblieben ist das Karakuri-System, mit dem sich die Sitze im Handumdrehen falten lassen

Nein, sie brauchen keine Angst haben, wenn ihnen jemand stolz sein Karakuri vorführen will - damit ist weder eine asiatische Kampfsportart gemeint noch ein kompliziertes Sushirezept. Mit Karakuri bezeichnet der Japaner etwas unerwartetes, überraschendes; der Mazda-Ingenieur im speziellen meint ein ausgetüfteltes Falt- und Klappsystem. Dieses überraschungsreiche Gimmick ist einer der Garanten für den Erfolg des 4,50 Meter langen Mazda5.

So kompliziert der Name, so einfach das System: Bis zu sieben Sitze bietet der Mazda5, in einer 2-3-2-Bestuhlung. Die hinteren beiden verschwinden per Seilzug ebenerdig im Fahrzeugboden, gleichzeitig erweitert sich das Kofferraumvolumen von spärlichen 112 Liter auf immerhin 426 Liter.

Sitz oder Klappbox

Galerie: Erster Test Mazda 5 FaceliftNoch trickreicher präsentiert sich die zweite Reihe: Die Sitzfläche des mittleren Platzes verschwindet, wenn sie nicht gebraucht wird, mit einem Handgriff unter dem linken Sitz. Die Lehne kann als extragroße Armlehne heruntergeklappt werden. Alternativ lässt sich aus dem rechten Sitz in simpler Karakuri-Manier eine Klappbox ausziehen, die zusätzlichen Stauraum bietet und ein weiteres Fach unter der rechten Sitzfläche freigibt. Wird auch die zweite Reihe komplett umgeklappt fasst der Mazda5 1.566 Liter Gepäck.

Kein Wunder, dass die Ingenieure das ausgereifte System bei der Modellpflege nicht angerührt haben. Neu, und mindestens genauso praktisch, sind dagegen die optional erhältlichen elektrischen Schiebetüren (790 Euro, nur für Top-Version). Per Türgriff, Fernbedienung oder vom Cockpit aus lassen sich die beiden Tore automatisch öffnen und schließen, ein Einklemmschutz verhindert Verletzungen.

Gehobenes Ambiente

Galerie: Erster Test Mazda 5 FaceliftEbenfalls neu gestaltet, wirkt die breite Mittelkonsole nun deutlich hochwertiger. Die praktische, erhöhte Position des Schalthebels wurde beibehalten, ein größeres Zentraldisplay für Uhr, Audio- und Klimaanlage erleichtert das ablesen. Auf Wunsch ist jetzt ein DVD-Navigationssystem mit Touchscreen, Sprachsteuerung und Rückfahrkamera erhältlich. Der Aux-Eingang für den CD-Spieler sowie ein sechsfach CD-Wechsler und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung erhöhen den Komfort zusätzlich. Erstmals kann der Mazda5 mit Leder ausgestattet werden.

Äußerlich gibt sich das überarbeitete Modell an neu geformten Stoßfängern, einem markanteren Kühlergrill und neu gestalteten Scheinwerfern sowie Rückleuchten zu erkennen. Sieben neue Lacke ergänzen die nun elf Farben umfassende Palette.

Bekannte Motorenpalette

Galerie: Erster Test Mazda 5 FaceliftVier Motoren, je zwei Benziner und Diesel, stehen wie gehabt in der Preisliste. Die Selbstzünder schöpfen ihre Leistung aus ein und demselben 2,0-Liter-Aggregat, wahlweise mit 110 oder 143 PS und 310 beziehungsweise 360 Newtonmeter Drehmoment. Beide Varianten laufen ruhig und kultiviert und verbrauchen laut Hersteller 6,1 Liter Diesel je 100 Kilometer.

Der Basisbenziner schöpft seine 115 PS aus 1,8 Liter Hubraum und soll nun 7,6 statt wie bisher 7,9 Liter verbrauchen. Er ist als einziger noch mit einem Fünfgang-Getriebe gekoppelt, der stärkere Zwei-Liter-Benziner bekam mit dem Facelift auch einen sechsten Gang. Seine neue sequentielle Ventilsteuerung sowie eine elektronische Drosselklappensteuerung (eGas) sollen die Verbrennung und das Ansprechverhalten verbessern.

Der Verbrauch des 146 PS starken Vierzylinders sinkt ebenfalls um 0,3 Liter auf 7,9 Liter je 100 Kilometer. Erstmalig ist ein Fünfstufen-Automatikgetriebe für den großen Benziner erhältlich. Dadurch erhöht sich der Spritkonsum allerdings auf 8,3 Liter.

Stabileres Fahrwerk

Galerie: Erster Test Mazda 5 FaceliftDas ohnehin straffe Fahrwerk des Mazda5 wurde hinsichtlich mehr Stabilität neu abgestimmt. Zwar bekommen die Passagiere den Straßenzustand recht deutlich zu spüren, doch dafür schreckt der 1,60 Meter hohe Van auch vor flotte gefahrenen Kurven nicht zurück. Einhalt gebietet allerdings das serienmäßige Stabilitätsprogramm DSC, und das ziemlich früh. Nachdem das System 2006 auf Grund seiner zaghaften Art kritisiert wurde, haben die Ingenieure den Wächter so weit verschärft, dass er schon beim kleinsten Ansatz von Untersteuern eingreift.

Kunden haben die Wahl zwischen drei Ausstattungslinien, den Einstieg markiert die Comfort-Version. Neben Radio, Funkfernbedienung, elektrischen Fensterhebern vorne und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln sind auch das längs- und höhenverstellbare Lenkrad sowie eine Armlehne am Fahrersitz an Bord.

Bestseller Exclusive

Galerie: Erster Test Mazda 5 FaceliftUm eine Klimaanlage, Dachreling, elektrische Fensterheber hinten, CD-Spieler, die dritte Sitzreihe sowie Tabletts an den Lehnen der Vordersitze erweitert die Exclusive-Linie die Serienausstattung. Für sie sollen sich laut Marketingexperten die meisten Käufer entscheiden. Darüber hinaus bietet die Top-Version Xenon-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Bordcomputer, 17-Zoll-Aluräder, Tempomat, Sitzheizung, Lederausstattung und weitere Komfortextras.

In der Comfort-Version sind nur die beiden schwächsten Aggregate verfügbar, der 1.8er Benziner kostet ab 20.200 Euro, der 110-PS-Diesel ab 22.500 Euro. Alle vier Aggregate gibt es in der Exclusive-Austattung zu Preisen ab 21.900 Euro. Die Top-Linie ist den beiden stärksten Aggregaten vorbehalten, die dann mit 25.900 Euro (Benziner) beziehungsweise 27.900 Euro (Diesel) in der Preisliste stehen.

Fazit

Die Konkurrenz schläft nicht, Opel hat soeben den Zafira überarbeitet, Citroën feiert mit dem letztes Jahr eingeführten C4 Picasso Erfolge. Mit dem Facelift hat Mazda den 5er aufgewertet, die neue Optik wirkt frisch und modern. Technisches Novum ist vor allem das überarbeitete Fahrwerk sowie das Sechsgang-Schaltgetriebe und die Automatik für den Zwei-Liter-Benziner. Der Rest sind Kleinigkeiten, die aber den Komfort- und Wohlfühlfaktor steigern und den Mazda5 fit machen für die kommenden Jahre.

 
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