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Galerie: Erster Test Mercedes A-Klasse Facelift

Erster Test: Mercedes A-Klasse Facelift

Öko-Baby

29.05.2008

Er ist nicht mehr der Jüngste aber noch immer der Kleinste und spricht zudem die juvenilste Mercedes-Klientel an. Rund 500.000 Mal verkaufte sich die aktuelle A-Klasse in dreieinhalb Jahren. Ab Juni 2008 kommt die zweite Auflage der zweiten Auflage. Neu: Der Baby-Daimler kommt auch als Öko-Variante A 160 CDI Blue Efficiency. Technik-Gimmicks gibt’s für alle.

Automatisches Einparken, Spracheingabe, blinkende Bremslichter, Notfallbeleuchtung, 4,5 Liter Verbrauch und Start-Stopp-Funktion. Kennen Sie alles schon? Bestimmt. Allerdings noch nicht in der A-Klasse von Mercedes. Diese Funktionen sind auch in der „Unter-Vier-Meter-Autoklasse“ neu.

Auto guckt mit

Automatisches Einparken bei Mercedes sieht aus, wie bei Toyota, VW und Audi. Die A-Klasse fährt mit maximal 35 km/h an einer Reihe längs parkender Fahrzeuge vorbei; haben die seitlichen Ultraschallsensoren eine Lücke mit mindestens 1,30 Meter „Überlänge“ gefunden, erscheint im Display des Kombiintruments ein „P“ mit Pfeil. Es signalisiert: Hier komm’ ich rein! Schwubbs anhalten und mit dem Aufwärtspfeil im Multifunktionslenkrad die Parkabsicht bestätigen, Rückwärtsgang einlegen und los geht’s. Gas geben, Bremsen und eventuell Kuppeln muss der Fahrer selbst, Lenken und gucken erledigt die A-Klasse dank Ultraschall-System sogar beidseitig. Es funktioniert: Der Parkassistent wird großen Zuspruch finden. Grund: Er kostet mit knapp 800 Euro kaum mehr als normale Parkpiepser an Front und Heck.

Labertasche

Galerie: Erster Test Mercedes A-Klasse FaceliftDie zweite Neuerung kostet satte 3.400 Euro, nennt sich Command APS und ist ein Festplattennavi. Es kann Video-DVDs abspielen, telefonieren, zuhören und verstehen. Linguatronic nennt sich das integrierte Spracheingabe-System. Ein kleiner Zug am Bedienhebel an der Lenksäule und man kann dem System sein Herz ausschütten. Egal ob Adresseingabe, Telefonnummer oder Radiosender – die „Dame“ versteht sogar Dialekt.

Als weiteres Highlight bietet Mercedes in der A-Klasse die blinkenden Bremsleuchten und die Notfallbeleuchtung an. Beides erhöht nach guter alter Mercedes-Sitte die Sicherheit. Bei einer Starkbremsung leuchten die Bremslichter nicht mehr konstant, sie blinken hektisch. Der Aufmerksamkeitswert wird gesteigert und der nachfolgende Verkehr schneller über die Härte des Bremsmanövers informiert. Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, schaltet sich ab einer definierten Unfallschwere automatisch das Innenlicht ein, um die Orientierung und Bergung im Dunkeln zu erleichtern.

Blue Efficiency

Galerie: Erster Test Mercedes A-Klasse FaceliftDie Ingenieure haben aber logischerweise auch die Motoren mit Bedacht fit gemacht. 4,5 Liter sind die Angabe für die bislang sparsamste A-Klasse. Der 82 PS starke A 160 CDI Blue Efficiency schlürft damit 0,9 Liter weniger als der ebenfalls 82 PS starke A 160 CDI-Vorgänger. Dabei gehen 0,5 Liter auf das Konto innermotorischer Veränderungen und weitere 0,4 Liter darf man den Blue-Efficiency-Maßnahmen zuschreiben.

Das Blue-Efficiency-Paket kostet rund 250 Euro und beinhaltet unter anderem besonders leicht laufende Reifen, eine Fahrzeugtieferlegung, die fast geschlossenen Frontmaske und eine „intelligente“ Spannungsversorgung der Bordelektronik. Zudem wurde das Gewicht um rund 20 Kilogramm reduziert. Allein eine Schaltempfehlung fehlt. Den Ökoanspruch der A-Klasse unterstreichen eine Vielzahl weiterer Kleinigkeiten. So bestehen einige Bauteile aus nachwachsenden Rohstoffen wie Baumwolle, Flachs, Kokos und beispielsweise Holzfurnier. 95 Prozent der A-Klasse sind übrigens voll recyclebar.

Galerie: Erster Test Mercedes A-Klasse FaceliftBei all dem Ökoanspruch darf man bei den fahrdynamischen Talenten nicht allzu viel erwarten. Der Blue Efficiency animiert eher zur lässigen Fortbewegung. Mit Fahrspaß hat das wenig zu tun, obwohl sich das tiefer gelegte Fahrwerk sehr sportlich anfühlt. Nach langem Anlauf kann man den 82-PS-Knurrer überreden, die 170er-Marke zu knacken. Der Spurt auf 100 km/h sollte nicht als solcher bezeichnet werden: 15 Sekunden oder eben eine Ewigkeit vergehen bis dahin.

Aber egal, wer Öko ist, wird sich bei Tacho 120 ein Plätzchen auf der rechten Autobahnspur suchen und an der Reichweite von gut 1.000 Kilometer erquicken. Wer weniger Wert auf Effizienz legt, kann die A-Klasse nach wie vor mit bis zu 193 Turbo-PS bestücken, denn am Motorenangebot hat sich nichts geändert.

Blue Efficiency auch für Otto

Da aufgrund des gestiegenen Diesel-Spritpreises der Selbstzünder nur noch für Vielfahrer rentabel ist, schlägt Mercedes schon mal den richtigen Weg ein. Denn die Blue-Efficieny-Technologie gibt’s auch für den A 150 und A 170. Bei diesen Benzinern bieten die Stuttgarter optional sogar noch die Start-Stopp-Funktion an. Die Funktion dieses Spritsparsystems, das erst später in den Dieselversionen Einzug hält, stellt den Motor ab, sobald ausgekuppelt ist und der Fuß auf dem Bremspedal verweilt. Lässt man das Pedal los oder legt einen Gang ein, startet Otto augenblicklich. Diese Technik funktioniert bei Außentemperaturen zwischen null und 30 Grad Celsius schon kurz nach dem Kaltstart.

Außen kaum Neues

Galerie: Erster Test Mercedes A-Klasse FaceliftWenig Änderung erfuhr dagegen das Exterieur. Wer nicht mit der Nase draufgestoßen wird, sieht keinen Unterschied. Hier die Merkmale: An der Front wurden Scheinwerfer und Stoßfänger modifiziert, die Außenspiegel erhielten ein paar Ecken und Kanten und bieten nun ein besseres Sichtfeld. Am Heck passten die Designer den Stoßfänger an die modernen Zeiten an und ließen die Rückleuchten weit in die Fahrzeugflanke wandern. Eine große Chromleiste erleichtert ab sofort das Öffnen der Heckklappe.

Im Innenraum des Zwei- und Viertürers gibt es dezente Neuerungen. Die Sitzbezüge erhielten ein neues Design und fühlen sich hochwertiger an. Eine Empfehlung ist das Sitzkomfort-Paket für 131 Euro (Serie bei Avantgarde und Elegance). Es besteht aus Sitzflächenneigungsverstellung, Lordosenstütze und einem höhenverstellbaren Beifahrersitz. Ein neuer Schön ist auch der Stoffbezug auf der oberen Türverkleidung, sieht wertig aus und fühlt sich sanft an.

Die Mercedes-Liste

Galerie: Erster Test Mercedes A-Klasse FaceliftEin heikles Thema bei den Stuttgarter-Autobauern ist die Ausstattungsliste. Zwar vermisst man in der A-Klasse, die weiterhin in drei Ausstattungslinien erhältlich ist, nichts eklatant, unverschämt sind jedoch die 160 Euro Aufpreis für eine längsverschiebbare Lenksäule. Ebenso zum Standardrepertoir in der über 20.000-Euro-Klasse sollten Fenster-Airbags gehören. Mercedes verlangt dafür 274 Euro. Die günstigste A-Klasse ist das A 150 Coupé mit 95 PS für 19.000 Euro. Topmotor ist der A 200 Turbo als Avantgarde mit 193 PS ab 26.000 Euro.

 
Fazit
 

Michael Blumenstein

Positiv, aber nicht weltbewegend, so lautet das Urteil der erneuerten A-Klasse. Die optischen Veränderungen sind dezent, die technischen tief greifender. Viele Innovationen kosten jedoch extra. Und wer ist schon bereit, bei einem Fahrzeugpreis von gut 20.000 Euro noch 3.400 fürs Navi draufzupacken. Die Blue-Efficiency-Technologie klingt vielversprechend. Mit einfachen Mitteln gelingt es, Kraftstoff zu sparen. Und das sowohl beim Diesel als auch beim in Zukunft wieder wichtiger werdenden Benziner.
 

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