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Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse Facelift

Erster Test: Mercedes-Benz C-Klasse Facelift

Beim Wettrüsten wieder vorne

11.03.2011

Die einst als Baby-Benz belächelte C-Klasse blickt auf eine fast 30jährige, steile Karriere zurück. Stolze 8,5 Millionen Fahrzeuge des Mittelklassemodells wurden weltweit bereits verkauft und dürfte das Erfolgsmodell dank umfangreicher Modellpflege-Maßnahmen auch in den nächsten Jahren auf Dauerbrenner-Kurs bleiben. Das Auffrischungs-Paket zum Modelljahr 2011 bringt weniger Verbrauch, reichlich neue Assistenz-Systeme und einen stark modernisierten Innenraum.

Nach gut vier Jahren bekommt die vierte C-Klasse-Generation also ihr erstes, relativ tiefgreifendes Facelift. Optisch präsentiert sich die kleinste Mercedes-Limousine allerdings fast wie die alte, wurde mit einigen Retuschen vor allem am Vorderwagen auf die aktuelle Mercedes-Linie gebracht. Optionale LEDs sorgen bei den neu gezeichneten Scheinwerfern zudem für etwas mehr Hightech-Aura und wirkt das windschlüpfigere Blechkleid insgesamt etwas geglätteter.

Bemerkenswerter sind die Renovierungen im Innenraum. Vor allem die höhere Qualitätsanmutung der Kunststoffoberflächen in der Mittelkonsole und Instrumententafel fallen positiv auf. Zudem wirkt das Ensemble aufgeräumter, ist die von Mercedes proklamierte, neue Präzisions-Ästhetik sicht-, fühl- und erlebbar. Für eine Extraportion Wohnlichkeit sorgen zudem großflächige Applikationen, wahlweise in Holz-, Karbon- oder Metalloptik.

Stehende Hutze statt Klappmechanismus

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse FaceliftDer optionale Navi-Bildschirm findet jetzt unter einer vom Kombiinstrument zur Mittelkonsole durchgehenden Hutze Platz. Das optionale 12-Tasten-Lenkrad oder das Farb-Multifunktionsdisplay im Kombiinstrument sind weitere auffällige Neuerungen. Zwar präsentiert sich die aufgewertete C-Klasse innen frischer, andererseits war der Arbeitsplatz der Vor-Facelift-Version keineswegs abstoßend. Das monochrome Display im Tacho oder das ausfahrbare Navidisplay sind auch aus heutiger Sicht noch auf hohem Funktions- und Qualitätsniveau. Unverändert geblieben ist das Platzangebot, das vorne großzügig und hinten ausreichend ist. Der Kofferraum ist für 475 Liter gut.

Schon vor dem Facelift konnte die C-Klasse mit einer enormen Zahl an Optionen und Funktionen beeindrucken. Diese hat Mercedes noch deutlich erweitert. So ist das Super-Navi Comand ab sofort internetfähig. Neben dem freien Surfen im WWW (bei stehendem Fahrzeug) kann man während der Fahrt noch spezielle Mercedes-Online-Dienste nutzen, wie Wetterauskunft oder Google-Sonderzielsuche. Wem dieser über 3.000 Euro teure, hochgerüstete Multimedia-Wegweiser übrigens zu teuer ist, kann jetzt alternativ ein ebenfalls integriertes Navi-System von Becker ordern, das für etwas bescheidenere 900 Euro zu haben ist.

Schwer aufgerüstet

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse FaceliftDarüber hinaus hat der Kunde zusätzlich die Wahl zwischen gleich zehn neuen Fahrassistenten, die in den letzten Jahren sukzessive schon bei anderen Mercedes-Modellen eingeführt wurden. Wer meint, auf Fernlicht-, Spurhalte- oder Totwinkel-Assistent nicht mehr verzichten zu können, kann sich dem in jüngster Zeit ausufernden Trend in der Autoindustrie zu immer mehr Helfern nun also auch in der C-Klasse umfassend hingeben.

Auch Müdigkeitswarner, Abstandstempomat und eine automatische Parkführung gehören optional zur schönen, neuen C-Klasse-Welt; als Muss hat sich allerdings keiner der vielen Technik-Nettigkeiten entpuppt. In der Gesamtheit entlasten sie zwar fraglos den Fahrer und sorgen so für ein Sicherheitsplus, doch angesichts der selbstbewussten Aufpreispolitik wäre es kaum verwunderlich, wenn sich viele C-Klasse-Kunden mit der sehr guten Basis-Sicherheitsausstattung begnügen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mercedes-Benz C 220 CDI, 7G-Tronic
    Avantgarde AMG-Sportpaket
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   2.143 / R4
Leistung (kW / PS)   125 / 179
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   400 / 1.400 - 2.800
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   Sieben-Gang-Automatik
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.591 / 1.770 / 1.444
Radstand (mm)   2.760
Wendekreis (m)   10. Aug
Leergewicht (kg)   1.600
Kofferraum (Liter)   475
Bereifung Testwagen   225/45 R 17 vorne, 245/40 R17 hinten
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,8 (mit Start-Stopp)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   125 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   8,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   231
Preise    
ab (Euro)   43.756,00
Empfohlene Extras    
 
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Interessant ist übrigens die technische Lösung für den aktiven Spurhalte-Assistenten. Während zum Beispiel beim VW-Konzern die gleiche Funktion den Wagen beim „versehentlichen“ Spurverlassen per Lenkeingriff auf Kurs bringt, geschieht dies bei Mercedes per Bremseingriff. Auch über gezieltes Bremsen können Fahrzeuge gelenkt werden.

Famoses Fahrwerk

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse FaceliftGeblieben ist der C-Klasse ihr famoses Agility-Control-Fahrwerk. Weiterhin sorgt dieses für den wohl ausgewogensten Unterbau seiner Klasse, der in bester Mercedes-Tradition komfortabel und zudem noch sportlich agil ist. Querfugen werden supersanft verdaut und welliger Belag souverän abgefedert. Geradeaus spurt die C-Klasse satt und leise wie eine Oberklasselimousine. Andererseits folgt der Wagen präzise den Lenkbewegungen und neigt sich auch in schnellen Kurven nur mäßig zur Seite.

Ganz so direkt und aggressiv wie ein 3er BMW ist der Benz in der Basis zwar nicht abgestimmt, in unserem Testexemplar war aber das Fahrdynamik-Paket an Bord, was zusätzlich die Möglichkeit bietet, per Druck auf die Sporttaste in eine betont dynamische Fahrwerksabstimmung zu wechseln. Klasse ist dabei die deutlich spürbare Spreizung, wie das zuvor superentspannte Komfortfahrwerk in Sekundenbruchteilen ein sehr straffes und präzises Fahrgefühl vermittelt und dann auch gehobenen Dynamik-Ansprüchen gerecht wird.

Start-Stopp und neue 7G-Tronic

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse FaceliftWeitere gewichtige Änderungen hat die C-Klasse bei den Antrieben erfahren, wobei der Optimierungs-Schwerpunkt auf zum Teil deutlichen Effizienzsteigerungen lag. So werden serienmäßig alle Motoren mit einem Start-Stopp-System ausgeliefert, bei dem man übrigens auch per Lenkradbewegung den Motor spontan wieder zum Leben erwecken kann.

Für unsere Testfahrten stand uns die Brot-und-Butter-Motorisierung 220 CDI zur Verfügung, die mit akzeptabler Kultiviertheit und einem zudem kräftigen Durchzug (170 PS, 400 Newtonmeter) gefällt. Knapp acht Sekunden dauert der Sprint, maximal sind über 230 Sachen drin. Wir konnten dabei den Komfort der neu abgestimmten und länger übersetzten 7G-Tronic Plus genießen, die seidenweich die Gänge wechselt.

Je nach Fahrstil passt die Automatik ihr Schaltverhalten übrigens an den Fahrer an. Wer etwas ambitionierter unterwegs ist, für den überspringt das Getriebe bei Leistungsabfrage gerne auch mal mehrere Gänge nach unten. Gelegentlich als störend empfanden wir beim Beschleunigen aus Kurven allerdings genau dieses Schaltverhalten. Statt das satte Drehmoment aus mittleren Drehzahlen zu nutzen, wurden gleich mehrere Gänge übersprungen und war dann der Motor auf einem unerwartet hohen Drehzahlniveau. So richtig harmonieren wollte diese Abstimmung der 7G-Tronic mit unseren Erwartungen nicht, zumal sich der Vier-Zylinder bei hohen Drehzahlen akustisch etwas unschön in den Vordergrund spielte.

Nur 4,4 Liter

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse FaceliftDas Problem dieser fast schon willkürlich anmutenden Gang-Sprünge entfällt bei der manuellen Variante des 220 CDI, die zudem mit 4,4 Liter Verbrauch die sparsamste Version im vielfältigen Motorenprogramm der C-Klasse ist. Zur Markteinführung der vierten C-Klasse-Generation lag der Spritkonsum des 220 CDI noch bei 5,9 Liter. Allerdings dürften die 4,4 Liter Normverbrauch von eher theoretischer Natur sein und sollte man praktisch eher Werte um sieben Liter erwarten.

Doch muss man einen solchen Praxisaufschlag auch bei den ähnlich motorisierten Mitbewerbern hinnehmen und im Vergleich zu diesen ist zumindest der Normverbrauch des 220 CDI auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau angekommen. So gibt BMW etwa die Handschalter-Version des 320d mit 4,7 Litern an, mit einer Automatik sind es sogar 5,3 Liter. Der 220 CDI ist also zumindest auf dem Prüfstand um 0,3 bis 0,5 Liter sparsamer als der eigentlich beeindruckend effiziente Mitbewerber aus München.

Neuer Basisdiesel

Galerie: Erster Test Mercedes-Benz C-Klasse FaceliftEine übrigens neue Motorisierung für die C-Klasse ist der 180 CDI, der sich im Idealfall mit 4,8 Liter begnügen soll, mit 120 PS und 300 Newtonmeter allerdings keine Vortriebs-Euphorie auslösen kann. Dieses Modell markiert preislich zusammen mit dem 156 PS starken Benziner C 180 den unteren Einstieg in die Baureihe. Rund 33.000 Euro muss man mindestens für eine C-Klasse investieren, was übrigens fast 3.000 Euro mehr sind als bei der vor vier Jahren eingeführten C-Klasse.

Und trotz der stolzen Preisansage kommt die Basis-C-Klasse mit einer weiterhin nüchternen Ausstattung daher. Es müssen ja nicht gleich alle Optionen und neuen Helfer-Systeme bestellt werden, doch wer zum Beispiel den von uns getesteten 220 CDI mit einer halbwegs gediegenen Ausstattung wünscht, dürfte problemlos jenseits von 50.000 Euro landen. Von einer voll ausgestatteten C-Klasse wäre man dann aber immer noch weit entfernt.

 
Fazit

Mario Hommen

Es hat sich viel getan bei der C-Klasse, ist es Mercedes gelungen, die Attraktivität seines Verkaufsschlagers nochmals deutlich steigern. Besonders umfassend und erfolgreich waren die Renovierungsarbeiten im Innenraum. Die diversen Änderungen sorgen für einen moderneren, wohnlicheren Eindruck und selbst besonders kritische Zeitgenossen attestieren dem aufgefrischten Interieur eine dem Segment angemessene Wertigkeit.

Ein weiterer Höhepunkt sind die effizienteren Antriebe, die unter anderem dank des serienmäßigem Start-Stopp-Systems bei weiterhin guten Fahrleistungen weniger Durst an den Tag legen. Mit dem 170 PS starken 220 CDI soll man im Idealfall nur noch 4,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Schließlich hat Mercedes viel neue Technik und vor allem viele neue Assistenz-Systeme neu in die C-Klasse eingeführt. Die meisten dieser optionalen Extras sind allerdings kein Muss und treiben den ohnehin schon hohen Preis nur noch weiter in die Höhe. Wer üppige Zusatzinvestitionen in seine C-Klasse nicht scheut, kann dank der neuen Technik noch entspannter und sicherer unterwegs sein.
 

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