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Galerie: Erster Test Mazda MX-5 RC

Erster Test: Mazda MX-5 RC

Klappen gehört zum Handwerk

11.09.2006

Ohne geht es heutzutage kaum noch. Gemeint ist das Klappdach bei Cabrios. Losgetreten wurde der Boom von Mercedes-Benz und Peugeot, die ihren offenen Modellen ein festes Verdeck spendierten. Inzwischen sind derer 13 verschiedene Modelle auf dem Markt, kaum ein Hersteller, der keines im Portfolio hat. Mazda musste nachziehen - und stellt dem Stoffmützen-Roadster MX-5 Ende des Jahres ein Pendant mit faltbarer Kunststoffhaube zur Seite.

Die Idee ist genial. Man nehme ein und dasselbe Fahrzeug und biete es - je nach Kundenpräferenz - mit puristischem oder angesagtem Wetterschutz an. Die Umsetzung scheint da schon schwieriger. Schließlich ist der MX-5 ein zweisitziger Sportwagen mit zarter Linienführung. Ein pummeliges Heck - in der Regel der Preis des festen Klappdachs - kommt da nicht in Frage.

Und so wie der MX5 RC nun vor einem steht, kann man vor der Arbeit der Ingenieure nur den Hut ziehen. Die Operation ist vollauf geglückt, das Dach geschlossen nur einen Zentimeter und der Verdeckkasten lediglich vier Zentimeter höher. Offen erkennt den Unterschied nur der Fachmann. So gilt in beiden Fällen: Sieht einfach lecker aus, der Kleine.

Halbautomatischer Striptease

Galerie: Erster Test Mazda MX-5 RCZum Öffnen muss der Kunststoffdeckel von innen manuell entriegelt werden. Dann reicht ein Knopfdruck, und zwölf Sekunden später hat sich das Dach komplett hinter die Sitze geschoben, der Verdeckkasten wieder geschlossen. Die schlaue Faltung erlaubt nicht nur die Beibehaltung der schlanken Linie. Auch das Kofferraumvolumen bleibt voll bestehen. Unter den Deckel des RC passen offen wie geschlossen jene halbwegs reisetauglichen 150 Liter, die auch der Softtop-MX-5 mitbringt.

Da das Roadster Coupé lediglich 37 Kilogramm schwerer wurde, hat sich an der optimalen Gewichtsverteilung (50:50) und damit am Fahrverhalten nichts geändert. Der heckgetriebene Mazda bietet Fahrspaß auf höchstem Niveau. Die beeindruckend steife Karosserie, das sportlich straffe Fahrwerk und die präzise Lenkung schreien geradezu nach kurvigen Strecken, die der MX-5 RC dann superagil durcheilt. Vorausgesetzt, man hält den Motor auf Touren.

Auf Touren bringen

Galerie: Erster Test Mazda MX-5 RCBesonders durchzugskräftig sind die beiden Benziner nämlich nicht. Sowohl der völlig ausreichende 1,8-Liter-Vierzylinder (126 PS), als auch das Topaggregat mit 2,0 Liter Hubraum und 160 PS kommen erst jenseits der 4.500 Touren so richtig zur Sache. Was nicht weiter schlimm ist, denn die manuellen Getriebe (serienmäßig Fünfgang; 2,0-Liter auf Wunsch mit sechs Gängen) bereiten ausgesprochen viel Freude: Supereng und knackig geführt, hüpft der stummelkurze Schaltknauf wie von selbst durch die Kulisse.

An den wenigen Kritikpunkten des MX-5 hat sich mit dem Roadster Coupé allerdings auch nichts geändert. Größtes Manko im sportlich klar gezeichneten Cockpit ist das Fehlen der Lenkradlängsverstellung. Da das griffige Sportlenkrad einen Tick zu weit vorne platziert ist, muss der ambitionierte Fahrer den Liegesitz vergleichsweise weit nach vorne schieben und folglich die Knie anwinkeln - auf Dauer wird das ungemütlich.

Preiswert im Wortsinn

Galerie: Erster Test Mazda MX-5 RCPreislich erfüllt Mazda auch beim MX-5 Roadster Coupé seinen Anspruch, erschwingliche Autos zu bauen. Los geht es bei 25.500 Euro für den 1.8er in der bereits gut ausgestatteten Linie „Energy“. Stabilitätskontrolle DSC, Fahrer- und Beifahrerairbag sowie Kopf-/Seitenairbags, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch einstellbare und beheizte Außenspiegel, Klimaautomatik, CD-Radio mit Lenkradbedienung und iPod-Integration, elektrische Fensterheber sowie ein ausklappbares Windschott sind bereits inbegriffen.

Das „Expression“-Topmodell mit 160 PS und Sechsganggetriebe kostet schließlich 29.100 Euro, hat zusätzlich ein Bilstein-Sportfahrwerk, Alu-Pedale, Xenon- und Nebelscheinwerfer sowie 17-Zoll-Räder mit an Bord. Auf Wunsch gibt es hier unter anderem eine Lederausstattung mit beheizten Sitzen, eine Bose-Soundanlage und ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem.

Fazit

Galerie: Erster Test Mazda MX-5 RCWenn schon Klappdach-Roadster, dann so. Mazda hat mit dem MX-5 Roadster Coupé ein kleines Wunder vollbracht. Die Vorzüge einer festen Haube (u.a. bessere Geräuschdämmung, einbruchsicherer) wurden bravourös mit denen eines Stoffdach-Cabrios vereint. Der RC sieht offen wie geschlossen genauso hinreißend aus wie sein klassischer Bruder. Weder die Größe, noch die Beladbarkeit des Kofferraums sind beeinträchtigt, die ausgesprochen agilen Fahreigenschaften in vollem Maße erhalten geblieben.

Der Aufpreis für das feste Dach beträgt 1.700 Euro. Ein fairer Preis, schließlich kostet das als Zubehör erhältliche Hardtop für den Stoffdach-Roadster gut 300 Euro mehr.

 
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