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Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport Kombi

Erster Test: Mazda 6 Sport Kombi

Schnell ums Heck

28.02.2008

Autos mit großem Heck verkaufen sich bestens in Deutschland. So weiss auch Mazda, dass ihr neuer Mazda 6 meistens als Kombi an die Kunden gehen wird. Kein Wunder, macht doch vor allem der Mazda 6 mit Großkofferraum eine ausgesprochen gute Figur.

Mazda bietet seinen neuen Mittelklasse-Vertreter – den „6“ – ab 20. April in drei unterschiedlichen Karosserieformen an. Bislang war er nur als klassische Stufenheck-Limousine orderbar. Nun kommen Fließheck, zu neudeutsch Hatchback und der von vielen ersehnte Kombi hinzu. Immerhin schätzt Mazda, dass satte 70 Prozent der Kunden in Deutschland zum neuen Mazda 6 Kombi greifen werden. 53 Prozent dieser Kombikäufer werden außerdem den frisch überarbeiteten 2,0-Liter-Commonrail-Diesel im Sechser-Programm wählen. Genau dieses Modell sind wir für Sie, liebe Leser, gefahren.

Geniale Laderaumabdeckung

Wenden wir uns gleich dem Heck des hübsch gezeichneten Kombis zu. Öffnet man die Heckklappe, ziehen zwei Seile die Gepäckraumabdeckung elegant nach oben und das Beladen des 519-Liter-Abteils (bis zur Fensterunterkante) kann beginnen. Gleichzeitig wird durch das Hochziehen eine Art Windschutz zum Innenraum aufgebaut. Schließt man die Heckklappe wieder, senkt sich automatisch die Kofferraumabdeckung mit. Nachteil des Systems: Die Demontage ist umständlich.

Große Klappe, viel dahinter

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiDoch damit nicht genug der Zauberei. Die Rückbank lässt sich auf Fingertipp umklappen und somit deutlich erweitern. Im Kofferraum ist dafür rechts und links in den Seitenwänden jeweils ein Hebel integriert, dessen Betätigung die Rücklehne umklappen lässt. Geschmeidig gleiten Sitzfläche und Lehne einige Zentimeter in den Fond-Fußraum, so dass sich ein 1.751 Liter fassender Laderaum mit ebenem Boden ergibt. Der Umklappmechanismus funktioniert perfekt.

Viel Platz für Passagiere

Platz bietet der neue 6 Sport Kombi auch im Fond. Um rund 20 Millimeter ist die Kniefreiheit im Vergleich zum Vorgänger gewachsen. Über Platzmangel wird sich hinten und auch vorne niemand beschweren. 4,76 Meter Außenlänge müssen sich ja irgendwo bezahlt machen.

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiSo gut das Raumangebot ist, so enttäuschend ist teilweise die Detailverarbeitung des Interieurs. Die Materialien vor dem Schalthebel sowie die Türzuziehgriffe wirken billig. Die seitlichen Luftausströmer im Dacia-Logan-Stil korrespondieren so gar nicht mit dem Rest des Cockpits. Auch verbesserungswürdig: In einigen Anzeige-Modi des Bordcomputers ist die Uhrzeit nicht sichtbar. Sehr schön sind dagegen das hochwertige, geschäumte Armaturenbrett sowie die klare Gliederung und Übersichtlichkeit von Mittelkonsole, Radio respektive Navigationssystem.

Sessel mit wenig Halt

Das Japaner im Durchschnitt kleiner sind als Europäer, merkt man an den Sitzgegebenheiten im Mazda 6. Das vordere Gestühl bietet zu wenig Schenkelauflage und einen sehr spärlichen Seitenhalt. Hinzu kommt das glatte und  schweißtreibende Leder. Besser sind die ebenfalls von uns getesteten Stoffsitze. Sie sind straffer, rutschfester, sehen auch hochwertig aus und sind zudem günstiger. Weiteres Manko: der zu geringe Verstellbereich der hinteren Kopfstützen. Sie entsprechen nicht einmal asiatischen Anforderungen.

Neuer Diesel

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiSpeziell auf die europäische Klientel wurde der neue Dieselmotor zugeschnitten. Während Diesel in Japan keinerlei Marktbedeutung haben, sind sie in Deutschalnd und Europa unverzichtbar.

Mit dem Kombi startet in allen Mazda-6-Derivaten der überarbeitete 2.0-MZR-Commonrail-Diesel. Er leistet standesgemäß 140 PS und bietet 330 Newtonmeter Drehmoment. Der Selbstzünder beschleunigt den Mazda 6 in 10,9 Sekunden auf Tempo 100. Befindet sich die Nadel des Drehzahlmessers jenseits von rund 1.800 Umdrehungen dreht der Vierzylinder rußgereinigt und homogen bis zur Abregeldrehzahl.

Auffällig: Die Mazda-Eigenentwicklung kommentiert Gasstöße mit einem Dieselnageln aus vergessen geglaubten Zeiten. Das Triebwerk erinnert an die Pumpedüse-TDI aus dem VW-Lager. Laut aber sparsam hieß (und heißt) dort die Devise. Auch der Mazda nagelt munter vor sich hin und knausert mit dem teuren Dieselöl. Mit nur 5,7 Liter Sprit soll er sich auf 100 Kilometer arrangieren. Für ein mindestens 1.470 Kilogramm schweres Fahrzeug, das sind übrigens rund 40 Kilogramm weniger als beim Vorgänger, ein wirklich guter Wert. Dass er so sparsam ist, liegt auch am äußerst günstigen CW-Wert. 0,28 sind hervorragend. Nette Begleiterscheinung: Die Windgeräusche halten sich auch bei Autobahntempo angenehm im Hintergrund.

Freude beim Schalten…

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiGeschaltet wird im Dieselkombi ausschließlich manuell und zwar in sechs Vorwärtsgängen. Welch ein Genuß im Mazda6! Nur selten rasten Gänge so präzise ein, nur selten macht Selbstschalten so viel Spaß. Mit einem angenehmen „Klack“ bedankt sich jeder Gang fürs Aktivieren. So müssen Schaltgetriebe funktionieren.

…Verdruß beim Federn

Grundsätzlich: Gegen ein gut abgestimmtes, sportliches Fahrwerk ist nichts einzuwenden. Gegen eine bockelharte Familienkutsche à la Mazda 6 dagegen schon.

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiOkay, am Testwagen waren 18-Zoll-Alufelgen mit 225/45er-Reifen montiert. Tipp daher: 17-Zoll-Alternativen wählen. Dennoch haben die Ingenieure den Begriff „Sport“ im Namen allzu wörtlich genommen. Heraus kam eine unausgewogene Abstimmung. Bei Querfugen, Schlaglöchern und sonstigen Fahrbahnunebenheiten nervt er mit harten Schlägen. Im Gegenzug wankt er jedoch mit deutlich sicht- und spürbarer Schieflage durch Kurven. Die Druckstufe ist zu hart, die Zugstufe zu weich. In Kombination mit der Feder-Dämpfer-Anpassung wird somit Fahrspaß im Keim erstickt. Der Mazda 6 2.0 MZR-CD ist weder sportlich, noch komfortabel.

Fahrverhalten ist narrensicher

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiAll das ändert jedoch nichts an seinem narrensicheren Fahrverhalten. Selbst bei deaktiviertem Stabilitätsprogramm (DSC ist Serie) schiebt er brav über die Vorderachse ohne heikle Situationen zu provozieren. Die elektronisch unterstützte Zahnstangen-Servolenkung ist ausreichend präzise, wenngleich sie um die Mittellage einen etwas synthetischen Eindruck vermittelt. Weiterer Nachteil der 18-Zöller: Der Wendekreis ist mit 11,8 Metern um 40 Zentimeter weiter als mit kleineren Räder. Unspektakulär und zuverlässig arbeitet die Bremsanlage. Vorne sind innenbelüftete Scheiben mit einem Durchmesser von 299 Millimeter montiert, hinten starre Pendants im 280er-Format.

Viel fürs Geld

Galerie: Erster Test Mazda 6 Sport KombiDer neue Mazda 6 bietet traditionell viel Auto fürs Geld. Den Sport Kombi gibt es in der Ausstattung „Comfort“ ab 25.400 Euro. Enthalten sind dann Dinge wie sechs Airbags, ESP, CD-Radio mit Aux-Anschluss, 16-Zoll-Alufelgen, Fensterheber und Klimaanlage. Darüber rangiert der „Exclusive“, der zusätzlich über Klimaautomatik, Bordcomputer, Tempomat, Regen- und Lichtsensor, 17-Zoll-Alus und Lenkradfernbedienung verfügt. Er kostet als Selbstzünder 27.900 Euro und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis der Baureihe. Als High-End-Varianten gibt es „Dynamic“ und „Top“. Erstere ist unter anderem am Sport-Optik-Paket mit Heckspoiler und geänderter Front erkennbar.

Fazit

Trotz gewachsener Abmessungen ist der neue Mazda 6 um rund 40 Kilogramm leichter, als sein Vorgänger. Das Verdient Lob und ist der richtige Weg. Belohnt wird man mit einem ECE-Verbrauch von nur 5,7 Liter beim 2.0 MZR-CD. Der akustisch stets präsente 140-PS-Diesel reicht für den Kombi vollkommen aus, die Sechsgang-Schaltung ist eine Wucht. Ende des Jahres soll noch eine rund 170 PS starke Dieselalternative folgen.

Im Innenraum bietet der Kombi hervorragende Platzverhältnisse, einen genialen Klappmechanismus der Rücksitze und eine raffinierte Gepäckraumabdeckung. Im Vergleich zu einem gleich starken VW Passat Variant spart man beim Neukauf des Mazda rund 4.500 Euro. Tadeln muss man die unausgewogene Fahrwerks-Abstimmung. Der gefundene Kompromiss ist keiner. Hier darf gerne nachgebessert werden.

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