Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Mazda MX-5

Erster Test: Mazda MX-5

Konkurrenzloser Fahrspaß

07.11.2005

Objektiv gesehen stank der nagelneue Mazda MX-5 zwischenzeitlich bestialisch, nach heißen Bremsen und verbranntem Gummi. Das Hirn ordnete diesen olfaktorischen Beweis extremer Beanspruchung allerdings in die Kategorie „Duft“ ein. Was zu viel Adrenalin im Blut so alles bewirkt…

Doch von Anfang an: Mazda lud zur Fahrpräsentation des neuen MX-5 in den Süden Portugals. Aus Tradition, wie es hieß, schließlich wurde schon die erste Generation des Roadsters hier vorgestellt. Was folgte, ist hinlänglich bekannt: Der MX-5 trat einen Roadsterboom los, wurde selbst mit bis heute weit über 700.000 verkauften Exemplaren zum weltweit erfolgreichsten Roadster.

Also wieder Portugal. Und abgesehen von der abergläubischen Hoffnung auf ein Remake der Erfolgsgeschichte bietet dieses Land zudem die perfekten Voraussetzungen für Testfahrten mit einem sportlichen Cabrio: Latenter Sonnenschein und kurvenreiche Strecken, die so verwaist sind, dass verwilderte Haustiere als größte Verkehrsgefährdung durchgehen.

Warmfahren

Bevor es ins hügelige Hinterland geht, steht ein morgendliches „Einfahren“ auf der Kartbahn an. Mit dem MX-5, versteht sich. Schon hier deutet sich an, dass der neue Roadster ein mehr als würdiger Nachfolger für das Aushängeschild der Marke geworden ist. Superagil lenkt der Roadster ein, schrubbt präzise um die Ecken und hat sich doch etwas von seiner Wildheit erhalten. Wer nicht ganz sauber fährt, erlebt bei ausgeschalteter Stabilitätskontrolle (DSC) schon einmal ein schwänzelndes Heck. Und hektisches Überlenken wird mit ausgeprägtem Untersteuern quittiert.

Galerie: Erster Test Mazda MX-5DSC sollte also stets aktiviert bleiben. Zumal sich der Zweisitzer auch mit der elektronisch einbremsenden Rückversicherung verdammt schnell durch Kurven und um Kehren zirkeln lässt. Einziger Nebeneffekt: Ab und zu stinkt es, pardon, duftet es eben nach Bremsen und Gummi. Das Fahrwerk überzeugt jedoch nicht nur in puncto Agilität. Es ist zudem überraschend komfortabel, gleicht Bodenwellen souverän aus und steckt auch fieseste Schlaglöcher sanft und leise weg.

Einen ähnlichen Spagat schafft der von uns gefahrene 2,0-Liter-Motor mit 160 PS. Auf Touren oberhalb von 4.500 U/min verhilft er dem nicht einmal 1,2 Tonnen leichten MX-5 zu höchsten Fahrleistungen. Das verlangt zwar viel Schaltarbeit, was jedoch angesichts des wunderbar knackigen Sechsganggetriebes (Option) nur zu gerne in Kauf genommen wird: Mit geringstem Kraftaufwand flutscht der kurze Knüppel durch die eng und sehr genau geführte Kulisse.

„Cool fahren“

Galerie: Erster Test Mazda MX-5In den unteren Drehzahlregionen herrscht ein ganz anderes Bild, denn Durchzugskraft zählt eindeutig nicht zu den Stärken des Vierzylinders. Doch hat das eher schwachbrüstige Auftreten im „normalen“ Drehzahlbereich auch Vorteile: Guten Gewissens kann man die 160 Pferde auch weniger versierten Fahrern anvertrauen, die einen Motor in der Regel nicht hochjubeln und so auch kaum Gefahr laufen, urplötzlich zu schnell zu sein.

Nicht wenige werden den MX-5 einmal mehr alleine wegen des Designs kaufen. Weil die Vorgänger so gut ankamen, lautete die Vorgabe: Noch aus 100 Metern Entfernung muss der Neue eindeutig als MX-5 erkannt werden können. Dies gelang zu 100 Prozent. Die Proportionen mit der langen Haube und der leicht nach hinten versetzten Fahrgastzelle blieben erhalten. Trotzdem wirkt der neue frisch, modern, dank der weit ausgestellten Radhäuser kräftiger und alles in allem erwachsener.

Offen fahren

Besonders der im Vergleich zum Vorgänger längere Radstand (plus 6,5 Zentimeter) und die Abkehr vom taillierten „Colaflaschen“-Design brachten mehr Platz in den Innenraum. Heute gibt Mazda auch offen zu, dass früher bereits der deutsche Durchschnittsmann (1,80 Meter) Platzprobleme bekommen konnte. Nun würden dagegen auch 1,86-Meter-Männer „bequem“ in den Roadster passen. Größer sollten sie allerdings nicht sein. Ein weiteres, nach wie vor aktuelles Manko: Das Lenkrad ist nur in der Höhe, nicht in der Tiefe verstellbar. Langbeiner müssen die Rückenlehne daher extrem aufrecht stellen, um im richtigen Abstand zum Lenkrad zu sitzen.

Galerie: Erster Test Mazda MX-5Vorteil an der engen Kanzel: Sogar im Sitzen lässt sich das manuelle Stoffdach komplett öffnen (und schließen): Verriegelung über dem Innenspiegel öffnen, Dach nach hinten fallen lassen, festdrücken - das alles dauert keine vier Sekunden. Die Atmosphäre im Innenraum ist sportlich-rational geblieben, wobei die Qualität der Materialien auffallend gestiegen ist. Das Kofferraumvolumen wurde um lediglich sechs Liter auf nun 150 Liter vergrößert. Dank besserem Zuschnitt passt nun aber auch der obligatorische Wasserkasten hinein.

Galerie: Erster Test Mazda MX-5Der Mazda MX-5 startet zum Kampfpreis von 21.190 Euro. Dafür gibt es einen 1,8-Liter-Vierzylinder mit 126 PS und Fünfganggetriebe sowie u.a. DSC, vier Airbags, CD-Radio, elektrische Fensterheber und ein Vinylverdeck mit beheizbarer Heckscheibe. Der von uns gefahrene 2,0-Liter-Vierzylinder startet bei 23.690 Euro; als Topmodell „Expression“ mit Sechsganggetriebe, Sportfahrwerk, größeren Querstabilisatoren, speziell abgestimmtem DSC und Sperrdifferenzial, Xenon-Scheinwerfern und allen erdenklichen Luxusfeatures kostet er 27.190 Euro.

Fazit

Mazda plant, vom MX-5 in Deutschland jährlich 6.000 Einheiten zu verkaufen - eine sehr zurückhaltende Prognose. Denn der neue Roadster ist ein Fun-Cabrio von höchster Güte, in jedem Punkt besser als sein über die Maßen beliebter Vorgänger. Zudem hat sich die Konkurrenzsituation aus Mazda-Sicht sehr positiv entwickelt: Vergleichbare Roadster wie Fiat Barchetta und Toyota MR2 wurden eingestellt, die Zukunft des MG TF ist ungewiss. Höher positionierte Roadster wie ein BMW Z4 sind (ausstattungsbereinigt) deutlich teurer und die kleinen Klappdachcabrios vom Schlage eines Opel Tigra TT oder Peugeot 206 CC nicht halb so sportlich. Der neue Mazda MX-5 bietet also wahrhaft konkurrenzlosen Fahrspaß.

Galerie: Erster Test Mazda MX-5

 
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