Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Mazda CX-5

Erster Test: Mazda CX-5

Gut Ding will Weile haben

25.04.2012

SUVs gibt es in der Viereinhalb-Meter-Liga mittlerweile viele und muss sich Mazda den Vorwurf, reichlich spät in dieses wachsende Segment einzusteigen, gefallen lassen. Die Japaner selbst sehen freilich nicht ein, den Trend verschlafen zu haben. Vielmehr beteuert man, man habe sich schlichtweg Zeit gelassen bei der Entwicklung seines ersten Kompakt-SUV. Genutzt haben die Ingenieure die Zeit jedenfalls bestens: Am CX-5 ist fast alles neu, er wirkt ausgereift und vermag zu überzeugen.

Doch nicht nur die Techniker haben einen guten Dienst geleistet, sondern auch die Designer. Sie haben dem 4,56 Meter langen CX-5 ein schickes Blechkleid zurecht geschneidert, das das SUV, das mit seiner Länge schon fast dem Kompakt-Segment entwachsen ist, zwar bullig, aber nicht übergroß wirken lässt. Die Front dominiert der markentypische Fünfpunkt-Grill, am Heck fallen die recht hoch platzierten Rückleuchten und der schwarze Kunststoff-Stoßfänger auf.  

Verpackt haben die Designer reichlich Raum, sowohl für die Passagiere, die dank 2,70 Meter Radstand auch im Fond noch angenehm sitzen können, als auch für das Gepäck. Hinter der SUV-üblich etwas höheren Ladekante warten 503 Liter Stauraum aufs Gepäck. Dank kleiner Hebel lässt sich vom Kofferraum aus die dreigeteilte Rückbank umklappen; sind alle Lehnen nach vorne gefallen, passen stolze 1.620 Liter rein. Die große Heckklappe erleichtert zudem das Bepacken und die serienmäßige Abdeckung geht zusammen mit der Klappe auf und zu.

Funktionales Cockpit

Galerie: Erster Test Mazda CX-5Der Arbeitsplatz des Fahrers, der wie der Beifahrer auf einem bequemen Stuhl mit gutem Seitenhalt Platz nimmt, ist trotz zahlreicher Tasten am höhen- und längsverstellbaren Lenkrad übersichtlich; das gut verarbeitete und mit angenehmen Materialien ausstaffierte Cockpit wirkt aber eher funktional als ausgesprochen modern. Auch bei Mazda hat nun der bei anderen Herstellern schon seit längerem zum Standard gehörende Dreh-Drück-Schalter zur Bedienung des Navigations- und Entertainmentsystems Einzug gehalten. Er ist griffgünstig auf dem Mitteltunnel unterhalb des Schalthebels angebracht. Das Navi selbst kommt von TomTom, ist aber fest in der Mittelkonsole integriert; die Bedienung erforderte bei unserer ersten Ausfahrt allerdings etwas Gewöhnung.

Gänzlich Neues steckt unter dem Blechkleid; Mazda hat die Benziner und Diesel, das Fahrwerk und die Getriebe neu entwickelt. Alles zusammen firmiert unter dem neuen Stichwort Skyactiv und wird peu à peu auch in weiteren neuen Modellen zu finden sein – als nächstes in der kommenden Mazda-6-Generation, die auf der diesjährigen Auto Show in Paris debütiert.  

Drei neue Motoren

Galerie: Erster Test Mazda CX-5Von den neuen Motoren gibt es bisweilen drei, einen Benziner, zwei Diesel; beide konnten wir bereits vor einiger Zeit in Prototypen testen. Allen Aggregaten gemein ist das Verdichtungsverhältnis von 14:1 – für einen Ottomotor ist das unüblich hoch, für die Selbstzünder erstaunlich niedrig. Dass sich bei beiden Brennverfahren der gleiche Wert als optimal erwiesen hat, war übrigens eher Zufall denn Absicht. Ansinnen war hier wie da, die Leistungsausbeute zu erhöhen und gleichzeitig den Verbrauch zu senken, was in beiden Fällen gelungen ist.

Auf dem deutschen Markt wird sich der direkteinspritzende, 165 PS starke Vierzylinder-Benziner (ab 23.490 Euro) wohl nicht gegen die Diesel durchsetzen können, obwohl das drehfreudige Triebwerk einen ordentlichen ersten Eindruck hinterlassen hat. Saugmotor-typisch ist die Kraftentfaltung gleichmäßig, bei 4.000 Umdrehungen stehen nicht gerade geringe 210 Newtonmeter bereit. Sie befähigen den CX-5 zu einer Sprintzeit von 9,2 Sekunden und 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Den Verbrauch des unaufdringlich arbeitenden Motors gibt Mazda mit sechs Litern an; ordert man den optionalen Allradantrieb, steigt der Konsum um 0,6 Liter.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mazda CX-5   Mazda CX-5
Motor / Ausstattung   2.0 Skyactiv-G FWD   2.2 Skyactiv-D (110 kW) FWD
Motor        
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   1.998 / R4   2.191 / R4-Turbo
Leistung (kW (PS) / U/min)   121 (165) / 6.000   110 (150) / 4.500
Drehmoment (Nm / U/min)   210 / 4.000   380 / 1.800 - 2.600
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   6-Gang-Schaltgetriebe   6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.555 / 1.840 / 1.710   4.555 / 1.840 / 1.710
Radstand (mm)   2.700   2.700
Wendekreis (m)   11,7   11,7
Leergewicht  (kg)   1.315   1.485
Kofferraum (Liter, nach DIN)   503 - 1.620   503 - 1.620
Serienbereifung   225/65 R 17   225/65 R 17
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
EU-Zyklus (l/100km)   6   4,6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   139 / Euro 5   119 / Euro 6
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,2   9,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   200   202
Preise        
ab (Euro)   23.490,00   25.590,00
Ausgewählte Extras (Euro)   Notbremsassistent (400), Metallic-Lack (520), Center-Line (2.400)   Notbremsassistent (400), Metallic-Lack (520), Center-Line (2.400)
 
Vergrößern
Verkleinern
 

Leise und ohne Turboloch

Galerie: Erster Test Mazda CX-5Den 2,2-Liter-Diesel bietet Mazda in zwei Leistungsstufen an, wobei den Löwenanteil die mindestens 25.590 Euro teure 150-PS-Version stellen wird; die 175 PS starke Variante wird auch ausschließlich mit Allradantrieb und in der Top-Version Sports-Line angeboten und kostet so ab 34.490 Euro. Der von uns getestete schwächere Selbstzünder macht vor allem dadurch auf sich aufmerksam, dass er nicht zu hören ist. Selbst unter Last hält er sich so sehr zurück, dass Abroll- und Windgeräusche die Tonkulisse dominieren.

Und noch etwas fällt auf, weil es fehlt: das Turboloch. Ohne den Hauch einer Verzögerung beginnt der Motor mit seiner Arbeit und setzt den Gasbefehl um; bei 1.800 Touren liegen die 380 Newtonmeter Drehmoment voll an der Kurbelwelle an. Sie ermöglichen eine entspannte Fahrweise und stellen doch jederzeit ausreichend Kraft parat, zum Beispiel für kurze Zwischensprints oder spontane Überholmanöver.

Geschmeidige Getriebe

Vollends ausspielen kann der Motor sein Können in Verbindung mit der neuen, geschmeidigen Sechsgang-Automatik, die zu jeder Zeit die richtige Übersetzung wählt und ebenso flink wie unmerklich die Gänge wechselt. Das ebenfalls neue, manuelle Sechsgang-Getriebe empfiehlt sich dagegen durch kurze, knackige Schaltwege, die ein wenig an den Spaßraodster MX-5 erinnern. Unabhängig vom Getriebe ist übrigens bei allen Motoren eine Stopp-Start-Automatik an Bord.

Dank dieser Motor-Aus-Technik und seines relativ geringen Leergewichts von eineinhalb Tonnen erzielt der 150-PS-CX-5 vorbildliche Verbrauchswerte auf dem EU-Prüfstand. Mit Frontantrieb gönnt er sich 4,6 Liter auf 100 Kilometer, werden alle vier Räder angetrieben, steigt der Verbrauch auf 5,2 Liter. Die Automatikvarianten liegen bei 5,3 (Frontantrieb) beziehungsweise 5,5 Litern (Allrad). Für die 175 PS, die ihre Kraft stets an alle vier Räder abgibt, veranschlagt Mazda die gleichen Werte. Beide Diesel erfüllen übrigens die strenge Euro-6-Abgasnorm, und das ohne aufwändige Nachbehandlung mit NOx-Katalysatoren - das verdient Respekt.

Auch neu: das Fahrwerk

Galerie: Erster Test Mazda CX-5Neben Motoren und Getrieben hat Mazda auch das Fahrwerk neu entwickelt und sich damit ein wenig von der bisher recht straffen Auslegung verabschiedet. Zwar gilt der Unterbau nach wie vor nicht als weich, doch federt der CX-5 ein wenig komfortabler als bisherige Modelle der Japaner. Allerdings ohne, dass es dabei an Präzision mangelt: Die steife Karosserie sichert die nötige Portion Fahrspaß und vermeidet auch bei schneller Kurvenfahrt zu starke Seitenneigung. Zudem tendiert der Mazda erst spät zum Untersteuern; und wenn doch, bringt ihn das ESP wieder auf den richtigen Kurs. Zusammen mit der direkten Lenkung geht also die gesamte Abstimmung als tadellos durch.   

Wer den Mazda CX-5 in der Basisversion Prime-Line ordert, bekommt neben einer ordentlichen Sicherheitsausstattung noch eine Klimaanlage, ein Audiosystem mit Aux- und USB-Eingang, elektrische Fensterheber, einen höhenverstellbaren Fahrersitz und das schlüssellose Startsystem. Will man, dass die Kraft an alle vier Räder geht, muss man mindestens zur mittleren Ausstattungslinie Center-Line greifen, deren Umfang dann um Aluräder, Zwei-Zonen-Klimaautomatik Tempomat, Nebelleuchten und ein automatisches Notbremssystem ergänzt wird.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Dass Mazda die 8.000 Fahrzeuge, die 2012 noch in Deutschland verkauft werden sollen, los wird, ist recht wahrscheinlich. Und auch die für das nächste Jahr angepeilten 15.000 Einheiten sind durchaus realistisch kalkuliert. Die besten Voraussetzungen, zum Kassenschlager zu werden, bringt der CX-5 nämlich mit.

Das hochwertige Kompakt-SUV begeistert sowohl mit seinem großen Platzangebot, sowohl für Passagiere als auch für das Gepäck, wie auch mit frischem, dennoch aber unaufdringlichem Design. Anderseits vermag die Technik zu überzeugen: Die neu entwickelten Motoren bieten sowohl hohe Leistung und Laufruhe, wie auch sparsamen Verbrauch – vor allem die turbolochlosen Diesel sind hier empfehlenswert. Aber auch die beiden neuen Getriebe und das gut abgestimmte Fahrwerk sprechen für den CX-5. Kurzum: Das Warten hat sich gelohnt.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.