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Galerie: Erster Test Mazda BT-50

Erster Test: Mazda BT-50

Unsinniger Spaß

27.11.2006

So viele Pick-Ups, wie in Athen, hab ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Kein Wunder, dass Mazda für die Präsentation des neuen BT-50 die griechische Hauptstadt gewählt hat. Zumal die Hellenen schon beim Vorgängermodell die eifrigsten Käufer war. Doch auch in Deutschland soll der Neue einige Käufer finden und die als unsinnig verschrienen Lastesel populärer machen.

Den Schlüssel zum Erfolg sieht Mazda darin, den Pick-Up nicht (nur) als Nutztier zu vermarkten, sondern als Lifestyle mobil. Und niemand kann verleugnen, dass bei ihm nicht auch ein bisschen Abenteuergefühl aufkommt, wenn man mit dem BT-50 unterwegs ist. Selbst wenn es nur im gewiss nicht unaufregenden - Athener Stadtverkehr ist.

Mazdas Bester

Galerie: Erster Test Mazda BT-50Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind nicht üppig, aber wirksam. Zunächst der Name, aus B-Series (für Business) wurde BT-50, eine Abkürzung für „Best Truck“. Bei nahezu gleichen Dimensionen tritt der Neuling markanter, bulliger und mächtiger auf. Grob ausgestellte Radläufe und der verchromte, große Mazda-Grill tragen ihren Teil dazu bei. Kurzum: Der BT-50 ist schick und hat Stil.

Damit sich die Passagiere wohl fühlen, wurde der Innenraum auf PKW getrimmt. Die Kunststoffe fassen sich so angenehm an, wie sie aussehen. Die Mittelkonsole mit CD-Radio (in der Topversion serienmäßig) und Klimaanlage (gegen Aufpreis) erscheint im modernen Alu-Look, das Armaturenbrett ist übersichtlich und gut ablesbar.

L oder XL

Galerie: Erster Test Mazda BT-50In Deutschland wird der BT-50 als L-Version (2+2-Sitzer mit gegenläufigen Türen, ab 23.800 Euro) sowie als viertürige XL-Variante mit fünf Sitzen angeboten (ab 25.500 Euro). Höchstens in der XL-Kabine sollte man Gäste in den Fond bitten, und das auch nur für kurze Zeit. Verglichen mit dem langstreckentauglichen Gestühl in der ersten Reihe, empfiehlt sich die zweite mehr als Notsitzbank.

Und dann das Problem mit dem Kofferraum. Klar, die Ladefläche ist riesig, je nach Kabinenaufbau misst sie bis zu 1,75 Meter. Doch stellen Sie ihr Gepäck, ihren Wocheneinkauf oder den Ikea-Schrank ins Freie? Ich jedenfalls nicht! Und da taucht die ewige Frage nach dem Sinn eines Pick-Ups auf.

Unsinniges Auto..

Galerie: Erster Test Mazda BT-50Für manch griechischen Olivenbauern, der sein ganzes Handwerkszeug transportiert, mag es nützlich sein. Auch Motorradfreaks die ihr Bike im Urlaub mitnehmen werden sich über die bis zu 1.205 Kilogramm Zuladung freuen. In den meisten Fällen aber fährt man viel ungenutzten Platz spazieren.

Wer sich daran jedoch nicht stört, wird vor allem ob des neuen Common-Rail-Dieselmotors viel Spaß mit dem Mazda BT-50 haben. Das zweieinhalb Liter große Vierzylinder-Aggregat arbeitet nach dem Wirbelkammerprinzip und kommt neuerdings mit nur drei statt vier Ventilen pro Zylinder und nur einer Nockenwelle aus.  

...mit erstklassigem Motor

Galerie: Erster Test Mazda BT-50Bereits bei langsamen 1.800 Umdrehungen pro Minute stemmt der Selbstzünder das maximal Drehmoment von 330 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Bei 3.500 Touren liegen die vollen 143 PS an. Für den Fahrer bedeutet das kraftvollen Antritt aus dem Drehzahlkeller heraus und flotte Beschleunigung bis zur Höchstgeschwindigkeit von 158 km/h.

Aufgrund der perfekten Dämmung ist im Innenraum nicht viel vom Dieselgeräusch wahrzunehmen. Das optimal abgestimmte Fünfgang-Getriebe sorgt für besten Kraftschluss. Nur die Schaltung könnte etwas genauer geführt sein. Und die harte Federung (nötig wegen der großen Zuladung) hält es für überflüssig, Stöße abzufangen.  

Hinten und vorne

Galerie: Erster Test Mazda BT-50Serienmäßig ist der heckgetriebene Pick-Up in Deutschland mit einem zuschaltbaren Allradsystem ausgestattet. Diesen Systemen wird oft angekreidet, dass man während der Fahrt nicht von 2x4 auf 4x4 wechseln kann. Mit einer Freilaufschaltung für die Frontachse löst Mazda das Problem: Per Knopfdruck werden im Allradmodus das vordere Differenzial und die Antriebswellen von den Vorderrädern entkoppelt.

Das der BT-50 nicht mit ESP lieferbar ist, ist zwar bedauernswert, dank des Allrads aber verschmerzbar. Während der Mazda im Heckbetrieb aufgrund des geringen Gewichts auf der Achse nur zu gern hinten Ausbricht (der marode griechische Asphalt bietet viele Möglichkeiten, das zu testen), klebt er im 4x4-Modus wie Kaugummi auf der Straße.

Grenzenlose Freiheit

Galerie: Erster Test Mazda BT-50Bei einer Fahrt durch einen Offroad-Parcours konnte der mit Leiterrahmen und knapp 1,30 Meter langen Blattfedern robust gebaute BT-50 beweisen, dass er auch Abseits der Straße eine super Figur macht. Dank Sperrdifferenzial an der starren Hinterachse und Geländeuntersetzung bahnt sich der Mazda seinen Weg durch unwegsamstes Gelände. Selbst vor Wasser schreckt er mit 45 Zentimetern Wattiefe nicht zurück.

Wer viel im Gelände unterwegs ist, wir die E-Gas-Funktion schätzen lernen. Wie von Geisterhand fährt der Pick-Up mit konstant 900 Umdrehungen zwar nicht schnell aber stetig über Stock und Stein. Der Fahrer muss weder Gaspedal noch Kupplung bedienen. Auch bergauf, bergab geht von ganz allein, ohne dass der Motor abgewürgt wird.

Fazit

Richtig Sinn macht ein Pick-Up sicher nicht, und mit einem positiv angepeilten Verkauf von 800 Einheiten im Jahr 2007 in Deutschland weiß das auch Mazda. Dass der BT-50 aber jede Menge Spaß macht und sich und seinen Fahrer perfekt aus der Menge abhebt, ist unbestritten. Dem immer größer werdenden Wunsch nach Individualisierung kommt er also genau entgegen. Und wer einmal damit gefahren ist, merkt: Ein Auto muss nicht immer Sinn machen!

 
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