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Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDI

Erster Test: Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDI

Turbo Turbo Yeah Yeah!

22.10.2008

Mercedes bringt nach BMW nun auch einen Twin-Turbo-Diesel. Der neue 2,1-Liter-Vierzylinder leistet bis zu 204 PS, 500 Newtonmeter und soll sich dabei mit 5,2 Liter begnügen. Im C 250 CDI Blue Efficiency Prime Edition macht er den Anfang.

Der neuste Motorenstreich von Mercedes Benz kommt zuerst in dem auf 5.000 Exemplare limitierten C 250 CDI Blue Efficiency Prime Edition. Der neue Motor, OM 651 so die interne Bezeichnung, soll aber ein Universaltalent sein. Kurz nach seinem Debüt wird der Superdiesel nämlich die kommende E-Klasse beglücken, den CLK aufwerten und sogar dem Lieferwagen Sprinter entsprechende Beine machen. Hauptkonkurrent BMW bietet seinen Zweiliter-Doppelturbo bislang nur im 1er an.

Länger geht nicht

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDIDer Name C 250 CDI Blue Efficiency Prime Edition ist irreführend, daher hier kurz die Erläuterung. C steht für das Modell, 250 erst einmal für gar nichts – denn mit der Hubraumangabe hat die Bezeichnung am Heckdeckel nichts mehr zu tun. CDI für Common-Rail-Diesel-Injection, Blue Efficiency bedeutet – sparsam oder anders: aerodynamische Außenspiegel, verkleideter Unterboden, Spritsparreifen und langer sechster Gang. Prime Edition heißt einfach nur Erstlingswerk. Zum Glück steht das nicht alles am Kofferraum.

So englisch der Name, so deutsch das Triebwerk. Mercedes betont gerne, dass das komplette Aggregat aus deutschen Teilen in Deutschland produziert wurde: Untertürkheim, Mettingen (beides bei Stuttgart), Berlin und Kölleda (Thüringen) sind die Standorte, die der Motor bei seiner Produktion durchläuft.

Zwei Lader

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDIDas Highlight ist aber die Doppelaufladung, die in dieser Form bei Mercedes Premiere feiert. Zwei Turbolader versprechen Extrawucht. Ein kleiner, schnell ansprechender Verdichter für untenrum (38,5 Millimeter Durchmesser) und ein großer, 50 Millimeter Lader, für mittlere bis hohe Drehzahlen. Ab 1.600 Umdrehungen steht die Maximalkraft in Form von 500 Newtonmeter parat. Schon jetzt läuft der große Lader sanft mit, um ab 2.100 Umdrehungen die Puste-Arbeit aufzunehmen. Bis zirka 2.700 Umdrehungen laufen beide Turbinen Hand in Hand und ab 2.700 Touren übernimmt der große Lader den Staffelstab. Drei Unterdruckdosen beschäftigen sich mit dem Zu- und Abschalten der Lader, beziehungsweise mit der Steuerung der Bypass-Kanäle.

Das Drehmomentplateau hält erstaunlicherweise nur bis 1.800 Umdrehungen an. Danach geht’s rapide abwärts. Macht nix: Die Auslegung fördert eine verbrauchssenkende Fahrweise. So genehmigt sich der C 250 CDI 0,7 Liter weniger als der aktuelle C 220 CDI mit 170 PS. 5,2 sollen es auf 100 Kilometern sein. Realistisch sind eher 6,5 Liter. Denn wer Leistung hat, will sie nutzen. Euro-5-konform ist der Motor so oder so.

Plastik-Ölwanne

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDIAls Weltneuheit kündigte Mercedes diverse Kunststoffteile am OM 651 an. So ist die gesamte Luftführung aus „Plaste“ und erstmals sogar die Ölwanne. Das spart Gewicht, soll der Dauerhaltbarkeit aber nicht im Wege stehen. Bedarfsgerechter Einsatz der Öl- und Wasserpumpe spart Energie.

Für Laufruhe sorgen zwei Lanchester-Ausgleichswellen, die in der Nähe der Kurbelwelle angebracht sind und störende Vibrationen eliminieren. Für eine ruhige Einspritzung zeichnet die Common-Rail-Technik der vierten Generation verantwortlich. Bis zu 2.000 bar Einspritzdruck und neue Piezo-Injektoren zerstäuben den Dieselkraftstoff sehr fein und helfen, eine gesunde Verbrennung zu generieren. Die Insassen hören den Selbstzünder dennoch dezent. Beim harten Beschleunigen komponiert das Triebwerk gar einen sportlich knurrigen Unterton – irgendwie passend.

250 km/h im Spardiesel

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDIÜbrigens: Das nutzbare Drehzahlband erstreckt sich bis auf 5.200 Touren! Im Extremfall sprintet der C 250 CDI in sieben Sekunden auf Tempo 100. Viel beeindruckender sind jedoch die Zwischenspurts ab 140 km/h. Hier fliegt die Nadel praktisch gen 200. Erst ab 220 km/h wird’s etwas zäh. Tempo 250 – aha, daher also das „250“ aus der Typenbezeichnung – soll möglich sein. Aufgrund des langen sechsten Ganges ist das oft nur Theorie. Dafür dreht der Motor bei Tacho 120 entspannte 2.000 Umdrehungen.

Bei den Fahrleistungen konkurriert er mit dem C 320 CDI. Im Verbrauch schlägt er den 20 PS stärkeren V6-Diesel um mindestens 1,7 Liter. Das Drehmoment ist nahezu identisch – wozu also noch V6? Na der Laufruhe wegen und weil die beiden bei vergleichbarer Ausstattung bis dato lediglich 1.150 Euro trennen. Immerhin kostet der Vierzylinder 40.640 Euro – inklusive 3.500 Euro für die Ausstattungsdetails der Prime Edition. Hier ist also eher das Umweltgewissen der Kaufentscheider.

Zwei Leistungsvarianten folgen

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse 250 CDIWer wirklich aufs Sparen aus ist, sollte mit dem Kauf warten. Warten, bis der neue C 200 CDI mit 136 PS und der neue C 220 CDI mit 170 PS erhältlich sind. Beide Motoren bauen auf dem neuen 2,1-Liter-Diesel auf, wobei der schwächere mit nur einem VTG-Turbo (variable Geometrie) bestückt wird. Die mittlere Leistungsstufe hat zwei starre Lader, wie die Topversion.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mercedes C 250 CDI
Ausstattungsvariante   Blue Efficiency Prime Edition
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.581/ 1.770 /1.447
Radstand (mm)   2.760
Wendekreis (m)   10,84
Leergewicht (kg)   1.650
Kofferraum (Liter)   475
Bereifung Testwagen   225/45 R17
Motor    
Hubraum / Zylinder   2,1 / R4
Leistung (PS)   204
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   500 / 1.600 - 1.800
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   6-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,2
CO2-Emissionen (g/km)   138
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   250
Preise    
ab (Euro)   40.640
AS24-Extra-Empfehlung   Intelligent Light (1460 Euro), Tempomat (214 Euro), Multikontursitze (452 Euro), Sitzheizung (370 Euro)
 
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Ach so, ein Manko gibt es noch, vor allem für Vielfahrer, die jetzt schon mit dem 250er liebäugeln. Die Prime Edition ist ausschließlich mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich. Das agiert zwar ordentlich, will aber nicht 100-prozentig zum Mercedes passen. Die 7-G-Tronic kommt erst Mitte nächsten Jahres.

Fazit

Der C 250 CDI ist ein Dampfhammer und lässt den nur 20 PS stärkeren C 320 CDI überflüssig erscheinen. Wäre da nicht der bis dato geringe Preisunterschied, der zum Grübeln anregt. Aber: Mercedes will nachlegen. Rund 240  PS sind für den 320er in der Pipeline und verschaffen den nötigen Respektabstand zum 250er – mit Sicherheit auch wieder preislich.

Dennoch werden mittelfristig im Zuge der Hubraumreduzierung (Downsizing) die V6-Diesel Federn lassen. Die Kunden darf’s freuen, denn die Betriebskosten sinken – und mächtig Bumms haben die Vierzylinder allemal. Bestes Beispiel ist der Turbo Turbo im C 250 CDI, Yeah!

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