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Galerie: Erster Test Mazda 6

Erster Test: Mazda 6

Rechenexempel

22.11.2007

„0,27 - 35 = 6!“ Gut gelaunt und stolz präsentiert Ryuichi Umeshita diese fehlerhafte Rechnung. Der Projektleiter für den neuen Mazda 6 entstammt zwar einer Kultur, bei der alles anders ist. Die Gesetze der Mathematik können Japaner allerdings nicht aushebeln. Im Publikum denkt dennoch keiner an Widerspruch. Am Ende der Pressekonferenz zur internationalen Fahrvorstellung des neuen 6 kennen die versammelten Journalisten die eigenwillige Logik des Zahlenspiels. 0,27 und minus 35 sind die wohl eindrucksvollsten Werte der jüngsten Evolutionsstufe des Mittelklässlers. Mazdas Streben nach Höherem konnten wir bereits testen.

Der Mazda 6 wurde – wie bei einem Generationswechsel meist üblich – größer, stärker und schneller. Trotz dieser Aufwertung und einer zudem erweiterten Ausstattung bringt die neue Generation 35 Kilo weniger als bisher auf die Waage. Mit 0,27 hat der Mazda zudem einem sensationell niedrigen Luftwiderstandbeiwert. Unter anderem zwei hufeisenartige Bleche am Fahrzeugboden sind hierfür verantwortlich. Klingt komisch, ist aber so. Dank der windschlüpfrigeren Figur und der Gewichtsersparnis ist der neue 6 gleichsam sparsamer und sportlicher.

Edel, schick, sportlich

Galerie: Erster Test Mazda 6Obwohl der 6 den niedrigsten Luftwiderstand seiner Fahrzeugklasse aufweist, kommt er keineswegs wie ein futuristischer Stromlinienwagen daher. Auch mit dem Vorgänger hat die Neuauflage kaum noch optische Gemeinsamkeiten. Das Gesicht des 6 erinnert vielmehr an den CX-7. Ein herausfordernder Blick, scharfe Kanten und Übergänge im Blechkleid, sowie markant ausgestellte Radhäuser sorgen für ein dynamisches Äußeres. Große glatte Flächen, enge Spalte und juwelenartige Leuchteinheiten lassen den Mazda zudem ähnlich hochwertig wie einen Lexus erscheinen.

Ebenfalls sehenswert ist der modernisierte und leicht gewachsene Innenraum. Das Cockpit wurde sehr übersichtlich, modern und schick gestaltet. Dank einiger Edeldetails (zum Beispiel die Optitron-Instrumente Cockpit) und dem guten Platzangebot, kann man sich im 6 richtig wohl fühlen. Doch das viele Hartplastik lässt kein gehobenes Nobelambiente aufkommen. Vorne wie hinten sitzen im 4,76 Meter langen Viertürer Erwachsene bequem. Erst ab etwa 1,85 Meter Körperlänge kann es mit der Kopffreiheit im Fond etwas eng werden. Kleiner als eine Fingerspitze ist der direkt neben der dritten Bremsleuchte im Heckdeckel platzierte Kofferraum-Entriegelungsknopf. Ein kurzer Druck und das um 27 auf 519 Liter gewachsene Gepäckabteil öffnet sich.

Schneller und sparsamer

Galerie: Erster Test Mazda 6Gewachsen sind auch die Brennräume der vier Zylinder des von uns gefahrenen Top-Benziners. Statt 2,3 hat dieser nun 2,5 Liter Hubraum. Der 170 PS starke Saugmotor bietet ein fülligeres Ansprechverhalten, reagiert zudem spontaner auf Gasbefehle und ermöglicht insgesamt bessere Fahrleistungen. Der gut zur Hand und nah am Fahrer liegende Wahlhebel des kurz übersetzten Sechsgang-Schaltgetriebes flutscht knackig in die Gassen. Entsprechend lustvoll kann man den Motor, auf Drehzahlen haltend, durchs Kurvengetümmel jagen. Das kultivierte Aggregat erfreut bei höheren Touren im sonst sehr leisen Innenraum mit kerniger Sportakustik. Diesem Klang folgen auch Taten: Der 100-km/h-Sprint dauert lediglich 8,0 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit gibt Mazda mit 220 km/h an. Obwohl damit schneller als der Vorgänger, sank der Normverbrauch von 8,7 auf 8,1 Liter. Eine Start-Stopp-Automatik oder ein regeneratives Bremssystem kommen dabei nicht zum Einsatz. Mazda erreicht die beachtliche Spritersparnis vor allem durch die Reduzierung von Gewicht und Luftwiderstand.

Neben dem Motor wurde auch das Fahrwerk – das im Wesentlichen vom Vorgänger stammt – recht sportlich ausgelegt. Dabei kommt der Komfort keineswegs zu kurz. Lediglich bei groben Unebenheiten neigt die Vorderachse des neuen 6 zu gelegentlichem Poltern. Normale Querfugen werden meist sauber weggefiltert. Die im Stand besonders leichtgängige Lenkung verhärtet bei schneller Fahrt und folgt präzise den Lenkbefehlen des Fahrers. Die ABS-Bremsen packen kraftvoll und souverän zu. Das serienmäßige Stabilitätsprogramm greift zwar zeitig, doch kaum spürbar ein. Wer auf die Maßregelungen verzichten will, schaltet per Knopfdruck die Elektronik aus. Selbst dann lässt sich der Wagen sicher ums Eck zirkeln und schiebt im Grenzbereich gut beherrschbar über die Vorderachse. Wer dort unterwegs ist, wird sich allerdings am mäßigen Seitenhalt des sonst recht bequemen Fahrersitzes stören.

Kommt im Februar 2008

Galerie: Erster Test Mazda 6Erst zur Markteinführung am 16. Februar 2008 wird man dort übrigens Platz nehmen können. Dann startet der Mazda 6 zunächst als Stufenheck-Limousine und als Schrägheck-Variante. Im zweiten Quartal 2008 folgt der Kombi. Vorläufig stehen vier Motoren zur Wahl: Neben dem 2,5-Liter-Benziner gibt es noch einen Zweiliter-Benziner mit 147 und einen Zweiliter-Diesel mit 140 PS. Basismodell ist wie bisher der 120 PS starke 1,8-Liter-Benziner. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch wieder die Hochleistungsvariante MPS geben.

Gute Ausstattung, attraktiver Preis

Galerie: Erster Test Mazda 6Mit der Einstiegsmotorisierung kostet der Viertürer in der Basisausstattung Comfort 22.400 Euro. Das sind rund 800 Euro mehr als bisher. Doch für dieses Geld bietet der Mazda auch entpsrechend mehr Ausstattung. So verfügt die Basisversion bereits über die elektronische Stabilitätskontrolle DSC, eine Traktionskontrolle, ABS, sechs Airbags, eine Klimaanlage, ein in Höhe und Länge verstellbares Lenkrad, ein MP3-fähiges CD-Radio, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, LED-Rückleuchten und 16-Zoll-Alus. Noch mehr Luxus gibt es in den drei höheren Ausstattungsniveaus Exclusive, Dynamic und Top. Der von uns getestete 2,5-Liter-Motor ist erst in Kombination mit der Ausstattung Dynamic für 28.500 Euro zu haben. Teuerstes Modell ist der Zweiliter-Diesel in der Ausstattung Top für exakt 30.000 Euro. Die Fließheck-Variante kostet 500 und der Kombi jeweils 1.000 Euro Aufpreis.

Galerie: Erster Test Mazda 6Gegenüber den Mitbewerbern ist der Mazda 6 preislich gut aufgestellt. So kostet zum Beispiel der 122 PS starke VW Passat 1.4 TSI als Limousine mit etwa gleichwertiger Ausstattung 25.610 Euro und damit rund 3.000 Euro mehr als der vergleichbare 6. Ein weiterer finanzieller Vorteil des Japaners ist sein voraussichtlich hoher Wiederverkaufswert. EurotaxSchwacke prognostiziert bereits jetzt eine gute Restwertprognose für die Neuauflage. Doch so schnell geben 6-Fahrer in der Regel ihr Auto nicht her. Zumindest in der J.D. Power Kundenzufriedenheitsstudie aus dem Jahr 2006 war das alte Modell Nummer 1 vor allen anderen.

Fazit

Wie bereits der Vorgänger, so kann auch der neue 6 begeistern. Mazdas Rechnung geht also auf: Die Japaner haben wieder die richtige Formel gefunden, damit der 6 weiterhin souverän auf Erfolgskurs bleiben wird.

 
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