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Galerie: Erster Test Mercedes-Benz B-Klasse

Erster Test: Mercedes-Benz B-Klasse

Reifer und jünger

07.10.2011

Die zweite Produkt-Generation sollte immer besser sein als die erste, nach dem Motto „Was gelernt“. Mercedes hat gelernt und präsentiert jetzt die Neuauflage seiner B-Klasse. Vorstandsvorgabe: Klassenbester.
Ergebnis: Könnte klappen.

Die ersten Fotos der neuen B-Klasse waren… ernüchternd. Der Funke springt von Fotos eben nicht immer über. Auf der IAA konnte das erste von insgesamt fünf neuen Kompaktklasse-Modellen schon besser überzeugen. Doch erst jetzt, nach der ersten Ausfahrt, ist man tatsächlich überrascht.

Das beginnt bei der ersten Annäherung. Die Statur der neuen B-Klasse ist harmonisch, die Linien in der Seite brechen das Blech auf, die Schnauze streckt sich selbstbewusst nach vorne, der Heckabschluss erinnert an die R-Klasse. Der B ist gediegener als ein VW Touran oder Golf+ und gleichzeitig schnittiger.

Innen toll

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz B-KlasseBeim Einstieg ist man noch viel positiver überrascht, denn der Innenraum ist tatsächlich best-in-class. Den frei stehenden, zentralen Bildschirm möchte man als Tablet-PC sofort mitnehmen, die Lüftungsdüsen sind nicht nur einfach da, sondern sehen auch gut aus, das Lenkrad ist gestaltet und liegt gut in der Hand, die Bedienknöpfe sind übersichtlich angeordnet und sogar die Materialien fühlen sich edel an - was für ein Quantensprung gegenüber dem Vorgänger!

Lenkrad und Sitz haben sehr weite Verstellbereiche, so dass der Fahrer, der gerne – unsinnigerweise – mit ausgestreckten Armen fährt, genau seine ideale Komfortposition findet, wie der ergonomisch korrekt Sitzende seine Fahrposition. Und eine Fahrposition sei angeraten, denn die neue B-Klasse ist tatsächlich ein agiles Stück Auto.

Motorisch stark

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz B-KlasseDas liegt nicht zuletzt an der von uns gefahrenen 136 PS starken Diesel-Variante mit dem von Mercedes entwickelten 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe. Neben dem ausreichend starken Motor ist es vor allem das Getriebe, das gefällt. Schaltpausen fehlen, Gangwechsel erfolgen flott. Der Motor setzt seine Kraft direkt in Vortrieb um, zügig und ohne Zugkraftunterbrechung. Was die (ab der C-Klasse eingesetzte) 7-G-Tronic-Automatik nicht kann, funktioniert in der B-Klasse so wie es sein soll: Vom Fahrer über die Schalt-Paddles am Lenkrad angeordnete Gangwechsel-Befehle werden ohne Verzögerung umgesetzt. Das kann bei Mercedes sonst nur der SLS – und der ist von AMG.

Fahrer und Beifahrer sitzen bequem und mit ordentlichem Seitenhalt, die Sitze versprechen Langstreckenkomfort. Auch im Fond reist es sich bequem, Schulter- und Kopffreiheit sind, wie vorne,  großzügig. Im Testwagen ist ein Panorama-Sonnendach installiert, das wahlweise gemütliche Dunkelheit, Sonnenschein oder Frischluft bereitstellt.

Optional variabel

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz B-KlasseDer Kofferraum ist über eine erfreulich niedrige Ladekante erreichbar und fasst knapp 500 Liter. Der kann jedoch auf 670 Liter erweitert werden, sobald die hinteren Sitze um die maximal 14 Zentimeter nach vorne gerückt werden, die das optionale „Easy-Vario-Plus“ Paket ermöglicht. Unverständlich ist an dieser Stelle nur die Aufpreispolitik des Herstellers, der sich diese Option mit 675 Euro versüßen lässt. Ein variabler Innenraum (inklusive umlegbarer Beifahrerlehne) gehört in der Klasse der Kompaktvans zum Standard.

Antriebsseitig stehen zum Marktstart im November 2011 vier Motoren zur Auswahl, neue Maschinen allesamt. Zwei Diesel mit 109 (B 180 CDI) und 136 PS (B 200 CDI), beide 4,9 Liter Verbrauch im Schnitt, sowie zwei Benziner mit 122 (B 180) und 156 PS (B 200), beide 5,9 Liter - Direkteinspitzer, Turbos (natürlich) und mit der EU-5-Norm gesegnet. Serienmäßig gibt es ein von Mercedes von Grund auf neu konzipiertes 6-Gang Schaltgetriebe, das lediglich durch etwas zu lange Schaltwege zu missfallen weiß, ansonsten aber weit gespreizt ist, um ordentlichen Antritt und eine lange, kraftstoffsparende Übersetzung zu vereinen.

Aerodynamisch top

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz B-KlasseDer cw-Wert ist fast in Vergessenheit geraten, die B-Klasse setzt hier einen Bestwert in Sachen Aerodynamik: Gegenüber dem Vorgänger (0,3) konnte dieser Wert auf 0,26 verringert werden, was vor allem bei Geschwindigkeiten über 50 km/h wirksam wird: Ein Großteil der Verbrauchsreduzierung gegenüber dem Vorgänger kann hier realisiert werden. Die Mercedes-Aerodynamiker versprechen sich dadurch nicht nur gute Verbrauchswerte im EU-Messzyklus (bei welchem die Aerodynamik nur eine geringe Rolle spielt), sondern vor allem auch im realen Fahrbetrieb der Kunden. Eine im Hinblick auf die anstehende Neuregelung des EU-Zyklus sinnvolle Maßnahme.

Das Fahrwerk ist über alle Zweifel erhaben, es ist komfortabel abgestimmt und liefert dennoch Rückmeldung über die Fahrbahn. Auch sehr flotte Kurven durchzirkelt es souverän, unterstützt von der elektrisch unterstützten, feinfühligen Lenkung.

Sicherheit serienmäßg

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz B-Klasse„Funktionalität, Sicherheit und Komfort“ sind laut Technik-Vorstand Thomas Weber die Merkmale, die die neue B-Klasse auszeichnen sollen. Beim Thema Sicherheit geht man daher in die Vollen und stattet den Kompakt-Mercedes mit dem „Collision-Prevention-Assist“ aus: Der Wagen misst laufend den Abstand zum Vordermann und leitet im Notfall eine Vollbremsung ein. Im Gegensatz zu anderen Lösungen vermeidet es damit Auffahrunfälle auch bei Geschwindigkeiten über 30 km/h.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Die neue Mercedes-Benz B-Klasse ist ein deutlicher Fortschritt, was die Kriterien Komfort, Verarbeitung, Effizienz, Sicherheit, Design, Innenraum und Agilität angeht. Man kann ihr tatsächlich auch die von Technik-Chef Weber verordnete „kultivierte Sportlichkeit“ attestieren, die alle Mercedes-Modelle in Zukunft auszeichnen soll. Der überzeugend variable Innenraum sollte jedoch genau so serienmäßig sein wie die aktiven und passiven Sicherheitsmerkmale. Am Ende überzeugt der neueste Sports-Tourer durch seine Linie, sein Handling und das sauber abgestimmte Doppelkupplungsgetriebe.
 

Die Einstiegspreise beginnen mit gut 26.000 Euro (genau: 26.001,50) für den Einstiegs-Benziner B 180 und enden beim empfehlenswerten B 200 CDI für knapp 30.0000 Euro. Das (empfehlenswerte) Doppelkupplungsgetriebe kostet 2.165,80 Euro.

Bester seiner Klasse? Ein Vergleichstest wird es klären. Doch die Konkurrenz sollte sich warm anziehen.

 

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