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Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse Facelift

Erster Test: Mercedes B-Klasse Facelift

Gas, Benzin und Diesel, alles ist möglich

04.06.2008

Mercedes renoviert die B-Klasse. Äußerlich kaum zu erkennen, gibt es unter der Haut des „Sports Tourers“, wie die Stuttgarter den vanartigen Wagen nennen, viel Neues zu entdecken. Vom Parkassistent über Start-Stopp-Automatik bis hin zum Erdgasmotor.

Da steht die neue B-Klasse und man merkt es nicht. Die Änderungen an Stoßfänger, Motorhaube, Kühlergrill, Außenspiegel und Heck sind dezent ausgefallen. Und im großzügig dimensionierten Interieur schmeicheln lediglich neue Stoffe dem Auge und der Haut. Die nicht sichtbaren Änderungen sind dagegen umfangreich und passen in die Zeit des Spritpreis-Terrors.

Alternativen auf dem Vormarsch

Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse FaceliftHauptaugenmerk der Automobilindustrie liegt derzeit auf Kraftstoffkostenreduzierung. Zu diesem Ziel führen mehrere Wege. Da gibt es Bluemotion, Efficient Dynamics und Blue Efficiency, Direkteinspritzung, Ethanol, Hybrid, Elektro sowie Erdgas. Und Erdgas ist angesagt wie nie zuvor. Ein Grund, warum Hersteller und Kunden auf diesen flüchtigen Treibstoff abfahren ist dessen geringe Besteuerung. Bis 2018 soll das so bleiben. Unser Augenmerk liegt daher auf dem bivalenten Erdgasrenner B 170 NGT Blue Efficiency mit 116 PS.

NGT Blue Efficiency

Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse FaceliftDas NGT steht übrigens für Natural Gas Technology oder sehr frei übersetzt für „natürlich Gas tanken“. Erdgas kostet derzeit etwa die Hälfte von Diesel beziehungsweise Benzin. Pro Kilogramm sind es momentan rund 93 Eurocent. Jedoch ist ein Kilogramm Erdgas nicht mit einem Liter Benzin oder Diesel vergleichbar. Denn der Energiegehalt des Erdgases ist höher. Setzt man es ins richtige Verhältnis, kostet der gasförmige Kraftstoff nur noch etwa 65 Eurocent. Ein Argument, das verständlicherweise immer mehr Menschen ins Lager der Gasfahrer zieht.

Blue Efficiency ist ein Konglomerat aus Spritsparmaßnahmen, die zusammen bis zu 0,4 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer einsparen sollen. Ab Herbst 2008 gibt es neben dem Erdgasmodell noch weitere B-Klassen mit diesem Zusatz.

So gewappnet soll der B 170 NGT lediglich 4,9 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometern konsumieren, was 135 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht und 17 Prozent weniger ist als beim Benziner. Im Benzinbetrieb gönnt sich der auf Erdgas optimierte Motor hingegen 7,3 Liter und damit bis zu einem halben Liter mehr als der B 170.

Nur mit Erdgas

Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse FaceliftSchon aus diesem Grund sollte man stets mit Erdgas unterwegs sein und immer eine der rund 800 Erdgas-Tankstellen in Deutschland im Auge haben. Da kommen wir auch schon zur Krux an der Geschichte. Nicht nur das spärliche Tankstellenzahl verursacht Probleme beim Gasfahren, auch der schmale 16 Kilogramm Gastank nervt. Unter Idealbedingungen sind rund 300 Kilometer drin. Der Benzintank hingegen blieb mit 54 Litern Fassungsvermögen unangetastet. Schade, dass Mercedes die Auslegung nicht anders herum arrangiert hat. Die Stuttgarter argumentieren damit, dass man die uneingeschränkte Nutzung beibehalten möchte. Gutes Argument, aber hätte dafür nicht ein 30-Liter-Benzintank ereicht und zusätzlich Platz für Gas?

Durchzugsschwach

Welche Betriebsart gerade genutzt wird, sieht man an der Anzeige im Kombiinstrument, spüren kann man es nämlich nicht. Das Umschalten geschieht automatisch oder auf Wunsch über das Multifunktionslenkrad. Der Zweiliter-Vierzylinder läuft bis in mittlere Drehzahlen sehr ruhig, oberhalb von 5.000 Touren wird er allerdings dröhnig. Wünschenswert wäre zudem mehr Druck von unten raus. So stemmt der 1,5-Tonner sparsame 165 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Immerhin rennt der NGT bei Bedarf 184 km/h und beschleunigt in 12,4 Sekunden auf Tempo 100.

Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse FaceliftUnverständlich ist, warum Mercedes dem wahren Sparer lediglich ein Fünfgang-Getriebe gönnt – eine stufenlose Automatik kostet gut 2.000 Euro. Schon in der Stadt kann man den Fünften einlegen und ab Landstraßentempo vermisst man einen drehzahlsenkenden und geräuschmindernden sechsten Gang, den beispielsweise der B 180 CDI besitzt. Dieser erfreut mit typischen Dieselwumms, der durch 109 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment generiert wird und den CDI gut eine Sekunde eher auf 100 km/h bringen. In der Endgeschwindigkeit klebt er dem NGT am Auspuff. Der Selbstzünder, der ab 27.000 Euro erhältlich ist, läuft sehr fein und vibrationsarm. Den Verbrauch gibt Mercedes mit 5,2 Liter Diesel an. Neben diesen beiden Motoren stehen fünf weitere zwischen 95 und 193 PS zur Wahl.

Als sehr gelungen kann in beiden Fällen die Abstimmung des Serienfahrwerks und die der Lenkung gelten. Der B 170 NGT fährt ausschließlich auf komfortbetonenden 16-Zoll-Rädern, was sich als Idealgröße herauskristallisiert. Die auf dem CDI montierten 17-Zöller sehen zwar deutlich besser aus, kosten aber etwas Komfort.

Sinnvoller Technikschnickschnack

Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse FaceliftNeu in der B-Klasse ist der aktive Einparkassistent für 800 Euro. Er manövriert den Benz rückwärts in längsgerichtete Parklücken. Voraussetzung: Die Lücke ist mindestens 1,30 Meter länger als der 4,27 Meter kompakte B. Im Vorbeifahren und unterhalb von 30 km/h scannen Sensoren die vorhandenen Parklücken und im Bordcomputer wird die Kompatibilität von Lücke und Fahrzeug angezeigt. Eine kurze Bestätigung am Multifunktionslenkrad und das Geisterspiel beginnt.

Weitere Neuerungen sind die Berganfahrhilfe, das flackernde Bremslicht bei Notbremsungen und die Notfallbeleuchtung nach einem Unfall. Die Start-Stopp-Funktion, die den Motor automatisch beim Anhalten abstellt und beim Einlegen eines Ganges wieder startet, soll bis zu neun Prozent Kraftstoff sparen und ist ab Herbst 2008 für alle B 150 und B 170 auf Wunsch lieferbar.

Plus 3.700 Euro, minus Förderung

Galerie: Erster Test Mercedes B-Klasse Facelift28.800: So viele Euros werden für den B 170 NGT Blue Efficiency fällig. Wer noch sinnvolle Extras wie Tempomat, Sportsitze mit Sitzkomfort-Paket, Lederlenkrad, Alufelgen, CD-Radio, Freisprecheinrichtung sowie Fenster-Airbags und Nebelscheinwerfer ordert, endet bei 33.000 Euro.

In jedem Fall sind das erst einmal rund 3.700 Euro mehr, als für einen B 170 und etwa 1.700 Euro mehr als Mercedes für den sparsamen und druckvollen B 180 CDI verlangt. Ein satter Aufpreis, der sich nur amortisiert, wenn der Wagen hauptsächlich mit Erdgas bewegt wird. Eine Preisanpassung nach unten nehmen allerdings einige Kommunen und Gasversorger vor. Sie fördern die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs entweder mit Bargeld oder aber in Form von Tankgutscheinen. Nicht selten beträgt der Gegenwert bis zu 2.000 Euro und dann sieht die Rechnung ganz schnell noch besser aus.

Fazit

Die neue B-Klasse überzeugt in fast allen Belangen. Das Fahrwerk ist top, die Verarbeitung gut, das Gesamtbild stimmig. Verwundert ist man jedoch darüber, dass Mercedes für Fenster-Airbags 274 Euro verlangt, beim aktuellen Seat Ibiza sind die Standard. Der B 180 CDI ist laufruhig und sparsam, lohnt sich aber aufgrund des teuren Dieselsprits nur für Vielfahrer.

Unspektakulär fährt sich der B 170 NGT. Wer nichts vom Erdgas weiß, merkt es nicht. Genau so soll es sein. Zwar kostet der NGT einen fetten Aufpreis, der rechnet sich aber (irgendwann). Zudem hat man bei jedem Tankvorgang das gute Gefühl, etwas für die Umwelt (und den Geldbeutel) getan zu haben.

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