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Galerie: Erster Test Mazda 6

Erster Test: Mazda 6

Ein bissl was geht immer

09.09.2016

Nein, von einem Facelift kann man bei der aktuellen Auffrischung des Mazda6 wahrlich nicht sprechen. Das haben die Japaner bereits vor zwei Jahren erledigt, weitere Retuschen halten die Designer – und wenn man auf die Verkaufszahlen blickt, auch die Kunden – scheinbar für überflüssig. Trotzdem haben die Ingenieure ein paar Stellschrauben gefunden, um den für den gleichen Preis von mindestens 25.690 Euro sowohl als Limousine wie auch als Kombi erhältlichen 6er noch ein wenig besser zu machen.

Galerie: Erster Test Mazda 6Eine kleine Veränderung gab es doch, die Außenspiegel mit integrierten Blinkern sind neu. Das sieht schick aus und soll die Sicherheit erhöhen; ob es Passanten allerdings auffällt, ist fraglich. Ansonsten aber ist alles beim Alten: Die leicht geschwungene Karosserie wirkt immer noch deutlich frischer als das, was die japanischen Mitbewerber derzeit im Angebot haben, und die schmalen Scheinwerfer und Rückleuchten sowie der schnittige Kühlergrill sorgen für einen Hauch Sportlichkeit. Innen wurde das ab sofort beheizbare Lenkrad etwas ergonomischer gestaltet, die Instrumente sind nun besser ablesbar und das Head-Up-Display erstrahlt in Farbe. Nach wie vor werden die Informationen aber nicht direkt in die Windschutzscheibe, sondern auf ein kleines, ausklappbares Plastikfenster auf dem Instrumententräger projiziert.

Kleiner Eingriff, große Wirkung

Galerie: Erster Test Mazda 6Erstmals setzt Mazda mit der neuen Modellgeneration die sogenannte G-Vectoring Control (GVC) ein, die den Wagen stabiler durch Kurven eilen lassen und den Fahrer entlasten soll. Wie das geht? Die Japaner setzen allein auf die Kraft der Physik: Merkt das System, dass der Fahrer zügig einlenkt, wird für eine klitzekleinen Moment das Motordrehmoment reduziert. Fast so, als würde der Fahrer für den Hauch einer Sekunde vom Gas gehen. Das reicht, um eine für die Insassen unmerkliche Lastwechselreaktion zu provozieren, die mehr Gewicht auf die Vorderachse bringt. Dadurch können die Reifen höhere Seitenführungskräfte aufbauen, die für eine geschmeidigere Kurvenfahrt sorgen.

Galerie: Erster Test Mazda 6Bei unserer ersten Ausfahrt in den Bergen rund um Barcelona durfte das System, das serienmäßig in jedem Mazda6 an Bord ist, sein Können direkt unter Beweis stellen. Und tatsächlich: Der Fahrer spürt die minimale Unterstützung und der Wagen flitzt präziser denn je ums Eck. Mitunter allerdings hat die sonst ausgesprochen genau arbeitende Lenkung einen etwas indirekten Eindruck hinterlassen – das müssen wir in einem Praxistest noch einmal näher unter die Lupe nehmen. Ansonsten gibt’s wie gehabt nichts zu beanstanden. Seit das Fahrwerk beim richtigen Facelift vor zwei Jahren entschärft wurde, federt der Japaner Unebenheiten sauber weg und die „Jimba-Ittai“-Philosophie, die Fahrer und Auto wie Ross und Reiter vereint sieht, ist wirklich erfahrbar: Der Mazda wirkt rundum stimmig, handlich und bequem.

Laufruhig und sparsam

Für mehr Komfort sorgen aber nicht nur das GVC, sondern auch ein paar Optimierungsmaßnahmen am Antrieb, genauer gesagt am 2,2-Liter-Diesel. Der Vierzylinder war schon bisher recht kultiviert, doch durch einen 20 Gramm schweren Schwingungstilger im Kolbenbolzen und eine geänderte Einspritzung läuft das Aggregat noch ruhiger als bisher. Geblieben ist die spontane Kraftentfaltung und gute Elastizität (bis zu 420 Newtonmeter Drehmoment!), der im 175 PS starken Top-Modell ein Normverbrauch von 4,5 Liter gegenübersteht – bei unserer Ausfahrt war’s ein guter Liter mehr. Die baugleiche Basisversion mit 150 PS soll nur 3,9 Liter schlucken.

  • Technische Daten – Mazda 6 Modelljahr 2017

Länge: 4,87 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,83 Meter, Kofferraumvolumen: 480 Liter

2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, 107 kW/145 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 210 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 9,5 s, Vmax: 208 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,5 l/100 km, CO2-Ausstoß: 129 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: ab 25.690 Euro

2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, 121 kW/165 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 210 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 9,1 s, Vmax: 216 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,0 l/100 km, CO2-Ausstoß: 139 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 31.190 Euro

2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner, 141 kW/192 PS bei 5.700 U/min, maximales Drehmoment: 256 Nm bei 3.250 U/min, 0-100 km/h: 7,8 s, Vmax: 223 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,3 l/100 km, CO2-Ausstoß: 148 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 37.190 Euro

2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel, 110 kW/150 PS bei 4.500 U/min, maximales Drehmoment: 380 Nm bei 1.800 U/min, 0-100 km/h: 9,1 s, Vmax: 210 km/h, Durchschnittsverbrauch: 3,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 104 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+, Preis: ab 29.190 Euro

2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel, 129 kW/175 PS bei 4.500 U/min, maximales Drehmoment: 420 Nm bei 2.000 U/min, 0-100 km/h: 7,9 s, Vmax: 223 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,5 l/100 km, CO2-Ausstoß: 119 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A, Preis: ab 37.290 Euro

Daten gelten für die Limousine

Galerie: Erster Test Mazda 6Für die beiden Diesel entscheidet sich in Deutschland das Gros der Kunden, nur für sie ist – und ausschließlich im Kombi – auch der Allradantrieb erhältlich. Wer dennoch einen Benziner will, kann zwischen drei Ottos mit 145, 165 und 192 PS wählen. Getriebeseitig setzt Mazda auf eine knackige Sechsgang-Handschaltung mit kleinem Schalthebel und kurzen Wegen, für manche Antriebe steht außerdem eine Sechsgang-Automatik zur Wahl. Für das Top-Modell, den Stark-Diesel mit Vierrad-Technik und Wandlergetriebe, ruft Mazda dann allerdings auch stolze 43.090 Euro auf.

Keine Smartphone-Anbindung

Dann sind unter anderem auch die überarbeiteten Assistenzsysteme an Bord: Dank einer neuen Kamera kann die City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung nun weiter nach vorne blicken und Gefahren früher erkennen, was eine Kollisionsvermeidung auch aus höheren Geschwindigkeiten ermöglicht. Die gleiche Kamera liest außerdem die Verkehrsschilder und sorgt dafür, dass der adaptive Tempomat den Abstand zum Vordermann halten kann. Nachholbedarf haben die Japaner allerdings bei der Smartphone-Anbindung: Apple CarPlay oder Anroid Auto gibt es derzeit noch nicht.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Man mag von Konzern-Philosophien à la „Jimba-Ittai“ halten, was man will. Fakt ist aber, dass es den Ingenieuren gelungen ist, ein rundum stimmiges Auto mit reichlich Wohlfühl-Ambiente zu schaffen: Die Federung ist ausreichend komfortabel, die gefragten Dieselmotoren sind stark, sparsam und ausgesprochen leise zugleich, und dank der G-Vectoring Control liegt der Mazda noch stabiler in der Kurve. Dazu kommen reichlich Platz, ein vor allem beim Kombi ordentlicher Kofferraum (1.664 Liter) und zeitgemäße Sicherheitsausstattung. Einzig bei der Smartphone-Integration müssen die Japaner noch einmal nachbessern.
 
 

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